Preview - Morbid Metal : Angespielt: Das deutsche Hack-and-Slay von Ubisoft könnte ganz oben mitspielen
- PC
Die Eckdaten von Morbid Metal sorgen entweder für hoffnungsvolle Vorfreude oder besorgt hochgezogene Augenbrauen. Das Roguelite-Hack-and-Slay aus deutschen Landen wird nämlich von einer einzelnen Person entwickelt. Felix Schade stapelt aber keinesfalls niedrig. Vielmehr nutzt er den Kniff prozedural generierter Levels und spart sich an dieser Stelle Arbeit, um ein ausgefeiltes Kampfsystem samt eines interessanten Kniffs zu liefern. Die erste Demo verspricht launige Action.
Eigentlich läuft Morbid Metal relativ simpel ab: In der kühlen Hülle eines Roboters rennt ihr durch eine postapokalyptische Welt und kloppt dabei alles vom Bildschirm, was sich euch in den Weg stellt. Dabei greift ihr auf diverse Movesets und Spezialangriffe zurück und müsst euch dynamisch an die Situation anpassen, denn kein Run ist wie der andere: In typischer Roguelite-Tradition würfelt das Spiel die Welt aus diversen Versatzstücken neu zusammen. Doch da gibt es noch einen ganz besonderen Kniff.
Fliegender Wechsel
Morbid Metal stellt euch nicht einfach einen Charakter mit fixem Moveset zur Verfügung, stattdessen gibt es unterschiedliche Klassen mit jeweils eigenen Stärken und Schwächen. Das mag an sich nichts Besonderes sein, ihr dürft aber jederzeit zwischen ihnen wechseln – also wirklich, auch mitten im Kampf schaltet ihr mit dem Steuerkreuz hin und her, was enorm dynamische Auseinandersetzungen ermöglicht.
Im Fall der kurzen Demo standen ein flottes Modell samt Katana zur Verfügung, ergänzt von einer eher behäbigen Blechdose, die mit ihrer riesigen Cyberaxt aber ordentlich Schaden verteilt. Ihre jeweiligen Skills lassen sie schnell auf Gegner zustürmen, verursachen verheerende Flächenangriffe oder schleudern alle in der Nähe befindlichen Feinde in die Luft.
Die Fähigkeiten stehen nach einer Cooldown-Phase wieder zur Verfügung, selbiges gilt für die ultimativen Angriffe der Gestaltwandler-Roboter. Mit diesen räumt ihr selbst Bosse in Sekundenschnelle vom Bildschirm. Das Tempo von Morbild Metal orientiert sich merklich an schnelleren Genre-Vertretern wie Devil May Cry.
Durch das ständige Wechseln zwischen den Charakteren kommt einiges an Hektik ins Spiel, aber clevere HUD-Elemente zeigen euch zuverlässig an, wessen Skills gerade aufgeladen sind. In meinen Runs mit Morbid Metal gewöhnte ich mich schnell an das System, mir standen aber auch nur zwei Klassen zur Verfügung – bei einem vollen Set von vier Figuren dürfte das Geschehen noch etwas mehr Einarbeitung verlangen.
Während die Kämpfe selbst sich gut und wuchtig anfühlen und dank der präzisen Steuerung auch schnell erste Erfolgserlebnisse liefern, scheitert die Kamera oftmals spektakulär. Das Lock-on auf Feinde springt nicht immer sauber um und nicht selten manövrierte sich das Bild hinter einen Felsen. Hier besteht noch Besserungsbedarf, um unnötigen Frust zu vermeiden.
Alles dem Zufall überlassen
Natürlich dürfte sich Morbid Metal nicht auf die Fahne schreiben, ein Roguelite zu sein, ohne entsprechende Elemente aufzufahren. Neben den zufallsgenerierten Umgebungen erwartet euch nach jedem Kampf eine Auswahl an Upgrades, die euch den aktuellen Run versüßen. Ihr regeneriert Leben durch ausgeteilte Treffer, verstärkt Kombos und Angriffe. Die Effekte überraschen nicht, bieten aber zumindest soliden Standard.
Interessant wird zu sehen, welche dauerhaften Upgrades sich der Entwickler noch einfallen lässt. Denn auch wenn Roguelites vor allem davon leben, dass ihr mit jedem Anlauf eure Fähigkeiten schärft, gehört ein gewisses Gefühl der Progression durchaus zum Erlebnis. Die Charakterauswahl erschöpft sich irgendwann und entsprechend braucht es regelmäßige Freischaltungen, um die Spieler und Spielerinnen bei Laune zu halten.


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