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Test - Das Schwarze Auge: Satinavs Ketten & Memoria : Fantasy-Meisterwerk endlich für PS4, PS5, Xbox und Switch

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Greift zu, wenn...

… ihr Freude an einer spannenden Fantasy-Geschichte vor prächtiger, handgemachter Grafik und entschleunigtem Rätsellösen habt.

Spart es euch, wenn...

… ihr Das Schwarze Auge und Fantasy mit Rollenspiel-Party, Charakterwerten und Kampfsystem gleichsetzt.

Fazit

Matthias Grimm - Portraitvon Matthias Grimm
Endlich für Konsolen: das beste Fantasy-Adventure des letzten Jahrzehnts und sein gelungener, wenngleich nicht makelloser Vorgänger

Das Schwarze Auge: Satinavs Ketten und Memoria erschienen zu einer Zeit, als sich Entwickler Daedalic zwischen Edna & Harvey, Whispered World und den Deponia-Spielen auf dem Höhepunkt seines Adventure-Schaffens befand und dem Genre nach seiner goldenen Ära Anfang der 90er fast im Alleingang zu einer zweiten Blüte verhalf. Mit den beiden DSA-Spielen stellten die Hamburger eindrucksvoll unter Beweis, dass sie nicht nur feingeistigen Humor, herzergreifende Niedlichkeit und nahezu perfektes Rätseldesign können, sondern auch einfach richtig gute Geschichtenerzähler sind. Vor allem der zweite Teil Memoria schwingt sich zum düster-mitreißenden Fantasy-Epos auf und verhält sich dadurch im Vergleich zu seinem noch etwas naiv-märchenhaften Vorgänger Satinavs Ketten wie der Herr der Ringe zum Hobbit.

Memoria fesselt von der ersten Sekunde an mit einer Geschichte, die ihre Rätsel und Geheimnisse unvergleichlich geschickt wie Brotkrumen ausstreut und damit den Spieler beinahe schon hypnotisch anlockt, sie zu enthüllen. Es versetzt in einen ständigen Zustand der brennenden Neugier, die stets nur insoweit gestillt wird, wie mit jeder beantworteten Frage zwei neue aufgeworfen werden. Dabei verfolgt Memoria ein konstantes Bemühen im Rätsel-Design um Originalität, unterwirft sich nicht allein dem Diktat des Inventarinhalts, sondern dem von Logik, Fantasie und Zauberei. Sogar der linearen Spielweise mit punktuell hermetischem Bewegungsradius und Bastelstunden-Charme gelingt das Kunststück, ihre Schwächen im ersten Teil gar ins Gegenteil zu verkehren, indem sie Gelegenheit gibt, die Gemütslagen und Beweggründe der Charaktere zu erkunden.

Der direkte Vorgänger Satinavs Ketten, der fürs Verständnis der Geschichte zwar äußerst empfehlenswert, aber nicht zwingend notwendig ist, saß hingegen noch etwas unentschlossen zwischen den Stühlen. Sein geradliniger Aufbau schleift den Spieler durch eine Geschichte, die märchenhaft und kindisch beginnt und düster und episch endet, ohne ihm Raum zum Erkunden, der Story ausreichend Zeit zum Entfalten und den Charakteren Persönlichkeit zu geben. Stattdessen wird er von einem Puzzle-Sandkasten zum nächsten gehetzt, als wolle man lediglich Eindrücke fürs Fotoalbum sammeln, aber nichts nebenbei erleben. Erst in der Mitte steigert sich das Spiel in jederlei Hinsicht, sodass im Rückblick selbst der holprige Start noch als Anlauf für den großen Endspurt durchgeht.

Den Komfort der Controller-Steuerung bekommt Daedalic seit den noch etwas holprigen Anfängen mit Deponia und Die Säulen der Erde mit jeder neuen Konsolen-Portierung ein Stückchen besser hin. Vor allem aber die prunkvollen Hintergrundgrafiken im malerischen Artbook-Stil gehören zum künstlerisch Eindrucksvollsten, das Daedalic je hervorgebracht hat, und wirken selbst fast zehn Jahre nach der Erstveröffentlichung dank der heute üblichen Großbild-Fernseher sogar noch deutlich prächtiger als auf den verhältnismäßig kleinen PC-Monitoren, auf denen man das Spiel seinerzeit spielte. Sagenhaft!

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Überblick

Pro

  • unvergleichlich clever und spannend erzählte Fantasy-Story (v.a. Memoria)
  • prachtvolle Grafik im Artwork-Stil
  • originelle Rätsel abseits des reinen Item-Kombinierens
  • ordentlicher Umfang mit jeweils ca. 20 Stunden Spielzeit
  • Soundtrack zwischen mittelalterlichen Klängen und Fantasy-Bombast
  • gelungene Vertonung in gewohnter Daedalic-Qualität

Contra

  • Satinavs Ketten: unentschlossen zwischen kindlichem Märchen und düsterer Fantasy
  • lineare Erzählweise lässt zu wenig Raum zur Entfaltung (v.a. Satinavs Ketten)
  • Rätseldesign mit Bastelstunden-Flair (Satinavs Ketten) und gelegentlich übertriebenem Hang zur Originalität

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