News - Warner Bros. : Feindliche Übernahme: Paramount will Netflix noch ausstechen!
Paramount will Netflix beim geplanten Warner-Bros.-Kauf noch dazwischen funken! Heute machen Meldungen über eine geplante feindliche Übernahme die Runde.
Eigentlich schien alles ausgemacht: Vor wenigen Tagen wurde berichtet, dass Streaming-Gigant Netflix weiter Teile von Warner Bros. für sage und schreibe 82,7 Milliarden US-Dollar übernimmt. Im Zuge dessen würden große Marken wie Game of Thrones, Der Herr der Ringe oder Harry Potter beim Streaming-Riesen landen - inklusive des Warner-eigenen Streaming-Dienstes HBO Max (der im Januar in Deutschland startet), der Filmproduktionsstudios und mutmaßlich auch der Gaming-Sparte.
Dem Deal stand im Wesentlichen nur noch die Zustimmung der Kartellbehörden im Weg, die natürlich noch ausstand, im Übrigen galt dieser aber bereits als so sicher, dass Netflix selbst an seine Kunden reihenweise E-Mails verschickte, in der man über die Ankunft von Warner Bros. im eigenen Portfolio samt der genannten großen Marken berichtete. Doch kommt jetzt alles ganz anders?
Paramount galt schon vorher als interessiert an Warner Bros. und war im Bieterstreit zuvor schon involviert, war von Netflix aber eigentlich auch schon geschlagen. Mit einer Niederlage will man sich aber nicht abfinden. Nachdem zuvor auch US-Präsident Donald Trump, der als Paramount-nah gilt, die mit einem Netflix-Deal einhergehende Marktmacht des Streaming-Riesen anprangerte, legt Paramount nun nach.
Kurzum: Paramount versucht sich an einer feindlichen Übernahme und bietet den Aktionären von Warner Bros. schlicht eine ganze Ecke mehr Kohle. Damit will man Netflix schlussendlich doch noch ausstechen und das Paket von 82,7 Milliarden Dollar deutlich übertreffen.
Laut The Hollywood Reporter bezeichnete David Ellison, der CEO von Paramount, das Gebot von Netflix als "minderwertiges Angebot" und legt eine Schippe drauf. Paramount will pro Anteil demnach 30 US-Dollar springen lassen, wohingegen es seitens Netflix "nur" 27,75 Dollar sind. Im Gegensatz zu Netflix will Paramount zudem nicht nur weite Teile von Warner Bros. übernehmen, sondern das vollständige Geschäft inklusive der US-TV-Sender. Warner Bros. Discovery müsste - im Gegensatz zum Netflix-Angebot - also nicht aufgeteilt werden. Das Gesamtunternehmen bewertet Paramount am Ende mit sage und schreibe 108 Milliarden Dollar.
Das gleiche Angebot, das man nun öffentlich gemacht habe, habe man bereits dem Vorstand von Warner Bros. Discovery präsentiert. Diese stelle einen Mehrwert dar und könne mangels Aufspaltung des Konzerns schneller abgeschlossen werden. Die Frage ist nun: Stößt man mit diesem (feindlichen) Übernahmeangebot am Warner-Vorstand vorbei bei den Aktionären auf offene Ohren? Es bleibt wohl noch länger spannend, zumal der Wettstreit um die Anteilseigner nun wohl auch wieder Lobbyisten auf den Plan rufen dürfte.
Auch das Schicksal der Gaming-Studios Avalanche, NetherRealm, Rocksteady und TT Games, die allesamt zu Warner Bros. gehören, ist damit weiter offen.

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