Test - Razer Blade 16 : Test: Laptop-Gaming der Extra-Klasse zum exorbitanten Preis
- PC
Das Datenblatt liest sich wie der feuchte Traum eines jeden PC-Enthusiasten. Knapp unter 15 Millimeter dick ist es, wiegt schlanke 2,1 Kilogramm und bietet trotzdem ein 16-Zoll-Display – mit OLED-Panel und 240 Hertz! Natürlich will dieses auch bespielt werden und hier kommt die restliche Hardware zum Einsatz – allem voran eine GeForce RTX 5090 in der Laptop-Version in Kombination mit einem AMD Ryzen AI 9 HX 370.
Alleine schon die technische Möglichkeit, die aktuell mächtigste Gaming-Grafikkarte zu nehmen und in ein so dünnes Gehäuse zu stopfen, kann als kleines Wunder gesehen werden. Doch aus großer Macht folgt großer Stromverbrauch und so stellt sich die Frage, wie lange das Razer Blade 16 durchhält, bevor ihm die Puste ausgeht. Im Test checke ich außerdem, wie stark sich das Laptop aufheizt und ob es irgendwelche Bottlenecks gibt – bei einem Preis von 4.399,99 Euro darf absolut nichts zwicken oder stottern.
Rundes Gesamtpaket
Die bloßen Zahlen lesen sich schon gut, beim ersten Auspacken des Razer Blade 16 fällt dann aber erst auf, wie dünn der Laptop wirklich ist. Ohne Probleme findet er mit den schlanken Maßen von 35 x 25 Zentimeter in jedem Rucksack Platz und das unaufgeregte Design hebt sich angenehm vom Gaming-Einheitsbrei ab. Lediglich die RGB-beleuchtete Tastatur bleibt Geschmackssacke, lässt sich bei Bedarf aber ja problemlos abdunkeln.
Zwar wirkt das Blade 16 nicht ganz so wertig wie ein MacBook aus dem Hause Apple, auch wenn Razer ebenfalls auf ein Gehäuse aus Aluminium setzt. Allerdings gibt es an einigen mehr Stellen noch Plastikelemente, die zwar durchaus von guter Qualität sind, aber eben nicht ganz an die Konkurrenz aus Cupertino heranreichen.
Bei der Konnektivität und den Anschlüssen lässt Razer hingegen kaum Wünsche hingegen. WiFi 7 und Bluetooth 5.4 sorgen für schnelle Internet- und Geräte-Verbindungen und auch jede Menge Peripherie lässt sich anstöpseln. Dafür stehen 3 USB-Anschlüsse (Typ-A, 3.2, Gen 2) sowie 2 USB4-Anschlüsse (Typ-C) mit Power Delivery und DisplayPort 1.4 zur Verfügung. Einen Monitor oder Fernseher stöpselt ihr wahlweise per HDMI 2.1 an und selbst einen microSD-Kartenleser (UHS-II) gibt es.
Ein Fest für gewisse Sinne
Die verbauten sechs Lautsprecher fallen erwartungsgemäß eher flach aus, für die Dicke des Geräts produzieren sie aber zumindest brauchbaren Sound. Immerhin bietet das Blade 16 sogar einen Kombi-3,5mm-Anschluss. Über HDMI unterstützt es sogar 7.1-Codecs und auch THX Spatial Audio ist mit an Bord. Aber genug der trockenen Daten, interessant ist doch, wie es sich im Einsatz schlägt.
Abgesehen vom dürftigen Sound überzeugt die Build-Qualität auf ganzer Linie. Das Display bietet OLED-typisch tiefstes Schwarz, knackige Farben und dank einer Auflösung von 2.560 x 1.600 auch angemessene Schärfe. Einzig, dass es nicht entspiegelt ist, trübt den Gesamteindruck etwas. Doch glücklicherweise wird das Display hell genug, um auch in sonniger Umgebung noch genügend Sichtbarkeit zu bieten.
Bei Tastaturen scheiden sich bekanntermaßen die Geister. Ich brauche in einem Laptop jetzt keine mechanischen Switches, auch wenn mir im Büro nichts anderes auf den Schreibtisch kommt. Aber für portable Geräte fallen sie einfach zu schwer und dick aus. Razer trifft hier einen angenehmen Druckpunkt von etwa 1,5 mm, der meinem Empfinden nach sowohl zum Tippen als auch fürs Gaming perfekt geeignet ist. Wo wir schon mal beim Thema wären…
Erstklassige Leistung zum hohen Preis
Egal, welches Spiel ich auf dem Razer Blade 16 startete, das Gerät meisterte sämtliche Aufgaben mit Bravour. Ob Assassin’s Creed Shadows, Cyberpunk 2077 oder Forza Horizon 5, sie alle liefen in höchsten Einstellungen über den Bildschirm und fuhren dabei saubere Bildraten auf – selbstverständlich mit aktiviertem Upscaler. Dank NVIDIA DLSS4 erhaltet ihr saubere Bilder und hohe Framerates, allerdings ist Vorsicht geboten: Ballert ihr Raytracing auf Ultra und schaltet Pathtracing dazu, kommt selbst die 5090 ordentlich ins Schnaufen.
Dank Multi Frame Generation der neuesten Generation seht ihr euch aber auch hier keinen unlösbaren Problemen gegenüberstehen. Diese steht exklusiv auf NVIDIAs 50er-Reihe zur Verfügung und generiert insgesamt drei Frames, was sich in massiv höheren Bildraten bemerkbar macht. Wer jetzt allerdings Angst davor hat, dass ihr hässliche Artefakte oder anderweitige Probleme seht: Dem ist nicht so. Es ist schon beeindruckend, was dank der KI-gestützten Technik mittlerweile möglich ist.
Lediglich Titel wie Counter-Strike 2 oder Valorant würde ich ohne Frame Generation zocken. Schließlich ist hier die möglichst korrekte Darstellung des Geschehens von allerhöchster Wichtigkeit. Allerdings laufen die Spiele selbst auf einer Kartoffel mit Display und auf dem 240-Hertz-Bildschirm des Blade 16 entgeht euch auch garantiert nichts.
Allerdings kommt all die Leistung auch mit einem hohen Preis – nein, nicht den knapp 4.400 Euro. Vielmehr spreche ich von zwei Punkten, die zum Dealbreaker werden könnten. Zunächst sei da der Lautstärkepegel genannt. Denn die Lüfter drehen sehr schnell und sehr heftig auf, wodurch ihr ein ganzes Zugabteil bespaßen könnt.
Zwar bietet die Razer-eigene Software einige Profile, die immerhin ein paar Dezibel weniger bringen, aber dafür auch die Leistung mindern. Betrachte ich allerdings die Temperaturen während Benchmarks und unter Höchstlast, würde ich keine Kompromisse bei der Kühlung eingehen: Schnell fährt die Grafikkarte auf 82 Grad, wodurch sie nur 5 Grad von der Throttling-Grenze entfernt ist. Die CPU hingegen geht sogar bis auf 89 Grad rauf – laut Razer besteht aber keine Gefahr für Schäden an den Komponenten.
Das ändert aber nichts an den heftigen Temperaturen, die das Gehäuse bisweilen erreicht. Auf dem Schoss macht das Razer Blade 16 unter Volllast auf jeden Fall keinen Spaß, wenn ihr es bis an seine Grenzen bringt.
Zudem hält bei allem technologischen Fortschritt der Akku nicht ewig durch. Bei energiesparenden Einstellungen könnt ihr entspannt zwischen zehn und zwölf Stunden surfen oder Büroarbeiten verrichten. Doch sobald ihr aufwendigere KI-Aufgaben angeht oder nur Spiele herunterladet, reduziert sich das auf etwa drei Stunden und im Gaming-Betrieb gehen noch schneller die Lichter aus.
Nur etwa 70 bis 80 Minuten hält das Razer Blade 16 hier durch. Das ist immer noch beachtlich, bedenken wir, dass hier eine GeForce 5090 ihr Werk verrichtet. Diese frisst etwa 160 Watt und der Akku des Geräts misst zwar beachtliche 90Wh, doch hier wurde klar zu Gunsten der schlanken Bauart gespart.
Immerhin reduziert das Gerät im Akkubetrieb schon die Lüfterleistung, um etwas mehr rauszuholen. Doch darunter leidet auch die Performance in Games. Vergleichen wir das Razer Blade 16 dann aber wiederum mit anderen Gaming-Laptops, fällt es gar nicht so schlecht aus – aber eine Steckdose solltet ihr dennoch ständig in der Nähe haben.
Greift zu, wenn...… ihr keine Kompromisse bei der Leistung eurer Hardware eingehen wollt und das Beste vom Besten braucht.
Spart es euch, wenn...… ihr lärmempfindlich seid und auf möglichst lange Akkulaufzeiten angewiesen seid. Und Geld auf dem Konto fehlt.



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