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Test - Shinobi: Art of Vengeance : Test: Kaufbefehl für diese 2D-Perle

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Der bösartige wie mächtige Lord Ruse will mit seiner Armee die Welt unterwerfen. Kurzerhand lässt er alle Oboro-Ninjas auslöschen, in dem Glauben, nun keinen ernsthaften Gegner mehr zu haben. Doch Clan-Oberhaupt Joe Musashi überlebt und sinnt auf Vergeltung. Und mit diesem wütenden Ninja-Meister legt sich besser niemand an …

Manchmal braucht es nur ein paar Sekunden, um zu merken: Das hier ist etwas Besonderes. Genau so fühlt sich Shinobi: Art of Vengeance an. Schon im ersten Level, wenn Joe Musashi elegant durch sein Heimatdorf sprintet, Doppelsprünge ausführt, feindliche Ninjas per Katana-Hieb erledigt und alles in herrlichster 2D-Grafik erstrahlt, ist klar: Der Super-Shinobi meldet sich nicht nur zurück – er tut es mit tonnenweise Stil!

Wunderschöner Rachefeldzug

Die Leute von Lizardcube haben sich mit Wonder Boy: The Dragon’s Trap und dem grandiosen Streets of Rage 4 längst als Experten für Revivals großer Sega-Marken bewiesen. Das entging dem japanischen Publisher selbstverständlich nicht: So verpflichtete Sega das Pariser Studio als Co-Entwickler, um das Shinobi-Comeback visuell und spielerisch umwerfend zu gestalten. Und das ist ihnen gelungen!

Wie schon bei den genannten Spielen kommen auch für Shinobi: Art of Vengeance handgezeichnete Grafiken zum Einsatz – diese aufwändige Methode garantiert einzigartige Designs und geschmeidige Bewegungen. Hinzu kommen Elemente und Effekte, die an japanische Tuschemalereien erinnern. Das Ergebnis sind Levels, die wirken, als hätte jemand Aquarelle zum Leben erweckt. Farben und Kontraste sind hervorragend aufeinander abgestimmt – niemals zu intensiv, niemals zu schwach, sondern immer richtig dosiert.

Was ebenfalls beeindruckt, ist die Vielfalt der Gebiete. Ihr springt mit Joe Musashi über die Dächer einer in Neonlichter getauchten Großstadt, rast auf einem Cyber-Surfboard übers Meer, erforscht ein geheimes Labor, kämpft euch durch die Wüste oder durchquert einen Fischmarkt am Hafen. Das alles ist nicht nur optisch, sondern auch spielerisch stets anders aufgebaut. Jedes Level wirkt aufgrund seiner Anordnung von Plattformen, Gegnern und sonstigen Herausforderungen frisch und eigenständig.

Das i-Tüpfelchen sind zahlreiche Details und Anspielungen auf die bisherige Shinobi-Reihe. Manche springen euch regelrecht ins Gesicht, einige verstecken sich im Hintergrund, wieder andere sind spielerischer Natur. Das zeigt deutlich, mit welcher Hingabe das Team von Lizardcube am Spiel gearbeitet hat – und wie viel Respekt sie vor Sega und der Geschichte ihres Vorzeige-Ninjas haben.

Der beste Shinobi aller Zeiten

Keine Frage, Joe Musashi war schon immer flink und tödlich. Aber für sein Comeback hat er sich in die beste Form aller Zeiten gebracht. Er rennt, springt, klettert und kämpft mit einer umwerfenden Eleganz, Effektivität und Energie. Leichte und schwere Angriffe verbinden sich zu variantenreichen Combos, die am Boden ebenso eingesetzt werden können wie in der Luft. Joe wirbelt mühelos zwischen mehreren Feinden hin und her, streut nahtlos starke Ninpo-Magie wie Windhieb oder Shuriken-Regen ein und weicht Angriffen per Rolle oder Dash aus. Jede Aktion fühlt sich stark an und mit dem richtigen Timing schaltet ihr selbst größere Kaliber aus, ohne ihnen auch nur die kleinste Chance auf Gegenwehr zu lassen.

Aber es wird noch besser. Ausreichend geschwächte Gegner können mit einem Finisher erledigt werden, der zusätzlich Geld oder Lebensenergie einbringt. Das sieht bereits cool aus. Doch wer es richtig stylish machen will, haut gleich mehrere Feinde Finisher-reif und räumt anschließend innerhalb von Sekundenbruchteilen den gesamten Bildschirm leer – der Höhepunkt eines schnellen, variablen und enorm geschmeidigen Kampfsystems, das keine Wünsche offen lässt.

Upgrades gehören ebenfalls dazu, und zwar einige. Lebensleisten-Erweiterungen, zusätzliche Ninpo-Zellen, vergrößerter Wurfmesser-Vorrat, neue Techniken, passive und aktive Skills – alles lässt sich entweder finden oder beim Händler kaufen. Viele der Items gibt es jedoch erst, wenn man genug der überall versteckten Oboro-Münzen eingesammelt hat – ein schöner Anreiz, sämtliche Bereiche gründlich zu durchforsten. Alle Verbesserungen haben ihre Daseinsberechtigung, denn sie erlauben, den Spielstil in einem gewissen Rahmen an die eigenen Vorlieben anzupassen.

Auch die knackigen Elite-Herausforderungen belohnen mit hilfreichen Items. Manchmal sind es ausschließlich feindliche Einheiten, die eure Fähigkeiten am Controller auf die Probe stellen. Es kann aber auch passieren, dass die Fights auf einer schmalen Plattform stattfinden oder zu gewagten Sprüngen über tödliche Stacheln zwingen. Das treibt den Puls nach oben!

Bei den Ankou-Rissen ist er dann am Anschlag. Hier zieht das Spiel alle Register: Gegnerhorden, einstürzende Plattformen, Kletterpartien, die nach perfektem Sprung-Timing verlangen und mehr. Jeder noch so kleine Fehler bedeutet in der Regel den Neustart der Herausforderung. Ja, die Risse sind knüppelhart, doch mit genügend Ausdauer sowie Klasse am Pad machbar – am Ende lockt eine mächtige Waffe, die eure Mühen rechtfertigt.

Zwischen den Kämpfen und Platform-Segmenten streut das Spiel regelmäßig lockere Aufgaben ein, bei denen mal Schalter in der richtigen Reihenfolge aktiviert, mal Objekte verschoben und mal Maschinen zerstört werden müssen, um weiterzukommen. Diese Einlagen bremsen das Tempo kurz herunter – im positiven Sinne – und sorgen dafür, dass das Spiel nie eindimensional wird.

Eine hervorragende Balance

Im Vergleich zum kürzlich erschienenen Ninja Gaiden: Ragebound (zum Test) fällt Shinobi: Art of Vengeance insgesamt wesentlich schwerer aus. Die spielerischen Möglichkeiten sind nicht nur vielfältiger, sondern werden auch fast ausnahmslos eingefordert. Bereits die „normalen“ Renn- und Sprungpassagen innerhalb der Gebiete können trickreich sein – unter anderem, weil Dash und Doppelsprung eine Art Cooldown benötigen, der zu kurzen Pausen zwingt. Hört sich fies an, bringt aber eine clevere Komponente ein: Ihr müsst immer wieder überlegen und planen, auf welche Art und Weise ihr tatsächlich vorwärts kommt – ansonsten stürzt selbst ein Super-Ninja wie Joe Musashi in den Bildschirmtod.

Dennoch hat Frust (fast) keine Chance. Regelmäßige Checkpoints speichern den Fortschritt dauerhaft. So könnt ihr jederzeit aussteigen und später an genau dieser Stelle im Level weitermachen – das ist mehr als fair. Auch Heil-Items sind klug verteilt, zudem lässt sich ihre Wirkung durch bestimmte Skills verbessern. Diese Systeme stellen sicher, dass selbst schwierige Abschnitte motivieren und nicht abschrecken. Abgesehen von den Ankou-Rissen bleiben die richtig kniffligen Einlagen außerdem zeitlich überschaubar, sodass weder eure Geduld noch die Aufmerksamkeitsspanne überstrapaziert werden.

Diese hervorragende Balance findet sich auch bei den Bossen wieder. Jeder Kampf stellt ein kleines Puzzle dar: Attacken-Muster lesen, die richtigen Konter finden, perfekt ausweichen – und stets ruhig bleiben. Mit ein bisschen Übung sind die Brocken gut machbar, auch weil der Anspruch schrittweise steigt: Mit jeder neuen Auseinandersetzung ist etwas mehr Controller-Akrobatik gefordert. Der finale Endgegner legt dann nochmal eine kräftige Schippe drauf, aber so gehört es sich ja auch.

Nach dem Abspann ist das Action-Abenteuer nicht vorbei. Boss-Rush- und Arcade-Modus kommen hinzu und bieten neue Anreize. Und natürlich kehrt ihr in Level zurück, um die fehlenden Oboro-Münzen zu finden und auch die letzte Elite-Herausforderung zu bewältigen. Schade ist allein, dass die freischaltbaren Kostüme langweilig aussehen – es handelt sich lediglich um Farbvarianten für die Standard-Kleidung. Da wäre definitiv mehr drin gewesen, zum Beispiel in Form klassischer Outfits aus früheren Serienteilen. Aber ganz ehrlich: Angesichts der allgemein herausragenden Qualität von Shinobi: Art of Vengeance juckt das am Ende gar nicht.

Greift zu, wenn...

… ihr eines der besten 2D-Spiele des Jahres nicht verpassen wollt. 

Spart es euch, wenn...

... der einzig wahre Ninja aus eurer Sicht Ryu Hayabusa heißt.

Fazit

Sascha Göddenhoff - Portraitvon Sascha Göddenhoff
An diesem 2D-Kracher führt kein Weg vorbei!

Schon als klar war, dass Sega zusammen mit Lizardcube an Shinobi: Art of Vengeance arbeitet, war ich mir sicher: Das wird sehr, sehr gut. Aber das finale Spiel ist mehr als das, es ist herausragend! Einige der Hintergründe und Szenen würde ich mir sofort als Bilder ins Zimmer hängen – der Stil ist einfach genial. Nicht weniger begeistert bin ich vom Spielablauf. Jedes Gebiet stellt mich vor neue Herausforderungen – mal kleiner, mal ausgesprochen großer Natur. Und damit meine ich nicht die packenden Elite-Herausforderungen und erst recht nicht die Ankou-Risse, die bei mir Tränen der Freude und des Leids hervorgebracht haben. Diese Abschnitte sind sauschwer, doch immer machbar – und zeigen damit die enorme Qualität von Steuerung, Kampfsystem und Leveldesign.

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Auch seine Vielfalt und Abwechslung machen Shinobi: Art of Vengeance zu einem Pflichtkauf für 2D-Fans. Zu keinem Zeitpunkt hatte ich das Gefühl, etwas zu wiederholen oder erneut zu sehen. Jedes Gebiet steht für sich und bietet frische Erlebnisse. Der kleine Metroidvania-Einschlag steht dem Titel ebenfalls sehr gut: Mit neu gewonnenen Fähigkeiten frische Pfade in bekannten Gebiete begehen zu können, ist kein Muss, lohnt sich aber aufgrund zusätzlicher Fähigkeiten oder Münzen für den Händler. Ein schöner Nebeneffekt ist, dass ich einige der tollen Musikstücke erneut zu hören bekomme – den Komponisten Tee Lopes (u.a. Streets of Rage 4, Turtles: Shredder’s Revenge) und Legende Yuzo Koshiro sind ein paar echte Knaller gelungen. Also fackelt nicht lange, sondern holt euch Shinobi: Art of Vengeance und geht auf einen Rachefeldzug, der glücklich macht.

Überblick

Pro

  • großartiger Mix aus Action, Platforming und Geschicklichkeit
  • herausragende, handgezeichnete 2D-Grafik mit satten Farben und feinen Animationen
  • optisch und spielerisch abwechslungsreiche Gebiete
  • Steuerung, Moves und Leveldesign bestens aufeinander abgestimmt
  • knackige (optionale) Herausforderungen für hilfreiche Items
  • feiner Soundtrack von Tee Lopes und Yuzo Koshiro

Contra

  • einige heftige Spitzen im Schwierigkeitsgrad
  • freischaltbare Kostüme sehen langweilig aus

Awards

  • Games Tipp
    • PC
    • PS4
    • One
    • NSw
    • PS5
    • XSX
  • Design
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SHINOBI: Art of Vengeance
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