Test - DX Racer Martian (Pro) : Test: Ab auf den elektrischen Gaming-Stuhl
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Gaming-Stühle sind längst mehr als nur Sitzgelegenheiten für Spieler. DX Racer zeigt mit dem Martian, wie viel Luxus sich unter Hintern und Rücken verbergen kann. Für 599 Euro Einführungspreis bietet das bereits erhältliche Basismodell ungewöhnliche Features und das teurere Pro-Modell, das im Dezember folgen soll, kann sogar noch mehr. Wir haben ausprobiert, wie sich der Stuhl in der Praxis schlägt, ob die elektrisch verstellbaren Funktionen den Aufpreis wert sind und wo das System noch kleine Schwächen zeigt.
Bereits beim Auspacken vermittelt der Martian einen Eindruck von Stabilität und Größe. Mit seinem Stahlrahmen und den Kaltschaumpolstern bringt er ordentlich Gewicht mit und wirkt ziemlich wuchtig. Die Montage ist grundsätzlich einfach und notfalls auch allein machbar. Zwei Personen erleichtern den Aufbau jedoch erheblich, da der Stuhl schwer und voluminös ist. Werkzeuge liegen bei, die Anleitung ist verständlich, ein Online-Montagevideo hilft bei kniffligen Stellen.
Zunächst werden die fünf 60-mm-Rollen ins Alukreuz eingesetzt, danach folgt die Montage der Klasse-4-Gasdruckfeder. Die Anbringung der Mechanik bereitete uns kurzzeitig Schwierigkeiten, da der Rahmen durch den Transport leicht verzogen war, ließ sich aber mit etwas Nachdruck problemlos korrigieren. Anschließend werden Lehne und Sitz miteinander verbunden, was dank der passgenauen Konstruktion relativ unkompliziert vonstattengeht, zu zweit jedoch deutlich einfacher ist. Danach kommt der Akku in seinen Platz, die Verkabelung erfolgt übersichtlich dank nummerierter Schilder, und abschließend werden die Seitenteile fixiert, sodass der Stuhl einsatzbereit ist.
Die Kaltschaumpolsterung ist recht fest, aber komfortabel, der EPU-Kunstlederbezug fühlt sich hochwertig an und die 4D-Armlehnen lassen sich in Höhe, Drehung, Vor- und Zurückposition präzise einstellen. Praktisch: Dank Magnetbefestigung lassen sich die Armlehnen bei Bedarf austauschen.
Die magnetische Kopfstütze bietet flexible Positionierung, die elektrisch steuerbare Rückenlehne fährt stufenlos zwischen 90 und 135 Grad, und die 15-Grad-Wippfunktion kann im Widerstand angepasst werden. Wer besonders viel Wert auf ergonomische Präzision legt, wird von der Lordosenstütze begeistert sein. Zwei integrierte Luftpolster lassen sich in Höhe, Tiefe und Intensität über ein kleines Bedienelement exakt und ebenfalls elektrisch justieren. Das funktioniert hervorragend und durch das Aufblasen der Polster bekommt ihr ein gutes Gefühl dafür, welche Einstellung für euch die richtige ist.
Der Stuhl verfügt über einen 5.000-mAh-Akku, der die elektrischen Funktionen versorgt. Abhängig von Nutzung und Intensität hält dieser laut Hersteller bis zu 360 Stunden, die Ladezeit beträgt drei bis vier Stunden. Fürs Nachladen per Netzteil verfügt der Stuhl an der Rückseite über einen Anschluss, der Akku kann aber auch entnommen und separat ans Netzteil gehängt werden. Leider nutzt DX Racer hierfür einen Rundstecker, USB-C wäre moderner und universeller gewesen. Etwas nachteilig ist, dass die elektrischen Verstellmöglichkeiten komplett wegfallen, wenn der Akku mal leer ist.
Während das Basismodell lediglich über elektrische Verstellung der Rückenlehne und der Lordosenstütze umfasst, gibt es beim teureren Pro-Modell auch noch Sitzheizung, Kühlung und sogar eine Massagefunktion. Die Heizung in drei Stufen ist angenehm warm, die Lüftung kühlt moderat, kann aber keine Klimaanlage ersetzen. Die Massagefunktion arbeitet über zwei Reihen mit je vier Elementen und bietet sechs verschiedene Muster, jeweils zehn Minuten lang. Intensität und Wirksamkeit sind angenehm dezent, ideal, um Rücken und Lendenbereich bei langen Gaming- oder Arbeitssessions zu lockern. Zwar ersetzt sie keinen professionellen Massagesessel, bietet aber echten Komfort.
Optisch überzeugt der Martian durch aufgeräumtes Design und saubere Integration der elektrischen Funktionen. Die Mechanik wirkt stabil und gut durchdacht. Die Verarbeitung insgesamt wirkt hochwertig, das Kunstleder sauber vernäht, die Polster geben nicht nach und vermitteln ein solides, langlebiges Gefühl. Der Stuhl wirkt massiv, ohne klobig oder unbequem zu sein, und die Qualität vermittelt den Eindruck eines Produktes, das auf lange Lebensdauer ausgelegt ist.
Im Alltag glänzt der Martian durch seine Vielseitigkeit. Die elektrisch einstellbaren Features ermöglichen eine individuelle Anpassung für verschiedene Nutzergrößen, Körperformen und Vorlieben. Die magnetische Kopfstütze und die 4D-Armlehnen lassen sich schnell anpassen, die Rückenlehne elektrisch neigen. Wer zwischen Arbeiten am PC, Gaming auf Konsole oder längeren Pausen wechselt, kann die ideale Sitzposition schnell und ohne großen Aufwand einstellen. Die zusätzlichen Komfortfunktionen tragen dazu bei, dass man auch bei langen Sessions nicht ermüdet.
Die ergonomische Grundkonzeption gepaart mit den Luxusfeatures macht den Martian besonders für Menschen interessant, die viel Zeit am Schreibtisch verbringen. Der Stuhl ist bis 195 cm Körpergröße und 135 kg ausgelegt, kleinere Größen und Stoffvarianten sind aktuell noch nicht verfügbar. Die Sitzfläche ist angenehm breit und erlaubt es durchaus, auch mal im Schneidersitz zu hocken. Wer sich für das Pro-Modell interessiert, muss aktuell noch warten, die zusätzlichen Features wie Heizung, Lüftung und Massagefunktion erscheinen hierzulande voraussichtlich erst im Dezember.
Greift zu, wenn...… ihr maximale Anpassbarkeit, elektrische Lordosenstütze und optionale Komfortfunktionen sucht und bereit seid, einiges an Geld dafür zu investieren.
Spart es euch, wenn...… ihr auf elektrische Funktionen verzichten könnt oder keinen Platz für ein schweres, wuchtiges Modell habt.


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