Preview - New Arc Line : Angespielt: Bioshock, bist du das?
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An Rollenspiel-Highlights hat es in diesem Jahr definitiv nicht gemangelt. Meisterwerke wie Final Fantasy 7: Rebirth und Dragon Age: The Veilguard haben eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass diesem beliebten Genre noch lange nicht die Puste ausgeht. Auch für das nächste Jahr stehen einige vielversprechende Titel auf dem Programm. Einer davon ist definitiv das cRPG New Arc Line, das kürzlich im Early Access an den Start gegangen ist. Wir haben uns sofort in die Steampunk-Welt gestürzt und kommen mit einigen überraschenden Erkenntnissen zurück.
Wer dem klassischen Rollenspiel New Arc Line nur einen flüchtigen Blick schenkt, tut dem neuesten Werk von Entwickler Dreamate vermutlich Unrecht. Dann könnte der Schluss aufkommen, lediglich ein weiteres Spiel mit Steampunk-Setting serviert zu bekommen. Ja, die Story ist tatsächlich in einer entsprechenden Welt angesiedelt und viele grafische Elemente des Spiels rufen ein Déjà-vu hervor. Immerhin lassen einige Charaktere, Schauplätze und Objekte ein dezentes Bioshock-Flair aufkommen. Aber New Arc Line hat noch viel mehr zu bieten – im positiven wie im negativen Sinne.
Willkommen in der Welt der Zukunft
Bevor ihr euch in das eigentliche Abenteuer stürzen dürft, müsst ihr zunächst einen eigenen Charakter erstellen. Dies geschieht in einem durchaus soliden, wenn auch nicht sonderlich umfangreichen Editor. Das äußere Erscheinungsbild hängt hauptsächlich vom Volk ab: Zur Wahl stehen Mensch und Elf. Alle weiteren optischen Merkmale spielen sich im Detailbereich ab, komplett unterschiedliche Gestalten sind (noch) nicht möglich.
Außerdem entscheidet ihr euch für eine von mehreren Klassen, etwa den auf Magie spezialisierten Vodoo-Schamanen oder einen Diesel-Ingenieur. Bereits diese Wahl hat Auswirkungen auf das weitere Spielgeschehen. Abhängig von der Charakterklasse könnt ihr nämlich mit bestimmten Charakteren oder Objekten in der Spielwelt interagieren. So ist es dem Ingenieur möglich, im Hafen der großen Stadt eine Art von Kran zu verwenden, um an eine entlegene Kiste zu gelangen. Solche Aktionen sind bisher leider selten – hoffentlich ändert sich das bis zum finalen Release noch. Denn solche Details tragen zur Immersion bei.
Sobald ihr den Charakter eurer Träume erstellt und die Einführungssequenz bewundert habt, landet ihr mitten im Geschehen. Anfangs auf euch alleine gestellt, zieht ihr durch die Straßen einer schillernden Steampunk-Metropole, in der selbst aus der kleinsten Schraube eine ansteckende Aufbruchstimmung tropft. Doch von der glamourösen Hülle solltet ihr euch nicht täuschen lassen. Unter der Oberfläche liegen nicht nur einige düstere Geheimnisse begraben, sondern auch ein mitunter heftiger Konflikt zwischen den Vertretern der Technologie und den Magie-Begabten.
Die Geschichte wird mit ordentlich vertonten Dialogen sowie hübschen Zwischensequenzen spannend erzählt. Neben skurrilen Charakteren hält sie auch einige überraschende Wendungen und Entwicklungen bereit. Diesbezüglich hinterlässt New Arc Line einen vielversprechenden Eindruck. Zudem sollen eure Entscheidungen spürbare Auswirkungen auf den weiteren Verlauf haben, wenn auch nicht im Ausmaß eines Baldur's Gate 3.
Lasst die Fäuste und Kugeln fliegen!
Während ihr die riesige Stadt erkundet, Gespräche mit Bewohnern führt und die erste Ausrüstung zusammensucht, kommt es unweigerlich zu Kämpfen. Diese laufen nach einem klassischen Runden-Prinzip statt. Euch stehen für jede Runde eine bestimmte Menge an Aktionspunkten zur Verfügung. Diese könnt ihr für verschiedene Aktionen einsetzen, beispielsweise um eure Spielfiguren zu bewegen oder Angriffe zu starten. Die jeweiligen Initiativwerte bestimmen, welche Fraktion beginnen darf.
Das alles klingt für Rollenspielveteranen sicherlich sehr vertraut. Tatsächlich wagt New Arc Line diesbezüglich keine großen Experimente und setzt stattdessen auf bewährte Kost. Zu Beginn des Spiels ist das Geschehen noch zäh, weil ihr euch alleine durchkämpfen müsst. Doch sobald sich euch die ersten Mitstreiter anschließen, wird es deutlich taktischer und vor allem spannender.
Allerdings sind die Kämpfe in New Arc Line in der aktuellen Form ein Segen und ein Fluch zugleich. So macht es bereits unglaublich viel Laune, mit den Fertigkeiten zu experimentieren, Taktiken auszuknobeln und die Positionierung der einzelnen Partymitglieder zu optimieren. Allerdings treten immer wieder Probleme auf. Da wäre zum einen die nicht ausgereifte Wegfindung, die einige Einheiten oftmals planlos wie aufgeschreckte Hühner durch die Gegend schickt.
Hinzu kommt ein unausgereiftes Balancing der Einheiten. Fernkämpfer mit ihren Feuerwaffen sind aktuell viel zu mächtig. Das gilt auch für nahezu alle Fähigkeiten, die Gegner betäuben können. Es nervt mächtig, wenn die eigene Gruppe mehrere Runden hintereinander quasi wehrlos einen Treffer nach dem anderen einstecken muss. Im Bereich der Menüs muss ebenfalls nachgebessert werden, insbesondere beim Inventar. Bereits nach kurzer Zeit habt ihr dermaßen viel Loot eingesammelt, dass euch die Übersicht flöten geht. Das mündet oftmals in nervige Sortiermaßnahmen, die viel Zeit kosten und den Spielfluss unterbrechen.
Es sind solche kleinen Ärgernisse, die aktuell an der grundsätzlich faszinierenden Fassade von New Arc Line kratzen. Ein ähnlich zweischneidiges Schwert ist die Grafik. Einerseits bekommt ihr wunderschön und vor allem detailverliebt inszenierte Schauplätze zu sehen. Andererseits sorgen steife Animationen und Clipping-Fehler für Stirnrunzeln. Aber es ist eine Early-Access-Version, daher gehören solche Ungereimtheiten dazu. Hoffentlich haben sie die Entwickler allesamt auf dem Schirm ...
Das Steampunk-Rollenspiel startet in den Early Access. Auf welcher Seite kämpft ihr: arkane Magie oder Steampunk-Revolution?


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