Test - Cherry XTRFY MX 10.1 Wireless : Test: Edle Low-Profile-Tastatur mit Stil und Klasse
- PC
Cherry hat sich längst vom reinen Schalterhersteller zur Komplettmarke entwickelt, mit XTRFY einen eigenen Gaming-Brand ins Leben gerufen und liefert regelmäßig starke Eingabegeräte für Enthusiasten. Mit der XTRFY MX 10.1 Wireless wagt man sich nun an eine besonders flache, drahtlose Volltastatur, die das Beste aus Design, Technik und Komfort vereinen soll. Der UVP von 199 Euro ist eine Ansage, die durch Präzision, Qualität und cleveren Features gerechtfertigt werden soll.
Die Cherry XTRFY MX 10.1 Wireless ist schon beim Auspacken ein echter Hingucker. Das flache Aluminiumgehäuse misst gerade einmal 27 Millimeter in der Höhe, wirkt aber massiv und stabil. Mit ihren 1.100 Gramm ist sie erstaunlich schwer, was ihr nicht nur eine hochwertige Haptik, sondern auch einen sicheren Stand auf dem Schreibtisch verleiht. Statt einfacher Füße setzt Cherry auf eine ausklappbare Leiste über die gesamte Breite, die die Tastatur anwinkelt. Ein simples, aber elegantes Detail.
Die Volltastatur ist kompakt gehalten, die Blöcke liegen eng beieinander, was Platz spart, aber ein wenig Eingewöhnung erfordert. Das Tippgefühl ist dafür herausragend: Unter der Haube arbeiten lineare Cherry MX Low Profile Red 2.0 Switches mit 1,2 Millimeter Auslöseweg und 42 cN Betätigungskraft. Das Resultat ist ein wunderbar geschmeidiger Anschlag, bei dem jeder Tastendruck satt, leise und präzise wirkt. Kein Klappern, kein Nachhall, kein Wabern, Cherry hat werkseitig geschmiert und exzellent gedämmt. Die Tastatur klingt edel und fühlt sich auch so an.
Technisch lässt sich Cherry ebenfalls nicht lumpen. Über Kabel schafft die MX 10.1 eine Polling-Rate von satten 8.000 Hz, im Wireless-Modus immerhin 4.000 Hz, ideal also für Gamer, die um jede Millisekunde Systemlatenz ringen. Die Verbindung lässt sich wahlweise per USB, 2,4-GHz-Dongle oder Bluetooth herstellen. Umschalten könnt ihr direkt über einen kleinen Kippschalter auf der Rückseite, wo sich auch der Wechsel zwischen Windows- und Mac-Betriebssystem befindet.
Ein echtes Highlight ist der drehbare Multifunktions-Knob in der rechten oberen Ecke. Er verfügt über eine angenehm feine Rasterung und daneben liegt ein gestochen scharfes Mini-Display, das aktuelle Einstellungen anzeigt. Darüber wechselt ihr blitzschnell zwischen Verbindungen, RGB-Modi, Profilen oder seht den Akkustand. Drei Profile sind direkt an Bord, was für den Alltag völlig ausreicht. Die Bedienung geht intuitiv von der Hand und zeigt, wie durchdacht Cherry das Interface gestaltet hat.
Klanglich und haptisch ist das MX 10.1 Wireless eine Wucht, doch in einem Punkt patzt Cherry etwas: Die PBT-Tastenkappen sind zwar robust, griffig und von bester Qualität, ihre Beschriftung ist allerdings nicht transparent. Das bedeutet, dass die RGB-Beleuchtung zwar unter den Tasten schimmert, die Zeichen selbst aber dunkel bleiben. In hellen Umgebungen ist das kein Problem, im Dunkeln allerdings ziemlich unpraktisch, oder zumindest gewöhnungsbedürftig.
Die Akkulaufzeit liegt bei rund 50 Stunden im Wireless-Betrieb bei deaktivierter Beleuchtung und 4.000 Hz Abfragerate, was für eine Tastatur dieser Leistungsklasse in Ordnung geht. Geladen wird bequem per USB-C-Kabel. Wer möchte, kann mit der Cherry-Utility-Software noch etwas Feintuning betreiben – etwa RGB-Effekte anpassen, Makros programmieren oder Tastenbelegungen ändern. Abgesehen davon bietet die Software allerdings keine tiefgreifenden Extras.
Greift zu, wenn...… ihr eine Premium-Tastatur mit tollem Tippgefühl und edler Verarbeitung sucht.
Spart es euch, wenn...… ihr oft im Dunkeln tippt und beleuchtete Beschriftungen für unverzichtbar haltet.



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