Test - Planet of Lana 2 : Test: Eine Fortsetzung aus dem Bilderbuch
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Vor drei Jahren überraschten die Schweden von Wishfully mit dem wunderschönen Planet of Lana, ein klassischer Puzzle-Platformer aus der Seitenperspektive, der an Inside und Ori and the Blind Forest erinnerte. In der Fortsetzung lernt ihr die Welt rund um Lana genauer kennen und erfahrt mehr über die Hintergründe, was es mit den mysteriös-bedrohlichen Maschinen auf sich hat.
Nachdem Lana erfolgreich ihre Schwester Elo und zahlreiche weitere Dorfbewohner aus den Klauen der bedrohlichen Maschinen befreien konnte, ist vorerst Ruhe eingekehrt. Einige der Roboter sind nun Teil der menschlichen Gesellschaft und erweisen sich gar als nützliche Wesen. Dazu zählt auch der kleine Mui, mit dem sich Lana bereits während ihres Abenteuers angefreundet hatte und ohne den die Rettung unmöglich gewesen wäre.
Gleichwohl Lana inzwischen viele Erkenntnisse gesammelt hat und mehr und mehr die Funktionsweise der Maschinen versteht, möchte sie weiter forschen. Deshalb durchstöbert sie die Ruinen ihrer mutmaßlichen Vorfahren und wird dabei von einem kleinen, gewitzten Mädchen namens Anua begleitet.
Doch wenig später kommt es zu einem Unglück: Ein fliegendes Schiff wirft einen silbergrau schimmernden Felsbrocken herab, der grüngiftige Dämpfe ausstößt. Anua atmet sie nichts ahnend ein und fällt ins Koma. Ergo muss ein Heilmittel her, weshalb sich Lana gemeinsam mit Mui auf die Suche nach den drei dafür benötigten Zutaten macht.
Ein kleines Epos
Die Story von Planet of Lana 2 ist bedeutend größer und vielschichtiger als jene des Vorgängers, denn es gibt mehr Ereignisse, mehr Ortswechsel, mehr Plot-Twists und vor allem mehr Dialoge. Diese werden erneut in einer fiktiven Sprache erzählt, die bewusst nicht untertitelt ist – weshalb bereits unsere grobe Story-Zusammenfassung eine Eigeninterpretation der von uns wahrgenommenen Geschehnisse ist.
Obwohl unsere Durchspielzeit mit sechs Stunden im Vergleich zum Vorgänger nur eine Stunde länger anhielt, hat sich der Festplattenspeicherbedarf des Spiels vervierfacht. Den Grund könnt ihr im wahrsten Sinne des Wortes sehen: Die Welt sieht viel detaillierter und somit noch schöner aus, was sich besonders im fünften Kapitel in Form eines atemberaubenden Waldes widerspiegelt.
Des Weiteren möchten wir drei ganz spezielle Kapitel gesondert erwähnen, in denen ihr größtenteils zum Zuschauer verkommt und die euch allesamt einen Blick in die Vergangenheit gewähren. Diese Rückblenden sind nicht nur ein wichtiger Schlüssel für die gesamte Geschichte, sondern obendrein fantastisch in Szene gesetzt.
Mehr Rätsel dank Technik
Das Spiel selbst ist ebenfalls eine konsequente Weiterentwicklung – zumindest auf dem Papier betrachtet. Lana kann nach wie vor mühelos rennen, springen, Felswände erklimmen und über Plattformkanten steigen. Unterwasser sollte sie nicht allzu lange verbleiben, weil ihr ansonsten die Luft ausgeht. Gut sichtbar markierte Holzplanken lassen sich aufreißen und so neue Wege erschließen.
Mui hurtet wie gewohnt durch schmale Gänge und kann deutlich weiter springen als seine Freundin. Ihr könnt ihn nun dank rechtem Analogstick gezielt zu jedem sichtbaren Punkt manövrieren und müsst gar ein paar Passagen ganz alleine mit dem kleinen Kerlchen bestreiten.
Am meisten weiterentwickelt hat sich der Umgang mit den Maschinen: Viele von ihnen könnt ihr mit Mui lahm legen und anschließend dank Lana hacken, um deren Spezialfähigkeit zu nutzen. Auch stoßt ihr auf weitere tierähnliche Kreaturen, deren Kontrolle ihr ebenfalls übernehmen könnt. Dazu gehören beispielsweise winzig kleine Fische, die wieselflink durch jede schmale Ritze passen. Zudem sondern sie per Knopfdruck eine dunkle Flüssigkeit ab und können so zum Beispiel die Sicht einer Überwachungskamera blockieren.
Verglichen mit dem Vorgänger sollten all diese neuen Features eigentlich für mehr Abwechslung sorgen. Doch leider ist das Gegenteil der Fall, weil Wishfully anscheinend gegen Ende der Entwicklung die kreative Energie ausgegangen ist oder man sich zu sehr auf das Schreiben der Geschichte versteift hat. Besonders in der letzten Stunde fühlen sich viele Rätsel uninspiriert und austauschbar an, frei nach dem Motto: Das habe ich doch alles schon mal gemacht ...
Ein Déjà-Vu-Moment der erfreulichen Art setzt beim Soundtrack von Takeshi Furukawa ein, der alle zentralen Themen aus Planet of Lana übernimmt und sie wuchtiger und epischer wie nie zuvor erklingen lässt. Somit ist die Musik erneut das Highlight des Action-Adventures und wird dem Japaner nach The Last Guardian und dem ersten Teil von Planet of Lana vermutlich zum dritten Mal einen Eimer voller Preise bescheren.
Greift zu, wenn...… ihr den Vorgänger mochtet und euch nichtsdestotrotz damals mehr Story gewünscht hattet.
Spart es euch, wenn...… ihr bei den Rätseln auf viel Abwechslung besteht oder ein grundlegendes Problem mit kurzen, linearen Puzzle-Platformern habt.




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