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Test - Dark Sector : Sam Fishers böser Bruder?

  • PC
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Dummerweise haben sich die Entwickler nicht die Mühe gemacht, dieses coole Feature originell ins Spielgeschehen zu integrieren. Es gibt zwar einige Rätsel. Diese sind aber so uninspiriert, dass sie kaum der Rede Wert sind. Das indirekte Treffen von Schaltern oder etwa das Entzünden der Klinge an einer Feuerstelle, um eine Barrikade niederzubrennen, sind schon das Höchste der Gefühle in puncto Knobeleien.

Dass die eigentlichen Kämpfe mehr Spaß machen, liegt allerdings nicht an der Kreativität von Digital Extremes: Anscheinend stand Gears of War auf dem Stundenplan der Designer, denn Dark Sector spielt sich sehr ähnlich. Wie Marcus Phoenix kann Hayden auf Knopfdruck geduckt rennen, hinter Hindernissen in Deckung gehen, sich an Mauerecken verbergen und so die Feinde aufs Korn nehmen, ohne selbst zu oft getroffen zu werden. Selbst die ordentliche Gegner-KI erinnert mit ihrem Deckungsschwerpunkt, Granatenwürfen und der eher geringen Menge an zeitgleich angreifenden Feinden an das offensichtliche Vorbild.  

Schön, aber langweilig

Die launigen Kämpfe funktionieren also überzeugend und fesseln sowohl Neulinge als auch erfahrene Spieler an den Bildschirm - dank des gelungen ansteigenden Schwierigkeitsgrads. Stück für Stück zieht die Action an und bringt euch neue Fähigkeiten, die wiederum für einen kleinen Motivationsschub zum Weiterzocken sorgen.

Denn leider kann das das sonstige Leveldesign nicht: Die geradlinigen Levels sind, wie so vieles andere auch, sehr uninspiriert ausgefallen. Gerade im letzten Drittel des Spiels hat man des Öfteren das Gefühl, die Entwickler hätten viele Kämpfe mit ständig nachrückenden Feinden künstlich in die Länge gezogen, damit das Spiel nicht zu schnell beendet ist. Wie schon erwähnt fehlt es dabei an wirklichen Höhepunkten oder interessanten Ideen. So hinterlässt der passable Umfang von etwa zwölf Stunden Spielzeit im Singleplayer-Modus einen schalen Nachgeschmack.

Während die Solo-Action von Hayden trotzdem einigermaßen zu unterhalten weiß, ist der Mehrspielermodus eine ganze Ecke schwächer ausgefallen. Die Entwickler wollten zwar ausnahmsweise etwas Originelleres als das typische Deathmatch-Einerlei servieren, überzeugend gelungen ist das aber nicht. In der PC-Version bekommen Mehrspielerfreunde trotzdem die doppelte Menge an Modi spendiert, nämlich zwei. Bei „Infektion" schlüpft einer der Spieler in die Haut von Held Hayden, ausgestattet mit voller Kraft, allen Upgrades und Energien. Die restlichen Spieler spawnen immer wieder als Soldaten, bis Hayden besiegt ist.

Der Modus „Epidemie" ist in etwa die gleiche Variante, nur eben teambasiert. Die Spieleranzahl wurde hier im Gegensatz zu den Versionen für die Konsole auf bis zu 32 mächtig aufgebohrt. Das ist spaßig ... solange man als Hayden spielt. Darüber hinaus nervt die hohe Lernkurve im Mehrspieler-Part - so wird es noch schwieriger, brauchbare Mitspieler zu finden. Entsprechend macht sich bald Langeweile breit.

Langweilig ist auch die Grafik. Die eigens entwickelte Engine erinnert frappierend an die Unreal-Engine 3 und der Look sieht aus wie von Gears of War oder Unreal Tournament 3.  Das Problem: Was nützen die besten Effekte, die detailreichsten Abschnitte und die aufwendigsten Texturen, wenn das gesamte visuelle Design dermaßen langweilig ausfällt? Die Grafiker haben fleißig versucht, optisch Gears of War zu kopieren. Das alles klingt monoton und sieht auch so aus, zumal es den Designern schwer gefallen ist, atmosphärisch mit dem Vorbild mitzuhalten. Dafür sind die Schatteneffekte wirklich gelungen. Weniger schön und ziemlich penetrant ist der Effekt der Tiefenunschärfe bei größerer Weitsicht. Diese Mankos kann man auch nicht mit überzogener Brutalität wettmachen. Hinzu kommt, dass die Qualität der einzelnen Abschnitte stark schwankt.

Ähnliches beim Sound: Die Surround-Abmischung ist toll und die Soundeffekte sind eines Actionspiels würdig, die Musikuntermalung ist aber eher unoriginell ausgefallen, sodass man sie bald gar nicht mehr wahrnimmt. Selbst die deutschen Sprecher klingen professionell, aber viel zu gelangweilt. Von den widerlichen Schreien getöteter Feinde bekommt man übrigens Albträume.

Fazit

von Christian Schmitz
Ich hatte so meine Zweifel, als ich vor kurzer Zeit über die verspätete Umsetzung für den PC hörte. Keine Frage, die PS3-Version hat mir vor einem Jahr viel Spaß gemacht, obwohl ich nach den ganzen Ankündigungen und Verschiebungen ein gänzlich anderes Spiel erwartet habe. Da Dark Sector letztendlich ein gelungener Action-Titel mit viel Gewalt und wenig Story ist, können sich Anhänger des Genres das Spiel gerne zulegen.

Überblick

Pro

  • teils beeindruckende Grafik
  • überwiegend unterhaltsame Action
  • gelungene Steuerung
  • recht lange Missionen
  • Glaive als Waffe
  • aufgepeppter Mehrspielermodus

Contra

  • unoriginelles visuelles Design
  • vernachlässigte Story
  • langweiliges Leveldesign
  • penetranter Tiefenunschärfe-Effekt

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