News - Sony und Bungie : Herbe Millionenverluste durch die Bungie-Übernahme
Die ambitionierte Live-Service-Offensive von Sony Interactive Entertainment erleidet einen weiteren schweren Rückschlag. Im aktuellen Finanzbericht für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2025 weist der PlayStation-Mutterkonzern eine massive Wertminderung im Zusammenhang mit der Übernahme von Bungie aus. Satte 560 Millionen US-Dollar muss Sony allein für dieses Quartal auf die immateriellen Vermögenswerte des Studios abschreiben. Da bereits im zweiten Quartal des Jahres eine ähnliche Abschreibung vorgenommen wurde, beläuft sich der Gesamtverlust durch die Bungie-Akquisition für das abgelaufene Geschäftsjahr auf fast 765 Millionen US-Dollar.
Als Sony das Studio im Jahr 2022 für stolze 3,6 Milliarden US-Dollar kaufte, galt Bungie als der wichtigste Pfeiler für die geplante Neuausrichtung im Multiplayer-Bereich. Doch vier Jahre später zeichnet sich ein gänzlich anderes Bild. Die Wertminderung von insgesamt 120,1 Milliarden Yen zeigt, dass Sony die wirtschaftlichen Erwartungen an das Studio drastisch nach unten korrigieren musste. Heute wird der Wert von Bungie innerhalb des Konzerns auf deutlich unter drei Milliarden US-Dollar geschätzt. Die Gründe für diese Abwärtsspirale liegen vor allem in der schwächelnden Performance der beiden wichtigsten Zugpferde des Entwicklers.
Ein zentraler Sorgenfaktor ist dabei das neue Projekt Marathon. Der im März 2026 gestartete Extraction-Shooter ist die erste neue Marke von Bungie seit über zehn Jahren. Trotz des Lobes von Kritikern und einer treuen Fangemeinde blieb der erhoffte Massenansturm bisher aus. Sony hält sich mit offiziellen Verkaufs- oder Spielerzahlen auffällig zurück, doch Plattform-Metriken zeigen, dass Marathon auf PlayStation 5, Xbox Series X|S und dem PC Mühe hat, sich in den wöchentlichen Top-10-Listen der meistgespielten Titel zu halten. Auf Steam pendeln die aktiven Spielerzahlen auf einem für ein so teures Live-Service-Projekt vergleichsweise niedrigen Niveau.
Gleichzeitig verliert auch das einstige Flaggschiff Destiny 2 spürbar an Boden. Nach den personellen Umstrukturierungen und mehreren Entlassungswellen bei Bungie in der jüngeren Vergangenheit beklagt die Community einen spürbaren Rückgang bei der Qualität und dem Umfang neuer Inhalte. Der Versuch des Studios, Ressourcen von Destiny 2 abzuziehen, um die Fertigstellung von Marathon zu sichern, hat der Popularität des Loot-Shooters nachhaltig geschadet. Das führt zu sinkenden Einnahmen in einem Bereich, der eigentlich die laufenden Kosten des teuren Studios decken sollte.
Nach dem Austausch von CEO Pete Parsons und dem verstärkten Eingreifen des Sony-Managements in die internen Abläufe wächst in der Community die Sorge vor weiteren Sparmaßnahmen und Entlassungen. Ob und wie Bungie das Ruder mit kommenden Seasons für Marathon und Destiny 2 wieder herumreißen kann, bleibt abzuwarten.

Kommentarezum Artikel