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Test - System Shock 2: 25th Anniversary Remaster : Test: Respektvolle Modernisierung eines Klassikers

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Nightdive Studios hat sich für den 25. Geburtstag von System Shock 2 an die Arbeit gemacht und uns eine überarbeitete Version des 1999er-Klassikers spendiert. Wer damals schon auf der Von Braun in den Kryoschlaf geschickt wurde, um Monate später von Mutanten, Aliens und der abtrünnigen KI SHODAN begrüßt zu werden, erlebt hier einen Nostalgietrip vom Feinsten – aber in modernerer Technik verpackt.

Für alle, die’s nicht mehr wissen: 1999 legten (System Shock, Thief-Reihe) und Irrational Games (SWAT 4, BioShock und BioShock Infinite) einen Mix aus First-Person-Shooter, Survival-Horror und Immersive Sim hin, der seiner Zeit meilenweit voraus war. Gemeinsam mit dem Vorgänger begründete System Shock 2 gar das gesamte Genre der Immersive Sims und gilt daher als Vorläufer von Spielen wie Deus Ex, BioShock oder Prey. Kommerziell war es nie ein Hit – aber dafür erlangte es bei Spielern und Kritikern Kultstatus.

Im Gegensatz zum ersten Teil, den Nightdive als Remake produziert hatte, handelt es sich bei System Shock 2 lediglich um ein Remaster, portiert auf die hauseigene KEX-Engine. Nightdive hat dabei von vornherein darauf bestanden, dem Original von 1999 so treu zu bleiben, wie es nur irgend geht und genau das auch eingehalten – mit ein paar Modernisierungen an den richtigen Stellen, wie beispielsweise Controller-Support oder Anpassungen an modernere Displays, die etwas mehr können als 4:3-Formate.

Durch die neue Engine fühlt sich das Gameplay deutlich flüssiger an, ohne dass das Original-Flair verloren geht. Texturen, Modelle und Zwischensequenzen wurden liebevoll aufgepeppt, die Zwischensequenzen ebenso. Die Menüs wirken moderner, sind allerdings aber vor allem bei der Controller-Steuerung etwas störrisch.

Die Story bleibt unverändert. Als Soldat einer von drei Einheiten (eure Wahl) begebt ihr euch 40 Jahre nach dem ersten Teil an Bord der Von Braun, die auf ihrem Weg nach Tau Ceti einem Notruf nachgeht. Frisch erwacht aus dem Kryoschlaf steckt ihr komplett in der Bredouille, denn fremdartige Wesen schlurfen durch die Gänge, die Crew ist tot oder verschwunden und die abtrünnige KI SHODAN treibt ihr Unwesen. Herauszufinden, was passiert ist und den Schlamassel zu überleben, ist eure Kernaufgabe. 

Gameplay-technisch ist alles beim Alten geblieben und das ist bis auf ein paar Ausreißer auch gut so. Die Abnutzung der Ausrüstung und die Knappheit der Ressourcen nerven ebenso wie einige Sackgassen, in die ihr unfreiwillig geraten könnt, aber das gehört zur Herausforderung des Spiels. Die famose Mischung aus Erkundung, Survival und Action knallt aber immer noch bestens, zumal die stets beklemmende Atmosphäre, unterstützt durch die starke Sounduntermalung, euch kontinuierlich unter Spannung hält. Auf billige Jump Scares wird so gut wie völlig verzichtet.

Auch die spielerischen Freiheiten sind erhalten geblieben. Zwar ist System Shock 2 immer noch kein vollwertiges Rollenspiel, mit der Vergabe von Attributen, der Auswahl von Skills und Waffen oder Psy-Kräften stehen euch genügend Werkzeuge für eine eigene Spielweise zur Verfügung. Aber Achtung: gewählt ist gewählt, ein Zurücksetzen von Attributen oder Skills gibt es nicht.

Wer mit Freunden spielen will, kann das dank eines erfreulich sauber funktionierenden Koop-Modus tun, wirklich sinnvoll ist es aber nicht. Das gemeinsame Spielen nimmt viel von der beklemmenden Atmosphäre weg, zudem kann es schnell passieren, dass euch beim Gequatsche im Voice Chat wichtige Hinweise in den Audiologs entgehen.

Und ja, wirklich zwingend braucht man das Remaster nicht. Wer das Original besitzt, findet etliche Mods, um das Spiel zu verschönern, aber eben nicht in allen Bereichen. Mit dem Remaster spart ihr euch vor allem die Fummelei mit Mods und möglichen Kompatibilitätsproblemen. Und ja: Ich hätte mir anstelle eines reinen Remasters vielleicht lieber wie beim Vorgänger ein vollwertiges Remake gewünscht, das moderner daherkommt. Aber das wäre dann wohl gefühlt ein ganz anderes Spiel geworden.

Greift zu, wenn...

… ihr Lust habt, in einen der Wegbereiter der Immersive Sims einzutauchen und euch Herausforderungen, knappen Ressourcen und stetiger Beklemmung zu stellen.

Spart es euch, wenn...

… ihr unkomplizierte Action-Shooter ohne Frustpotenzial bevorzugt oder ein modernes Remake erwartet.

Fazit

Andreas Philipp - Portraitvon Andreas Philipp
Respektvolle Überarbeitung eines Kultspiels, das seiner Zeit weit voraus war

System Shock 2: 25th Anniversary Remaster ist keine glattgebügelte Neuauflage, sondern ein liebevolles, technisch aufgehübschtes Monument eines Immersive-Sim-Pioniers, der sich auch heute noch verdammt gut anfühlt und seiner Zeit weit voraus war. Wenn ihr euch beim Erkunden verlassener Korridore von permanenter Anspannung und kreativem Ressourcen-Management sowie sehr freien Spielweisen herausfordern lassen wollt, kriegt ihr genau das, was System Shock 2 legendär gemacht hat – nur etwas moderner und mit mehr Komfort, aber ohne das Original umzukrempeln oder spürbar zu verändern. Kudos an Nightdive Studios, die wieder mit viel Respekt darangegangen sind, einen hochkarätigen Klassiker zu erhalten und auch heutigen Spielern näher zu bringen, auch wenn das Original nie ein kommerzieller Erfolg war.

Überblick

Pro

  • modernisiert, aber immer noch getreu dem Original
  • packende Atmosphäre
  • überarbeitet Texturen und Zwischensequenzen
  • ordentlicher Controller-Support
  • gelungenes Gameplay

Contra

  • fummelige Menüs (mit Controller)
  • auch Frustmomente beibehalten

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