Test - Samsung CRG90 / Lenovo Y44w : Duell der Breitbild-Titanen

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Ultrabreite Monitore scheinen derzeit hip zu sein. Immer mehr Hersteller setzen auf die Formate 32:9 oder 32:10, natürlich als Curved-Variante. Sieht auf den ersten Blick etwas sinnlos aus, aber im Grunde sind derartige Displays nichts anderes als zwei Monitore in einem. Für die Arbeit also doch ganz sinnig, zudem unterstützen mittlerweile viele Spiele diese Ultrawide-Formate ohne Probleme, sofern potente Grafikkarten im Rechner schwitzen. Mit dem 49-Zöller Samsung CRG90 (UVP 1.499 Euro) und dem 43,5-Zöller Lenovo Legion Y44w (UVP 1.299 Euro) haben wir uns zwei dieser Boliden genauer angeschaut.

Lenovo Legion Y44w-10 (1.299 Euro)

Lenovos 43,5-Zöller stammt aus der Legion-Gaming-Reihe des Herstellers. Der Brummer deckt etwa die Größe von zwei 24-Zoll-Monitoren ab und kommt mit einer etwas skurrilen Auflösung von 3.840 x 1.200 Pixeln daher, entspricht also dem 32:10-Bildformat, das aber tatsächlich auch von vielen Spielen unterstützt wird. Daraus ergibt sich eine noch recht verträgliche Pixeldichte für die Größe und es muss auch nicht gleich eine RTX 2080 Ti im Rechner stecken, um das Format auszunutzen.

Bei Verpackung und Aufbau kann der Y44w durchaus Punkte sammeln. Trotz seiner Größe geht die Montage schnell und ohne Werkzeug vonstatten. Der Fuß wird mittels Flügelschraube am Ständer befestigt, das Display wird einfach in die Halterung des Ständers eingehängt und eingerastet. Der wuchtige, robuste Fuß sorgt dafür, dass der Monitor sicher und ohne zu wackeln auf dem Schreibtisch thront. Die Verarbeitung macht generell einen sehr guten Eindruck.

Sehr schön ist, dass ihr trotz des Formats nicht auf gewohnte Features verzichten müsst. Der Y44w ist seitlich drehbar, höhenverstellbar und auch die Neigung kann euren Wünschen angepasst werden. Hinzu kommt ein Extra, dass wir in der Form noch nicht oft gesehen haben. Wer keine Boxen daheim hat, bekommt seinen Sound nicht über interne Lautsprecher sondern einen externen Harman-Kardon-Lautsprecher, der bei Bedarf am Fuß montiert wird und klanglich durchaus eine gute Lösung darstellt, gerade, wenn man aufgrund der Monitorgröße keinen Platz mehr für Lautsprecher hat.

Hinsichtlich der Anschlüsse ist der Y44w gut ausgestattet. 2x HDMI 2.0, 1x DisplayPort 1.4, 2x USB 3.1 Type-C und 4x USB 3.1 lassen kaum Wünsche offen. Clever: Zwei USB-Ports sowie die Kopfhöreranschlüsse befinden sich an der Unterseite des Monitors in Form einer Connection-Box, die auf Knopfdruck ausgefahren werden kann. Das erspart einiges an Fummelei. Weniger schön ist, dass die Bedienung über sechs Tasten am rechten unteren Rahmen erfolgt. Das ist zum Teil wenig intuitiv und dazu noch etwas altmodisch – wir hätten den mittlerweile gängigen Mini-Joystick bevorzugt.

Der Lenovo Legion Y44w setzt erwartungsgemäß auf ein VA-Panel mit einem Curved-Radius von 1800R. Die Auflösung beträgt, wie eingangs erwähnt, 3.840 x 1.200 Pixel bei einer Bildwiederholrate von satten 144 Hz und einer Reaktionszeit von 4 ms (grey-to-grey). Mit einer Helligkeit von bis zu 450 cd/m² erfüllt der Monitor VESA DisplayHDR 400. Das ist zwar mittlerweile nichts besonderes mehr, die meisten modernen Panels schaffen diesen Wert, aber auf jeden Fall ist es eine ansehnliche Bildverbesserung. AMD FreeSync 2 wird unterstützt, sodass auch Tearing und Ruckler beim Bildaufbau kein Thema sind.

Im Betrieb leistet sich der Monitor erfreulicherweise keine nennenswerten Schwächen. Klar, bei der Reaktionszeit ist er nichts für E-Sportler, aber dafür ist er auch nicht gedacht. Vor allem Freunde offener Spielwelten erfreuen sich hingegen einer Bilderpracht, die das gesamte Sichtfeld ausfüllt und somit die Immersion um einiges erhöht. Spiele wie The Division 2, Assassin's Creed Odyssey oder auch verschiedene Rennspiele profitieren enorm vom verbreiterten Bildformat. Aber auch zum Arbeiten ist der Y44w durchaus geeignet. Funktionen wie Picture-by-Picture oder Picture-in-Picture sind vorhanden und recht simpel konfigurierbar.

Die Bildqualität ist durchgehend gut. Es gab bei unserem Sample keinen erkennbaren Bildfehler. Die Ausleuchtung des matten Panels wirkte recht homogen. Kontrast und Farbdarstellung waren sogar richtig gut. Im Grunde ist eigentlich nur der Preis ein echter Knackpunkt, denn über 1.000 Euro für einen Monitor gibt nicht jeder aus. Zumal sich dann auch noch die Frage stellt, ob man nicht für etwas mehr Geld noch zu einer stärkeren Alternative greift, wie beispielsweise den Samsung CRG90.

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