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Test - Halo: The Master Chief Collection : Die ultimative Sammlung

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343 Industries’ Halo 4 fühlt sich zwar viel moderner an und bietet unserer Meinung nach das beste Sound- und Art-Design, wirkt durch den spürbaren Call-of-Duty-Battlefield-Einfluss aber in den Augen vieler Fans umso beliebiger. Ein spaßiger Shooter, nicht unbedingt ein grandioses Halo. Zumal die Geschichte den anderen Teilen arg hinterherhinkt. Dass ODST und Halo Wars im Paket fehlen, ist verschmerzbar. Reach wäre allerdings sehr nett gewesen, doch spätestens dann hätte man sich schließlich einen anderen Namen für die Sammlung überlegen müssen. KI-Schnitzer und andere Schwächen von damals bleiben leider bestehen.

Aufmerksamkeitsgeil: Halo 2

Der unbestreitbare Höhepunkt der Master Chief Collection ist natürlich Halo 2. Passend zum zehnjährigen Geburtstag des Titels erfuhr er von 343 Industries dieselbe Remastered-Schönheitskur wie einst Combat Evolved. Soll heißen: Sowohl die Kampagnenmissionen als auch Multiplayer-Karten wurden in audiovisueller Hinsicht komplett überarbeitet. Man kommt allerdings nicht umhin, sich zu fragen, ob der Titel in nahezu identischer Qualität so nicht auch auf der Xbox 360 laufen würde.

Gameswelt LIVE vom 04.11.2014 - Kuro und Chris zocken die Halo: The Master Chief Collection
Kuro und Chris zocken die Halo: The Master Chief Collection.

Nichtsdestotrotz verdichten die Änderungen die Atmosphäre drastisch, insbesondere Beleuchtung, Wasser, Hintergründe sowie die wuchtigeren Waffengeräusche (der Scorpion-Panzer wurde offensichtlich leider vergessen) und vermehrt auftretenden Hintergrundmusikstücke. Im Gegenzug erwarten euch zwar schärfere und detailliertere, nach aktuellen Maßstäben aber oft auch enttäuschende Texturen, zum Beispiel platte Geröllhaufen.

Im Gegensatz zu Halo: Combat Evolved, wo Grafik und Sound unabhängig voneinander auf den neuen Stand gebracht werden können, sind sie beim zweiten Teil aneinander gekoppelt. Per Tastendruck lässt sich jederzeit wunderbar flüssig zwischen der Xbox-One- und der alten Xbox-Version umschalten. Absolutes Glanzstück sind aber die neuen Zwischensequenzen der Blur Studios, die nicht nur aufgrund der grafischen Qualität begeistern, sondern auch cineastischere Kameraperspektiven und völlig neue Elemente – oft bezaubernde Explosionen – auffahren.

Die Master Chief Collection auf der Xbox One bietet eine native Auflösung von 1080p und oft butterweiche 60 Bilder pro Sekunde – für alle Missionen und den Multiplayer-Modus. Einzige Ausnahme: Halo 2 Anniversary läuft in der Kampagne „nur“ mit 1328 x 1080 Bildpunkten, ab und an stottert die Engine. Das fällt im großen Ganzen jedoch kaum ins Gewicht.

Eine wahre Mehrspieler-Plasmagranate!

Mit über hundert Karten und der Möglichkeit, alle Singleplayer-Missionen auch kooperativ zu bewältigen, sorgt diese Sammlung für unzählige Stunden Multiplayer-Spaß. Neben den sieben neu gestalteten Maps aus Halo 2 (Lockout, Headlong, Burial Mounds, Ascension, Colossus, Midship und Ivory Tower) können alle anderen Karten im Online-Spiel verwendet werden – endlich auch die aus Combat Evolved mit alter Warthog-Rammspaßphysik! Die Forge ist in Teilen wieder verfügbar, der Spartan-Ops-Modus aus dem vierten Teil soll Mitte Dezember 2014 via Patch nachgereicht werden.

Die Playlists können so eingestellt werden, dass man zwischen den Maps der verschiedenen Teile wechselt – was zwar für leichte Irritationen sorgen kann, da sich das Spielverhalten leicht ändert, aber umso mehr unterstreicht, was für eine Entwicklung die Reihe hinter sich gebracht hat. Noch immer stellt Halo mit seiner eher langsamen und sehr taktischen Spielweise einen angenehmen Kontrast zu den Titanfalls und Call of Dutys dieser Welt dar. Während unserer Testsitzung lief der Multiplayer absolut flüssig. Die zahlreichen Modi und Einstellungsmöglichkeiten garantieren die nötige Langzeitmotivation.

Fazit

Robert Buch - Portraitvon Robert Buch
Preis-Leistung unschlagbar, Inhalt mittlerweile Geschmackssache

Die Master Chief Collection ermöglicht es Hardcore-Fans und Serieneinsteigern gleichermaßen, in die Abenteuer von Spartan 117 einzutauchen, um sich auf Halo 5: Guardians vorzubereiten. Während Erstere wohl hauptsächlich in Erinnerungen schwelgen wollen, stoßen Letztere vermutlich auf einige mittlerweile Genre-untypische Stolpersteine: Halo ist langsamer als andere Shooter, die (deutsche) Synchronisation der früheren Ableger lässt nach heutigen Maßstäben etwas zu wünschen übrig und diverse spielerische Schwächen wurden im Zuge des Remasterns nicht behoben. Dennoch, es bleibt ein pralles Paket übrig, das neben vielen Singleplayer-Inhalten einen absolut grandiosen Multiplayer-Anteil enthält, der nicht nur auf der Xbox One, sondern konsolengenerationenübergreifend Maßstäbe setzt. Die unzähligen Einstellungsmöglichkeiten garantieren bis zum Release des fünften Teils und darüber hinaus eine ganze Menge Spaß.

Überblick

Pro

  • unverschämt umfangreich
  • viele Einstellungsmöglichkeiten
  • taktisches Shooter-Gameplay auf höheren Schwierigkeitsgraden
  • durchdachtes Sci-Fi-Universum
  • meistens 1080p-Auflösung, meistens 60 Bilder pro Sekunde
  • zahlreiche Extras
  • Umfang und Spielspaß des Multiplayers absolut top

Contra

  • KI-Schnitzer (vor allem die der eigenen Marines)
  • sich wiederholende Levelstrukturen
  • teils schwache Texturen, auch bei den Remakes
  • teils wirre Vermittlung der Geschichte
  • Gameplay mittlerweile etwas altbacken
  • nicht das komplette Halo-Erlebnis

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