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Preview - Soulframe: Preludes : Nein, es ist kein Fantasy-Warframe und es bockt

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Soulframe befindet sich aktuell in einer frühen, aber überraschend gut spielbaren Phase namens Preludes – quasi einer Pre-Alpha. Seit Anfang 2025 haben die Macher von Digital Extremes begonnen, diese Testversion zugänglicher zu gestalten. Wer sich bis zu einem bestimmten Datum anmeldete, erhielt direkten Zugang. Der Test läuft weiterhin offen, begleitet von wöchentlichen Einladungscodes. Später kam sogar die Möglichkeit hinzu, dass eingeladene Spieler auch Freunde mitbringen dürfen – ein kleines Schneeballsystem für neugierige Abenteurer. Natürlich waren wir ebenfalls neugierig.

Soulframe ist das neue Projekt von Digital Extremes, den Machern von Warframe – doch statt Sci-Fi-Action, Schussgefechten und konfigurierbaren Frames erwartet euch hier eine seltsame, mystische Fantasywelt. Das Spiel setzt auf eine enge Verbindung zwischen Natur und Magie, auf verwunschene Wälder, skurrile Kreaturen und eine Welt, die auf das Handeln der Spieler reagiert. Ihr übernehmt die Rolle eines Envoys, der Bündnisse mit geheimnisvollen Geisterwesen eingeht, um Kräfte zu erlangen und das Gleichgewicht einer verletzten Welt wiederherzustellen.

Soulframe will keine Kulisse sein, sondern eine lebendige Umgebung, die uns mit ihren eigenen Regeln empfängt. Wälder sind hier nicht bloß Deko, sondern Hüter alter Geheimnisse. Auf der TennoCon 2025 bekamen wir einen Vorgeschmack auf diese Tiefe: vom unheilvoll funkelnden Neath’uns-Unterreich über raubeinige Gesellen wie den Wazzard of Wastes bis hin zu Bossgiganten wie Bromius, dessen bloße Präsenz das Bild erzittern ließ. Hier zählt nicht, wie schnell wir etwas umhauen, sondern wie wir uns in eine Welt einfügen, die ihre eigene Agenda hat.

Neben der offenen Spielwelt gibt es den Nightfold – euren persönlichen Rückzugsort, den ihr jederzeit per Knopfdruck betreten könnt. Hier wechselt ihr Waffen, passt Ausrüstung an oder schmiedet neue – ganz ähnlich dem Orbiter aus Warframe. In diesem Raum jenseits der Welt leben freigeschaltete Ahnen als NPCs, die besondere Dienste anbieten. Unter ihnen etwa Tuvalkane, die Schmiedin, die euch aus gesammelten Ressourcen frische Ausrüstung fertigt.

Das ungewöhnliche Charaktersystem verlangt etwas Einarbeitung, denn Soulframe nimmt euch in diesem frühen Stadium nicht gerade an die Hand. Ein geisterhafter Vogel kann euch auf Wunsch den Weg zur nächsten Aufgabe weisen, doch viele Story-Quests wollen erst einmal gefunden werden. Erkundung ist hier kein Beiwerk, sondern Kern des Erlebnisses – unterstützt von Elementen wie den World Trees, gigantischen Lebensadern, die nicht nur majestätisch wirken, sondern auch neue Gebiete auf der Karte aufdecken.

Während Warframe euch mit Adrenalinkämpfen überrollt, lässt Soulframe euch atmen – aber nie zu lange. Die Kämpfe sind ein Wechselspiel aus Paraden, Ausweichschritten und gezielten Treffern. Bewegungen haben Gewicht, jeder Schlag sitzt. Das ist kein stumpfes Hack’n’Slash, sondern eine taktische Choreografie, die Übung verlangt. Ja, ein bisschen Souls steckt auch in Soulframe. Magie ist hier kein bloßer Effekt, sondern Teil eures Kampf-Rhythmus – egal, ob ihr den Bogen spannt oder mit Schwert, Dolchen oder Hellebarde in den Nahkampf zieht. Die Mechanik wirkt schon jetzt präzise und befriedigend.

Das Charakter- und Skillsystem ist kein starres Zahlengerüst, sondern ein flexibles Geflecht aus Bündnissen, Tugenden und Feinheiten, die direkt euren Spielstil prägen. Die Grundlage bilden die Pacts – mystische Allianzen, die grob wie Klassen funktionieren, aber erzählerisch tiefer eingebunden sind. Jeder Pact verkörpert eine Tugend, verleiht euch eigene Startwerte und Fähigkeiten. Ihr könnt jederzeit zwischen Pacts wechseln, ohne Nachteile – heute wendiger Illusionswirker, morgen zäher Frontkämpfer oder flinker Schütze.

Mit jedem Pact erhaltet ihr Arcanic Abilities – aktiv einsetzbare Spezialmanöver, die Energie kosten und sich im Kampf regenerieren. Manche betäuben Gegner, andere entfesseln Elementarangriffe oder stärken eure Verteidigung. Steigt ihr im Rang auf, schaltet ihr Arts frei – passive Boni, die eure Skills verfeinern, Lebenspunkte erhöhen oder die Magieregeneration beschleunigen. Die Punkte lassen sich jederzeit neu verteilen, was Experimente enorm erleichtert. Auch eigene Loadouts könnt ihr speichern.

Besonders wichtig sind die drei Virtues: Courage, Grace und Spirit. Sie sind mehr als Attribute, sie formen eure Kampfdynamik. Hohe Courage erhöht Nahkampfschaden und Ausdauer, Grace steigert Beweglichkeit und Zaubergeschwindigkeit, Spirit verstärkt Kraft und Dauer eurer Magie. Auch Waffen wachsen mit euch – sie lernen eigene Spezialmanöver, von wuchtigen Finishern bis zu eleganten Kombos. Aufwerten könnt ihr sie per „Reforging“, was an Warframe erinnert, nur ohne Mod-System.

Technisch ist die Pre-Alpha überraschend stabil. Framerate-Einbrüche sind selten, Animationen wirken sauber, und das Sounddesign ist bereits ein Genuss. Bosse, Crafting, Waffen-Levels, wiederkehrende Quests – und das bei einer Karte, die noch lange nicht vollständig ist. Alles deutet darauf hin, dass diese Welt groß und voller Möglichkeiten wird.

Fazit

Andreas Philipp - Portraitvon Andreas Philipp
Ein ungewöhnliches Fantasy-Spiel, das ganz groß werden könnte

Mein erster Ausflug nach Soulframe im vergangenen Jahr konnte mich noch nicht packen – zu sperrig, zu abstrus. Aber der neue Prelude-Build? Holymoly. Da gibt es vieles, was mich jetzt richtig begeistert. Der Bruch mit Rollenspiel-Konventionen, die geheimnisvoll-dichte Welt und ihre skurrilen Bewohner, der Hauch von Naturverbundenheit, Quests, die nicht vor Rätseln zurückschrecken, und das wuchtige, aber nachvollziehbare Kampfsystem sind nur ein Teil davon. Und das, obwohl das Spiel noch gar nicht so weit ist und im Grunde noch wie eine Konzeptdemo wirkt.

Natürlich muss noch viel passieren. Es sollte zugänglicher werden und bestimmte Systeme besser erklären, ohne uns zu sehr an der Hand zu führen. Und bitte, im finalen Spiel keine endlosen Kisten- und Fassplünderungen mehr für Crafting-Materialien, zu vermuten ist, dass der Grind eh groß genug ist. Wenn Digital Extremes das mit dem nötigen Feinschliff hinbekommt, könnte Soulframe ein echter Knaller werden – zumal das Studio gut genug weiß, wie man ein Free-to-Play-Spiel langfristig frisch hält. Ich habe jetzt richtig Bock drauf und werde wohl noch viele Stunden in der Prelude verbringen.

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