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Preview - Fußball Manager 10 : Die Wahrheit liegt auf dem Platz

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Eine andere Neuerung ist die Arbeit mit der 2. Mannschaft. Bisher folgte der Fußball Manager dem Ganz-oder-gar-nicht-Prinzip. Wer also wegen Verletzungssorgen einen Spieler aus der 2. Mannschaft hochgezogen hat, der musste diesen auch die Saison über in seinem Kader behalten. Schob man diesen dann wieder in die heimische 2. Mannschaft ab, folgte ein moralisches Tief. Hier wurde Abhilfe geschaffen, denn man kann den Spieler nun zeitlich beschränkt in das Profiteam hochziehen - diesmal sogar mit Moralgewinn. Ist ein Spieler ganz abgeschrieben und schafft er es nicht mal mehr in die 2. Mannschaft, kann er jetzt endlich anderen Vereinen angeboten werden - gegnerische Vereine sind nun deutlich verhandlungsbereiter als bei den vorherigen Fußball-Manager-Spielen.

Es war ein wunderschöner Augenblick, als der Bundestrainer sagte: „Komm, Stefan, zieh deine Sachen aus, jetzt geht's los." (Steffen Freund)

Vor allem im 3D-Modus hat sich so einiges getan. Denn endlich sieht man auch mal das eigene Trainer-Ego am Spielfeldrand stehen. Bei vergebenen Großchancen wird geflucht und bei einem Rückstand werden die Spieler nach vorne gepeitscht. Als besondere Funktion gibt es sogar noch die Egoperspektive, mit der man die Kamera so umschalten kann, als würde man das Spiel von der Trainerbank aus beobachten - unübersichtlich, aber Trainer-Feeling pur. Der Fußball Manager 10 nutzt selbstverständlich wieder die FIFA-09-Engine, die allerdings noch mal etwas überarbeitet worden ist und nun hübscher als beim Vorgänger aussieht.

Da man als Trainer immer stark mit seiner Mannschaft leidet und die Spieler ohnehin nie wirklich das tun, was man vorher ausführlich gepredigt hat, hat EA den heiligen Gral der Trainerfähigkeiten integriert: das aktive Hineinrufen. Ihr habt knapp ein Dutzend Anweisungen, die ihr im Spiel an die Spieler weitergeben könnt. Doch aufgepasst: Wer diese zu häufig nutzt, der strapaziert die Geduld des Schiedsrichters und wird auf die Tribüne verbannt. Von hier aus hat man dann keinerlei Zugriff mehr auf die Mannschaft. Man kann weder wechseln noch die taktische Marschroute verändern - ein kalkulierbares Risiko.

Wir verwiesen vorhin schon auf die vielen Vereinfachungen, die der Fußball Manager 10 mit sich bringt. Wird die eigene Mannschaft von einem absoluten Nobody abgeschossen und ein unbekannter Jungstar macht zwei Tore gegen uns? Einfach im 3D-Modus auf den gegnerischen Spieler klicken, den Notizblock öffnen und den Spieler scouten lassen - so schnell, so einfach.

Fußball ist ein Spiel, bei dem 22 Mann einem Ball hinterherlaufen, und am Ende gewinnt immer Deutschland. (Gary Lineker)

Anno 2009 ist es selten, dass man alleine an seinem PC spielt. Also muss endlich ein Mehrspielermodus für den FM10 her. Zwar können hier keine 22 Mann gegeneinander antreten, aber bis zu 8 deutsche Bundestrainer dürfen ihre Mannschaft an die Spitze bringen. EA hat hier besonderen Wert darauf gelegt, dass sich der Mehrspielermodus prägnant vom Offline-Spiel unterscheidet. Die Menüs wirken zu Beginn deutlich karger und die Funktionen sehr abgespeckt. Was aber anfangs noch etwas befremdlich und abschreckend scheint, entpuppt sich schnell als simpler, aber spannender Mehrspielermodus, der so konzipiert ist, dass man auch mal zwei Saisons an einem Abend durchspielen kann.

Dies liegt vor allem auch daran, dass jeder Spieler ein zeitliches Limit bei seinem Zug hat. Wer am schnellsten fertig ist, bekommt einen Bonus und der Wochenschnellste erhält zusätzliches Budget. Bei Spielertransfers verhält es sich in etwa wie in einem Auktionshaus - wettbieten ist angesagt, was allerdings überraschend viel Spaß macht. Zudem ist ein permanentes Chat-Fenster zugegen, in dem man seine Konkurrenz mit Flüchen eindecken darf - so muss das sein. Die Spiele lassen sich dann leider nur im Textmodus beobachten, was allerdings kein Manko ist, sondern für die Vereinfachung des Mehrspielermodus spricht.

Fazit

von Sven Siemen
Fußball-Manager haben in Deutschland eine lange Tradition. Sei es der Bundesliga Manager oder die Anstoss-Serie. Mit Gerald Köhler hat EA allerdings einen Lead-Designer, der über die nötige Erfahrung verfügt, damit der Fußball Manager 10 erneut ein Highlight für jeden Fußball-Fan wird. Die neuen Funktionen und vor allem die Vereinfachung zahlreicher Arbeitsschritte können überzeugen und werden die Fans himmelhoch jauchzen lassen. Vor allem aber die Interaktivität im 3D-Modus macht eine Mordslaune und funktioniert überraschend gut. Ein kleines Fragezeichen steht noch hinter dem Online-Modus, der zwar bisher ambitioniert wirkt, aber sich letztendlich noch beweisen muss. Die deutsche Manager-Meisterschaftsschale 2009 darf schon jetzt von EA gestreichelt werden.

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