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Preview - Left 4 Dead 2 : Zombie-Ragout v1.5

  • PC
  • X360
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Alte und neue Feindbilder

Wieso soll man etwas verändern, das nicht kaputt ist und das funktioniert? Getreu dem Motto „Never change a limping zombie team" lässt Valve das aus dem Vorgänger bekannte Untoten-Ensemble herrlich animiert ins Bild stolpern. Neben den Standardexemplaren, die sich durch kleine Gassen und über Baugerüste zwängen, warten wieder Hunter, Smoker, Boomer, Tank und Co. auf ihren Einsatz. Wenn der Smoker die lange Zunge ausfährt und sein Opfer wie einen Wurm am Haken baumeln lässt, dann kommt besonders im Versus-Modus eine diebische Schadenfreude auf. Und wenn man als Boomer mitten in die Viererbande prescht und allesamt mit der ekelhaften Gallenflüssigkeit besudelt, dann ist man richtig stolz auf den Dickwanst sowie seine vor sich hinrottenden Schergen, die anstürmen und Punkte sammeln.

Schade ist, dass Überraschungsmomenten damit ein kleiner Riegel vorgeschoben wird. Es ist ja nicht so, dass die Feindbilder unspektakulär wären oder dass die Ballerei weniger Spaß machen würde. Aber in der spielbaren Demo war gerade mal eine neue Infiziertenklasse zu sehen: Der Charger, einem Tank nicht unähnlich, der auf die Gruppe zustürmt, sie aufreibt, sich einen rauspickt und ihn so lange auf den Boden donnert, bis der letzte Lebensfunke entweder seinem Körper oder dem des Opfers entwichen ist. Besonders wenn das im Hintergrund werkelnde AI-Director-System auf einer Brücke einen Charger ins Geschehen wirft, ist äußerste Vorsicht geboten, denn der zornige Hüne schleudert euch schneller in den Tod, als man ihm Kugeln in den speckigen Nacken brennen kann.

Valve verspricht zwar hoch und heilig, dass es neben ihm noch zwei weitere neue Klassen geben wird, die ließen sich in der spielbaren Demo allerdings nicht blicken. Warum eigentlich nicht? Damit hätte man gleich im Vorfeld den Vorwurf, ein Left 4 Dead 1.5 zu servieren, abschwächen und allen anwesenden Kollegen diesen Gesichtsausdruck à la „Okay, ist ja ganz spaßig, aber irgendwas fehlt da" ersparen können.

Mit Hirn, Charme und Kanone

So blieb uns nichts weiter übrig, als durch die zwielichtige Kulisse zu streifen und die wenigen neuen Waffen auszuprobieren. Nicht nur, dass vollautomatische Schrotflinte, Pistole, Sniper-Rifle und Co. neue Skins spendiert bekommen, dass die Maschinenpistole um einen (sich nicht aufs Spielgeschehen auswirkenden) Schalldämpfer erweitert wurde und die Handfeuerwaffe jetzt über begrenzte Munition verfügt - für den Fall der Fälle wird euch jetzt auch ein feines, aber überschaubares Arsenal für den Nahkampf kredenzt.

Mit der Axt richtet man ein blutrotes Zombieragout an, die Bratpfanne zertrümmert den Monstern den Schädel und wenn alle Stricke reißen, greift man zur Kettensäge und fräst sich wie in Dead Rising durch die gammelnden Horden. Aber auch hier enttäuschte Valve in London, denn außer der Pfanne gab es keine neuen Geräte zu sehen. Immerhin soll die Axt als messerscharfer Joker gegen die Witch fungieren, da man sie mit einem Hieb gezielt ausschalten kann, statt mit der Sniper-Rifle den Kopf ins Visier zu nehmen. Und natürlich laden Molotow-Cocktail sowie Rohrbombe wieder zur fröhlich morbiden Massenschlachterei ein.

Welche neuen Modi haben die Entwickler neben dem Koop-, Survival- und Versus-Modus in der Hinterhand? Genau einen. Welcher das ist und was man dort genau zu tun hat, wollten Doug Lombardi und seine Kollegen natürlich nicht verraten. Die Vorfreude darauf wäre auch zu schön gewesen.

Fazit

von Sebastian Thor
Hey Valve, es ist ja nicht so, dass Left 4 Dead 2 keinen Spaß machen würde. Im Gegenteil: Wenn Zombieköpfe wie Melonen platzen, wenn ein humpelndes Dutzend von einer Rohrbombe gefressen wird und man sich auf leisen Sohlen an einer ohrenbetäubend schluchzenden Witch vorbeizwängt, dann spürt man dieses alte Kribbeln. Dann macht der zweite Teil genauso viel Spaß wie der erste. Mit dem faden Beigeschmack, dass es keine großen spielmechanischen Verbesserungen geben wird. Irgendwie vermisst man zwischen Bratpfanne und Kettensäge, zwischen Charger und Tageslicht echte Neuerungen, die den Geruch eines Left 4 Dead 1.5 verwehen lassen würden. Dass es fünf neue Kampagnen gibt, ist gut. Dass sie mit jeweils eigenen Intros die filmischen Reize stärker als im Vorgänger ausspielen wollen, ist noch besser. Und dass die Kulisse diesmal auch hellere Facetten zeigt, macht neugierig auf die restlichen Kampagnen. Aber all das hätte man auch auf der DLC-Schiene in die heimischen Konsolen speisen können; all das fühlt sich nicht so frisch und unverbraucht an, wie man es von einem Nachfolger erwartet. Vielleicht reißt der bislang nicht enthüllte Modus das Ruder ja noch rum, vielleicht erfordern die neuen Feindbilder einen taktischen und gruppenmechanischen Umschwung, der dem Spiel richtig guttun würde. Nach der Stunde in London bleibt unterm Strich jedenfalls ein guter Eindruck zurück. Hoffentlich kann Valve noch nachlegen.

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