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Preview - Assassin’s Creed: Nexus : Angespielt: Im nächsten Teil seid ihr wieder Ezio

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Gerade erst erschien mit Assassin’s Creed: Mirage (Test) der neueste Teil der Attentäter-Saga, da steht für den 16. November bereits der nächste in den Startlöchern. Natürlich nicht das nächste große Open-World-Abenteuer mit dem Codenamen Hexe, sondern der VR-Ableger Assassin’s Creed: Nexus für Meta Quest 2 und 3 (eine Version für Playstation VR 2 ist derzeit nicht angekündigt, für einen späteren Release aber durchaus wahrscheinlich). Wir durften bei den Entwicklern in Düsseldorf bereits eine Stunde lang in die Haut von Fan-Liebling Ezio schlüpfen.

Ja, richtig gelesen, Assassin’s Creed: Nexus wird zu einem Großteil bei der deutschen Ubisoft-Tochter in Düsseldorf entwickelt. Diese ist zwar traditionell vor allem für die Aufbaureihe Die Siedler bekannt, bildet aber mittlerweile mit über 450 Mitarbeitern einen wichtigen Standort innerhalb der Firmenfamilie des französischen Konzerns. Unter anderem wird hier an neuen Inhalten für Rainbow Six und For Honor gearbeitet, und auch zum kommenden Open-World-Shooter Avatar: Frontiers of Pandora steuert man dort einen bedeutenden Beitrag bei. Vor allem aber mit den Escape-Room-Abenteuern zu Ubisoft-Marken wie Prince of Persia und Assassin’s Creed haben sich die Düsseldorfer bereits als Experten für Virtual-Reality-Spiele hervorgetan.

Folgerichtig spielen sie auch bei der Entwicklung von Assassin’s Creed: Nexus eine gewichtige Rolle, wenngleich sich der VR-Ableger, wie bei den Großproduktionen von Ubisoft üblich, bei mehreren Studios rund um den Globus in Entwicklung befindet. Federführend agiert Ubisoft Red Storm in den USA, die etwa auch für The Division und Ghost Recon Wildlands verantwortlich zeichnen. In Düsseldorf aber wird die komplette Ezio-Kampagne und damit ein gutes Drittel des Spiels erstellt. In den beiden anderen Dritteln schlüpft ihr jeweils in die Rollen von Kassandra aus Assassin’s Creed: Odyssey sowie Connor, der in Assassin’s Creed III zwischen die Fronten des amerikanischen Bürgerkriegs geriet.

Ein richtiges Assassin’s Creed, nur eben in VR

Das Erste, das beim Spielen von Assassin’s Creed Nexus positiv auffällt: wie gewissenhaft die Entwickler sämtliche Elemente, die die Serie charakterisieren und ikonisch machen, in das Spiel integrieren und als VR-Erfahrung aufbereiten. Nexus wird keine reine Parkour-Experience oder gar ein Rail-Shooter über Dächer und Mauern, kein lineares Abklappern von Missionen, die sich notdürftig ein paar Spielelemente aus den Hauptteilen ausborgen, sie aber nur stark vereinfacht und halbherzig umsetzen, wie es etwa in Horizon VR: Call of the Mountain (Test) Anfang des Jahres der Fall war.

Stattdessen spielt sich Nexus wie ein richtiges, kleines Assassin’s Creed, nur eben in Ego-Perspektive und VR, aber ansonsten eben im Großen und Ganzen mit allem, was dazugehört: Schleichen, Klettern, Parkour-Läufe, Sprünge vom Turm in den Heuballen, gelegentliche Kämpfe und ja, tatsächlich: sogar eine komplett frei begehbare Open World! Freilich ist das Venedig des von uns gespielten Ezio-Kapitels nicht annähernd so groß, schön und ausgefeilt wie etwa das Bagdad im soeben erschienenen Mirage. Doch im Grunde bereitet es euch im gleichen Muster die Bühne, wie man es aus den „großen“ Spielen der Reihe kennt.

Wenn ihr wollt, könnt ihr direkt Kurs auf die nächste Questmarkierung der Hauptmission nehmen. Oder erstmal nach Belieben durch die Gassen der italienischen Renaissance-Stadt schlendern, per Parkour-Lauf ihre zahlreichen Kanäle überqueren oder – wie man es in ähnlicher Form von VR-Spielen wie Horizon: Call of the Mountain kennt – nach Art eines wahren Assassinen an den Wänden, Fensterrahmen und Dachgiebeln emporklettern und anschließend die Reise über die Dächer fortsetzen.

Damit das mit dem Parkour auch möglichst geschmeidig funktioniert, haltet ihr einfach eine Taste am Controller gedrückt – sodann reicht es schon, in die Richtung zu blicken, in der es weitergehen soll: eine Rampe hinauf, weiter zu einem Querbalken, einen Balkon, eine Dachrinne … Wie man es eben kennt.

Oben angekommen habt ihr ebenfalls all die Möglichkeiten, für die die Serie bekannt ist: Wachen, die direkt unter euch patrouillieren, lassen sich mit einem beherzten Sprung heimlich mit der versteckten Klinge im Ärmel aus dem Weg räumen. Und auf Türmen synchronisiert ihr die Map, deckt relevante Orte auf und verabschiedet euch natürlich mit einem kühnen Fall in einen Heuballen tief unter euch am Boden.

Bevor wir die Frage aufgreifen, die jetzt vermutlich jeden Leser umtreibt – ob einem dabei nicht sofort speiübel wird –, werfen wir erst noch einen Blick auf die anderen angesprochenen Punkte aus diesem Beispiel. Zum einen die Map, die nicht wie üblich als flache Landkarte dargestellt wird, sondern ganz nach Art von Virtual Reality als komplette 3D-Miniatur-Kulisse, so als säßet ihr inmitten einer Playmobil-Ausgabe der Stadt. Eindrucksvoll!

Die Nebenbetätigungen, die euch dort erwarten, fallen selbstverständlich nicht annähernd so umfangreich und vielfältig aus wie in den „großen“ Titeln, scheinen aber passend auf die VR-Erfahrung zugeschnitten. So fanden wir mehrere Parkour-Wettrennen gegen die Zeit, in denen man rasant seinen Weg über Stock und Stein zum Zielort bewältigt, elegant über die Dächer der Stadt balanciert und tunlichst darauf achtet nicht abzustürzen.

Motion-Sickness-Simulator?

Angesichts dieser akrobatischen Fortbewegung trägt Assassin’s Creed Nexus schon seit seiner Ankündigung bei uns in der Gameswelt-Redaktion den Spitznamen „Motion-Sickness-Simulator“. Kaum vorstellbar, dass ein solches ständiges Auf und Ab, Schwirren durch die Lüfte und Blicken in die Tiefe ohne sofortige Übelkeit oder zumindest Schwindelgefühl möglich sei. Doch genau deswegen haben sich die Entwickler bei Ubisoft darüber besonders ausgiebig Gedanken gemacht.

In meiner einstündigen Anspielsitzung beschlich mich jedenfalls kein einziges Mal ein flaues Gefühl, trotz komplett ausgeschalteter Motion-Sickness-Hilfestellungen. Nun neige ich ohnehin nicht zu solcherlei Körperreaktionen, doch für Spieler, die damit stärkere Probleme haben, sieht das Spiel zahlreiche zuschaltbare Einstellungen vor, wie man uns ausgiebig vorführt.

Zum einen wurden die Level bereits im grundlegenden Ansatz unter speziellen, psycho-physiologischen Gesichtspunkten entworfen, zum Beispiel indem ständige Höhenunterschiede vermieden werden, weil diese am schnellsten Übelkeit auslösen können. Wem beim akrobatischen Springen über Balken und Dächer schlecht wird, der kann optische Markierungen entlang des Weges zuschalten, die dem Gehirn unbewusst die erwartbare Bewegung mitteilen und dadurch den möglichen Widerspruch mit dem Körpergefühl aufheben. Und beim Todessprung vom Turm in den Heuballen brechen kaum wahrnehmbare Höhenlinien die Illusion von Fall und Tiefe und machen die Situation derartig womöglich selbst für Spieler mit Höhenangst erträglich.

„Ah, Venedig!“

Wäre ja auch schade, darauf verzichten zu müssen, denn auch sonst enthält Assassin’s Creed Nexus natürlich all die Spielelemente, die das eigentliche Gameplay der Serie auszeichnen und von denen bislang noch nicht die Rede war. Vor allem das Schleichen: Heimlich kundschaften wir die Patrouillenwege der Wachen aus, pirschen uns von hinten an sie an oder lenken sie vorher ab, indem wir etwa einfach einen Kelch vom Esstisch in die Hand nehmen und klirrend in die Ecke werfen. Sodann schalten wir sie unentdeckt mit der versteckten Klinge aus. Sehr cool: Diese wird ausgefahren, indem wir die typische Handbewegung als lässiges Schnalzen aus dem Handgelenk nachahmen.

Assassin's Creed: Nexus VR - Trailer zeigt wie sich das VR-Abenteuer spielt

Ubisoft hat einen offiziellen Gameplay-Trailer zum kommenden Assassin's Creed: Nexus VR veröffentlicht, der zeigt wie sich das VR-Spin-Off spielt.

Alternativ lässt sich mit Rauchbomben Verwirrung stiften, oder ihr setzt Gegner aus der Ferne mit Wurfpfeilen oder der Armbrust außer Gefecht, geht so aber das Risiko ein, dass ihre Kollegen auf eure Anwesenheit aufmerksam werden. Fliegt eure Deckung auf, kommt es zum Kampf mit dem Degen, bei dem ihr die Angriffe eurer Gegner parieren und das passende Zeitfenster zum Gegenschlag abpassen müsst. Auf den ersten Blick wirkt das Kampfsystem durchdacht, könnte sich aber am Ende wie so häufig durch albernes hektisches Fuchteln austricksen lassen.

Angeberwissen: 10 Dinge, die du noch nicht über die Assassin's-Creed-Saga wusstest

Auch grafisch macht Assassin’s Creed Nexus einen ordentlichen Eindruck, wenngleich die flüssige VR-Erfahrung ihre Kompromisse einfordert. Das Qualitätsniveau wird sich eher bei den originalen Ezio-Teilen einpendeln statt auf Augenhöhe mit den Next-Gen-Ausgaben Valhalla und Mirage. Für die Rolle einer Abstergo-Mitarbeiterin, die den Spieler in der Gegenwartsgeschichte als Missionsleiterin begleitet, konnte Ubisoft zudem Hollywood-Schauspielerin Morena Baccarin gewinnen, die unter anderem aus den Deadpool-Filmen, vor allem aber aus Genre-Serien bekannt ist, etwa als intergalaktische Escort-Dame in Firefly, Commissioner Gordons On-off-Freundin in Gotham oder als verführerische Alien-Anführerin in V: Die Besucher.

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