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Preview - Pokémon-Legenden: Z-A : Angespielt: Hinterhalte, Mega-Pokémon und royale Kämpfe

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Mit Pokémon-Legenden: Z-A wagt die Pokémon Company den nächsten großen Schritt nach Arceus. Einmal mehr geht es in eine offene Welt, diesmal ins bereits aus Pokémon X/Y bekannte Kalos. Fast eine Stunde lang konnte ich mir die Highlights des kommenden Teils ansehen und verrate euch, warum die Mischung aus Nostalgie, neuer Freiheit und einem Hauch von Mega-Evolution spannend klingt, aber auch Fragen aufwirft.

Wenn es um die Wahl der Region für ein neues Pokémon-Abenteuer geht, sind die Fans oft schwer zufriedenzustellen. Manche wünschen sich eine Rückkehr nach Johto, andere wollen endlich einmal Galar in einer offenen Welt erleben. Dass sich Pokémon-Legenden: Z-A ausgerechnet Kalos herauspickt, wirkt auf den ersten Blick überraschend – schließlich gilt die sechste Generation nicht unbedingt als die beliebteste.

Doch bei genauerem Hinsehen ergibt die Entscheidung Sinn: Kalos bietet mit seiner französisch angehauchten Architektur, seiner kulturellen Vielfalt und dem zentralen Schauplatz Illumina City genau die richtige Mischung aus Bekanntem und Neuem.

Gerade Illumina City hat damals in Pokémon X/Y viel Aufmerksamkeit bekommen – allerdings weniger wegen ihrer Faszination als Metropole, sondern wegen der technischen Grenzen des 3DS. Viele Spieler erinnern sich an die hakelige Kameraführung und die ruckeligen Bewegungen. Im neuen Legenden-Ableger hingegen steht die Stadt im Mittelpunkt und Game Freak scheint sie so umsetzen zu wollen, wie es 2013 schlicht nicht möglich war. Breite Boulevards, enge Gassen, imposante Plätze und das ikonische Prismaturm-Wahrzeichen sollen diesmal nahtlos ineinander übergehen.


Die Rückkehr nach Kalos ist aber mehr als nur Nostalgie. Schon jetzt wird deutlich, dass die Region in Pokémon-Legenden: Z-A ein neues Gesicht zeigt. Wo man früher noch das klassische „Arena-Tournee“-Prinzip durchlief, setzt der neue Titel ganz auf freie Erkundung. Illumina City wird so nicht nur eine Kulisse, sondern der eigentliche Protagonist des Spiels.

Eine Stadt im Mittelpunkt

Die Architektur von Illumina City zeigt sich diesmal abwechslungsreicher. Breite Boulevards treffen auf enge Gassen, belebte Plätze wechseln mit ruhigeren Vorstadtvierteln. Der berühmte Prismaturm bleibt das Herzstück, umgeben von Parks, Cafés und versteckten Gängen. Durch die offene Struktur können Spieler selbst entscheiden, welchen Weg sie einschlagen und welche Bereiche sie zuerst erkunden möchten. Dieser Grad an Freiheit ist für Pokémon ungewöhnlich und eröffnet neue Möglichkeiten für Entdeckung und Strategie.

Die eigentliche Action findet aber hauptsächlich in bestimmten Gebieten statt. Tagsüber sind das die sogenannten Wildsektoren, in denen wilde Pokémon innerhalb eines abgesperrten Bereichs frei herumlaufen. In meinem Fall beinhaltete der Sektor eine kleine Seitenstraße mit ein paar Marktständen und überschaubarem Straßenbegleitgrün, welches von einem Rudel Hunduster belagert wurde. Kommt ihr denen zu nahe, greifen sie euch an und wenn ich “euch” sage, dann meine ich nicht “es kommt zu einem statischen Pokémon-Kampf”, sondern ihr ganz persönlich bekommt den Zorn der kleinen Monster zu spüren.


Ähnlich wie in Legenden: Arceus haltet ihr ein paar Schläge aus, solltet dann aber entweder abhauen oder ein eigenes Pokémon zur Verteidigung in den Kampf schicken und selbst etwas Abstand gewinnen. Aber auch eure Pokémon sind in Z-A etwas flinker auf den Füßen unterwegs. Statt sich einfach dem Feind gegenüberzustehen, sich anzustarren und Attacken auszutauschen, bewegt sich euer Kämpfer jetzt und positioniert sich jedes Mal neu, wenn ihr ihm eine Attacke befehlt. Dass das nicht nur Vorteile hat, durfte ich aber später in meiner Session noch lernen.

Schließlich stellte sich der Wildsektor als gar nicht so klein heraus, wie ich ursprünglich dachte. Erkundet man die Gegend ganz genau, finden sich schnell versteckte Leitern oder Aufzüge auf Häuserdächer. Hier lassen sich dann auch ganz neue Arten von Pokémon fangen oder ihr stoßt auf besonders starke Elite-Exemplare (im Englischen auch als “Alphas” bekannt). Das Alpha-Pikachu, welches in der Nähe auf einem Hausdach residierte, hat mir zumindest genauso den Hintern versohlt wie das Elite-Hundemon, welches das Rudel anführte.

Nachts sind alle Mauzis shiny

Bricht jedoch die Nacht über Illumina City herein, werden die Straßen Schauplatz für das legendäre Turnier Z-A Royale. In bestimmten Turnier-Arealen tretet ihr gegen andere Trainer an, die eurem Rang entsprechen und versucht genug Siege einzufahren, um euch für einen Aufstiegskampf zu qualifizieren. Wie der Name des Turniers bereits vermuten lässt, beginnt ihr auf Rang Z und prügelt euch dann den ganzen Weg bis Rang A nach oben.

Das nächtliche Treiben war mein persönliches Highlight. Nicht, weil die Kämpfe besonders spannend gewesen wären, sondern weil das Z-A Royale scheinbar nicht viel von Fairness und einem Kampf auf Augenhöhe hält. Jeder Trainer hat einen Pokémon-Begleiter neben sich stehen.


Schleicht ihr euch jetzt vorsichtig von hinten an und nutzt Straßenlampen und Mülleimer als Deckung, dürft ihr einen ersten Angriff platzieren, noch bevor der andere Trainer überhaupt merkt, dass ein Kampf begonnen hat. Im besten Fall knockt ihr so gleich mal das erste Pokémon aus oder beendet den Kampf sogar mit einer einzigen Attacke. Das ist vielleicht nicht besonders fair, aber unfassbar witzig.

Habt ihr genug Trainer besiegt (oder feige von hinten ausgeschaltet), dürft ihr einen Champion zum Aufstiegskampf herausfordern. Der erinnerte tatsächlich sehr an einen klassischen Arena-Leiter. Zumindest war der Austragungsort aufgebaut wie ein typischer Kampf-Ring mit Tribüne. Nachdem die Vegichita, Grillchita und Sodachita meines Gegners nicht mehr sehen, hören oder sprechen konnten, durfte ich mich endlich als Trainer Rang V bezeichnen und hochmütig auf die nichtsnutzigen Loser aus Rang W herabblicken.

Wenn der Salat übermütig wird

Das große Finale meiner Session sollte allerdings erst noch kommen, in Form eines Kampfes gegen ein wildes Mega-Sarzenia. In Illumina City passiert es nämlich manchmal, dass wilde Pokémon eine Mega-Entwicklung vollführen, ohne einen Trainer mit entsprechendem Mega-Stein zu haben. Diesen Pokémon stellt ihr euch dann in einer Art Bosskampf, vergleichbar mit einem Tera-Raid aus Karmesin und Purpur, nur halt mit mehr Bewegung.

Ihr lauft herum, weicht Samenbomben und Giftlachen aus, bringt zwischendurch ein paar Attacken an, vollführt vielleicht sogar eine Mega-Entwicklung mit eurem eigenen Pokémon und genießt dabei die unfassbar hässliche Umgebung. Der Kampf fand nämlich auf einer runden Grasscheibe mitten in der schwarz-lilanen Unendlichkeit statt. Schon irgendwie schade, wo man doch jetzt so eine schicke Stadt als Kulisse zur Verfügung hätte. Wahrscheinlich wäre die Switch 2 wohl nicht damit klargekommen, das ca. 4 Meter große Sarzenia und noch einige Häuser im Hintergrund darzustellen oder so.


In dem Mega-Kampf kommt aber nun auch endlich mein bereits angesprochenes Problem mit der dauernden Neu-Positionierung meines Pokémon-Partners bei jeder Attacke zum Tragen. Diese findet nämlich immer in Relation zu meiner Spielfigur statt, ohne Rücksicht zu nehmen auf das eigentliche Kampfgeschehen. Dadurch läuft euer Kampf-Kumpane andauernd fröhlich grinsend und scheinbar blind in jede Gift-Lache, die er finden kann. An sich hätte ich genau den gleichen Traum von richtig actiongeladenen Kämpfen mit jeder Menge Bewegung, wie jeder Pokémon-Fan.

Genau solche Momente verhageln mir das super dynamische, neue Kampfsystem aber einfach. Mal sehen, wie schlau die Taschenmonster dann wirklich sind, wenn Pokémon-Legenden: Z-A am 16. Oktober erscheint.

Fazit

Sebastian Ruppert - Portraitvon Sebastian Ruppert
Die etwas hakeligen Legenden von Kalos

Pokémon-Legenden: Z-A zeigt eindrucksvoll, wie weit die Reihe inzwischen gekommen ist. Die Rückkehr nach Kalos fühlt sich frisch und gleichzeitig vertraut an, Illumina City wird zum pulsierenden Herzstück der Region, das zum Erkunden und Experimentieren einlädt. Mit den Wildsektoren, den Alpha-Pokémon und dem dynamischen Kampfsystem erhalten Spieler neue Möglichkeiten, die Welt aktiv zu erleben, statt nur durch feste Routen zu hetzen.

Besonders das nächtliche Z-A Royale Turnier sticht heraus. Es kombiniert Strategie, Chaos und eine gehörige Portion Humor auf eine Art, die man so von Pokémon noch nicht kennt. Die Mischung aus Überraschung, Hinterhalten und Mega-Bosskämpfen sorgt für spannende Momente, auch wenn das neue Kampfsystem stellenweise noch holprig wirkt. Gerade die ständige Bewegung der Pokémon-Partner kann das Spielgefühl teils behindern, wirkt aber gleichzeitig wie ein Experiment, das die Grenzen des Franchise auslotet.

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Alles in allem macht Z-A Lust auf mehr. Die Region Kalos, die offenen Bereiche und die neuen Spielmechaniken zeigen, dass Game Freak aus den Erfahrungen von Arceus gelernt hat und die Pokémon-Welt weiterentwickeln möchte. Ob alle neuen Ideen in der Praxis überzeugen werden, bleibt abzuwarten. Wer aber Freude an Erkundung, Überraschungen und dem klassischen Pokémon-Kick hat, sollte sich das Abenteuer im Oktober keinesfalls entgehen lassen.

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