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Preview - Star Fox : Angespielt: Auch 30 Jahre später hat Fox McCloud nichts von seinem Können eingebüßt

  • NSw2
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Ein sprechender Fuchs in einem Kampfjet schießt Roboter vom Himmel, während ihn eine Kröte permanent anbrüllt. Was klingt wie ein Fiebertraum nach dem Verzehr einer Lasagne, die seit Wochen ganz hinten im Kühlschrank vor sich hin reift, beschreibt die Star-Fox-Reihe erstaunlich präzise.

Genauer gesagt geht es um Lylat Wars für den N64, das Nintendo am 25. Juni als Remake unter dem simplen Namen Star Fox für die Switch 2 neu auflegt. Da Lylat Wars zu meinen ältesten und prägendsten Spielerinnerungen überhaupt zählt, habe ich mich natürlich gefreut wie ein Hase in polierten Weltraumstiefeln, als Nintendo mir die Möglichkeit gab, die ersten Kampagnenmissionen und die Multiplayer-Modi vorab anzuspielen.

Über das fast 30 Jahre alte Lylat Wars zu sprechen, fühlt sich ein wenig an, als würde Opa vom Krieg erzählen. In diesem Fall vom Krieg im Lylat-System.

Einige Jahre vor den Ereignissen des Spiels wurde der wahnsinnige Wissenschaftler Dr. Andross von seinem Heimatplaneten Corneria auf den trostlosen Vulkanplaneten Venom verbannt. Dort sammelte er Streitkräfte um sich, trieb seine Forschungen weiter voran und bereitete sich darauf vor, endlich zum Gegenschlag auszuholen. Sein Ziel: Corneria und das gesamte Lylat-System, das interessanterweise ausschließlich von anthropomorphen Tieren bevölkert wird.

In seiner Not wendet sich das Militär von Corneria an das legendäre Söldner-Team Star Fox. Die vier Piloten steigen in ihre hochmodernen Arwing-Kampfjets und stürzen sich todesmutig in den Kampf gegen Andross und seine Schergen.

Angeführt wird die Truppe von Fox McCloud, einem Fuchs, den selbst Leute kennen könnten, die nie ein Star-Fox-Spiel angerührt haben, schließlich taucht er regelmäßig als Kämpfer in Smash Bros. auf. Unterstützt wird er von Slippy Toad (Kröte), Falco Lombardi (Falke) und Peppy Hare (Hase). Gäbe es im Lylat-System einen Menschen, hieße dieser vermutlich Menschhardt Humano. Aber zum Glück geht es hier nicht um kreative Namensgebung, sondern um spektakuläre Flugmanöver und explosive Luftschlachten.

Do a Barrel Role

Spielerisch orientiert sich Star Fox erwartungsgemäß sehr eng am Original von 1997. Die Grafik wurde natürlich an moderne Sehgewohnheiten angepasst und die neue Version des Teams Star Fox sieht dabei ausgesprochen schick aus. Davon abgesehen fühlt sich das Remake seinem Vorbild so eng verbunden, dass ich exakt 0,3 Sekunden brauchte, um mich wieder wie damals auf dem Teppichboden meines Kinderzimmers zu fühlen.

Die Steuerung des Arwings bleibt angenehm übersichtlich. Hauptwaffe ist weiterhin der aufladbare Laser, dessen Feuerkraft sich durch Upgrades steigern lässt. Daneben stehen lediglich die bekannten Smart Bombs zur Verfügung, die ganze Gegnerverbände mit einem einzigen Knopfdruck aus dem Universum entfernen.

Mit Bremsmanövern und Boostern navigiert ihr durch Hindernisse wie gewaltige Pressen oder herabstürzende Tore, die euren Arwing ansonsten in handliche Einzelteile zerlegen würden. Auf Knopfdruck startet ihr einen Looping, um Gegner vorbeiziehen zu lassen oder Gefahren auszuweichen.

Und natürlich darf die legendäre Barrel Roll nicht fehlen. Dabei rotiert das Flugzeug blitzschnell um seine Längsachse und lenkt eingehende Geschosse ab. (Die Bezeichnung ist übrigens falsch. Dieses Manöver heißt eigentlich Aileron Roll. Eine echte Barrel Roll sieht vollkommen anders aus. Und ja, ich warte seit fast drei Jahrzehnten auf eine Gelegenheit, dieses unnütze Wissen irgendwo unterzubringen.)

Ansonsten bleibt in der Kampagne alles beim Alten, inklusive sämtlicher Missionen, Geheimwege und alternativer Enden. Erfüllt ihr bestimmte Aufgaben während eines Einsatzes oder entscheidet euch im richtigen Moment für eine andere Route, verändert sich euer Weg durch das Lylat-System. Dadurch erlebt ihr andere Missionen und begegnet teilweise sogar völlig anderen Bossen.

Neben der Kampagne bietet Star Fox außerdem einen Herausforderungsmodus, den wir bislang noch nicht ausprobieren durften, sowie natürlich das gute alte PvP.

(Star) Fox on the run

Bereits Lylat Wars auf dem N64 unterstützte einen Vier-Spieler-Splitscreen-Modus, in dem sich die Piloten entweder über verwaschenen Bodentexturen oder vor verwaschenen Hintergrundtexturen gegenseitig vom Himmel holten. Die Neuauflage hat deutlich mehr zu bieten.

Im Modus „Schlacht“ treten zwei Teams mit jeweils vier Spielern online gegeneinander an. Fehlende Mitspieler ersetzt das Spiel durch überraschend kompetente KI-Piloten. In der ersten Variante erscheinen regelmäßig Kontrollzonen auf der Karte. Wer sich mit möglichst vielen Teammitgliedern innerhalb dieser Bereiche aufhält, füllt die eigene Kontrollleiste. Sobald sie vollständig geladen ist, winken ein ordentlicher Punktebonus und die Genugtuung, den Gegnern erneut eins ausgewischt zu haben. Alternativ sammelt ihr Punkte auf die klassische Art und schießt einfach alles ab, was nicht dieselbe Teamfarbe trägt. Nach Ablauf der Zeit gewinnt die Mannschaft mit der höheren Punktzahl.

Die zweite Variante setzt auf Frachtcontainer. Diese schweben durch den Weltraum und müssen eingesammelt sowie zum eigenen Mutterschiff gebracht werden, bevor das gegnerische Team sie abfangen kann. Natürlich hilft es auch hier, die Konkurrenz mit Lasersalven einzudecken, denn abgeschossene Gegner bringen ebenfalls wertvolle Punkte.

Besonders spannend klingt allerdings der Couch-Koop-Modus für die Kampagne. Hier übernimmt ein Spieler wie gewohnt die Steuerung des Arwings, verliert dafür jedoch die Kontrolle über sämtliche Waffensysteme. Diese liegen komplett in den Händen des zweiten Spielers, der den neuen Maus-Modus der Switch 2 nutzt.

Dafür wird ein Joy-Con auf seiner flachen Seite über Tisch, Schreibtisch oder eine andere geeignete Oberfläche bewegt. Die Schultertasten fungieren als Maustasten, während die Bewegungen des Controllers das Fadenkreuz steuern.

Das erfordert zunächst etwas Eingewöhnung, funktioniert anschließend aber erstaunlich präzise. Perfekt für verregnete Nachmittage auf der Couch, an denen man sich gegenseitig lautstark erklären kann, warum der jeweils andere gerade schuld daran war, dass man wieder einmal spektakulär abgestürzt ist.

Fazit

Sebastian Ruppert - Portraitvon Sebastian Ruppert
Wie eine Zeitkapsel aus den 90ern

Manche Remakes versuchen, ein altes Spiel komplett neu zu erfinden. Star Fox verfolgt den genau entgegengesetzten Ansatz. Die Neuauflage bewahrt das Herz von Lylat Wars nahezu unverändert und poliert lediglich dort nach, wo es sinnvoll erscheint. Das Ergebnis fühlt sich weniger wie ein modernes Reboot und mehr wie eine liebevolle Restaurierung eines Nintendo-Klassikers an.

Besonders positiv überrascht haben mich die Multiplayer-Modi. Die neuen Online-Gefechte verleihen dem Spiel deutlich mehr Langzeitmotivation, als man es dem Original jemals zugetraut hätte. Noch interessanter wirkt allerdings der Couch-Koop-Modus. Die Aufteilung zwischen Pilot und Bordschütze klingt zunächst wie ein Gimmick, entwickelt sich aber schnell zu einer wunderbar chaotischen Team-Erfahrung, bei der die Zusammenarbeit genauso wichtig wird wie gegenseitige Schuldzuweisungen.

Natürlich darf man keine Revolution erwarten. Wer sich neue Welten, zusätzliche Kampagnenabschnitte oder eine grundlegende Modernisierung erhofft hat, wird feststellen, dass Nintendo hier bewusst auf Bewährtes setzt. Genau darin liegt aber auch die größte Stärke des Spiels.

>>Weniger kämpferisch als der Arwing, aber mindestens genau so ikonisch! - Die 10 ikonischsten Reittiere der Videospiel-Geschichte<<

Star Fox wirkt wie eine Zeitkapsel aus den 90ern, die man vorsichtig geöffnet, auf Hochglanz poliert und anschließend direkt auf die Switch 2 gestellt hat. Für Veteranen ist das eine nostalgische Punktlandung. Für Neulinge die perfekte Gelegenheit, endlich herauszufinden, warum ein sprechender Weltraumfuchs für eine ganze Spielergeneration zu den größten Helden ihrer Kindheit gehörte.

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