News - PlayStation Store : Sony löscht über 550 Filme aus den Bibliotheken der Nutzer
- PS5
Die Debatte über das echte Eigentumsrecht an digitalen Inhalten hat neue, brisante Nahrung erhalten. Sony Interactive Entertainment hat damit begonnen, PlayStation-Nutzer per E-Mail darüber zu informieren, dass weit über 550 digital gekaufte Filme und Serien dauerhaft aus ihren persönlichen Videobibliotheken gelöscht werden. Ab dem 1. September 2026 wird der Zugriff auf sämtliche Inhalte des Produktions- und Vertriebsunternehmens StudioCanal für die betroffene Nutzerschaft komplett gesperrt. Besonders sauer stößt der Community dabei auf, dass Sony in den Benachrichtigungen mit keinem Wort Rückerstattungen oder finanzielle Entschädigungen erwähnt.
Hintergrund der drastischen Maßnahme ist das Ende einer langjährigen Content-Lizenzvereinbarung zwischen Sony und StudioCanal. Zu den insgesamt 551 betroffenen Titeln gehören weltweit gefeierte Filmklassiker und Blockbuster wie Terminator 2: Tag der Abrechnung, Total Recall, Rambo: First Blood, The Deer Hunter, Bridget Jones – Schokolade zum Frühstück oder Hot Fuzz. Wer diese Filme in der Vergangenheit über den PlayStation Store käuflich erworben hat, verliert sie im Herbst ersatzlos.
Rechtlich bewegt sich Sony damit im Rahmen der eigenen Nutzungsbedingungen: Wie bei fast allen digitalen Storefronts erwerben Kunden beim Klick auf Kaufen streng genommen kein dauerhaftes Eigentum, sondern lediglich eine zeitlich begrenzte Nutzungslizenz, die beim Erlöschen von Verträgen mit den Rechteinhabern verfällt.
Dass Kunden nun dennoch sturmwütend reagieren, liegt an der unnachgiebigen Kommunikation des Konzerns. Die Benachrichtigung teilt den Betroffenen recht nüchtern mit, dass die Inhalte aus den Bibliotheken verschwinden, bietet jedoch keinerlei Store-Guthaben oder Gutscheine als Ausgleich an.
Es ist zudem nicht das erste Mal, dass PlayStation-Kunden dieses Schicksal ereilt. Bereits im Jahr 2022 wurden Käufer in Deutschland und Österreich von einer ersten StudioCanal-Löschung getroffen, und im Dezember 2023 drohte das spurlose Verschwinden etlicher Discovery-Inhalte, welches Sony nach einem massiven Fan-Shitstorm zumindest vorübergehend bis Mitte 2026 aufschieben konnte.
Der Vorfall befeuert die ohnehin hitzige Diskussion um digitale Konsumgüter und die Notwendigkeit physischer Medien im Jahr 2026. Erst vor wenigen Tagen geriet die Spielebranche in Aufruhr, als bekannt wurde, dass die Box-Version des kommenden Megahits Grand Theft Auto VI vollständig auf eine klassische Disc verzichtet und nur noch einen Download-Code enthalten wird. Die neuerliche Löschwelle bei PlayStation zeigt Kritikern zufolge einmal mehr das fundamentale Risiko auf, dem Verbraucher ausgesetzt sind, wenn sie sich vollends auf rein digitale Ökosysteme verlassen.

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