Test - Razer Wolverine V3 Pro 8K PC : Hightech-Leichtgewicht mit Ecken und Kanten
- PC
Razer hat mit dem Wolverine V3 Pro 8K PC ein Refresh eines bereits etablierten Top-Controllers im Portfolio, das vor allem eins sein will: noch schneller. Zum Preis von 199,99 Euro liefert das kabellose Modell eine 8K-Abtastrate, die gerade im E-Sport-Bereich für den entscheidenden Vorteil sorgen soll. Wer lieber zum Kabel greift, bekommt mit der Tournament Edition für 99,99 Euro die günstigere Alternative ohne Funk – beide Modelle sind klar auf ambitionierte PC-Spieler zugeschnitten.
Das wie gewohnt ans Xbox-Layout angepasste Design des Wolverine bleibt unverändert und dürfte sofort vertraut wirken. Razer setzt auf texturierte Griffe und eine extrem leichte Bauweise – nur 220 Gramm bringt der Controller auf die Waage. Das spürt man sofort: In der Hand liegt der Wolverine V3 federleicht, fast ungewohnt, wenn man im Alltag eher einen Xbox Series Controller oder DualSense Edge benutzt. Grund für das geringe Gewicht ist der Verzicht auf Vibrationsmotoren, was Hardcore-E-Sportler begrüßen, während Casuals den fehlenden „Impact“ möglicherweise vermissen werden.
Im Lieferumfang stecken ein hochwertiges Case, ein USB-Kabel, der Dongle für Wireless-Betrieb sowie zusätzliche Stick Caps. Schon beim ersten Ausprobieren zeigt sich aber: Die Hardware ist nicht ohne Macken. Die Bumper wirken inkonsistent – laut, unterschiedlich im Klang und Haptik. Die Aktionstasten setzen auf Razers „Mecha-Tactile“-Mischlösung aus Mikroschalter und Gummimembran, was auf dem Papier clever klingt, sich in der Praxis aber schwergängig und wenig präzise anfühlt. Der Vorgänger bot an dieser Stelle klar die angenehmere Lösung.
Herzstück des Wolverine V3 Pro ist die 8K-Abtastrate. Mit bis zu 8.000 Hz werden Eingaben noch schneller übertragen, sowohl per Kabel als auch kabellos. Das ist technisch beeindruckend und in der Theorie ein massiver Vorteil für Shooter und kompetitive Spiele. In der Praxis gilt aber: Euer PC muss die Leistung stemmen können, und spürbar wird der Unterschied vor allem in Szenarien, in denen Millisekunden über Sieg oder Niederlage entscheiden.
Die Sticks setzen auf TMR-Technik – ein weiterer Schritt gegenüber den gängigen Hall-Effekt-Sticks. Stick Drift ist damit endgültig Geschichte, und auch die Langlebigkeit profitiert. Ergänzt wird das Ganze von umschaltbaren Triggern, die zwischen normalem Hub und ultrakurzem Klickmodus wechseln können. Auf der Unterseite befinden sich vier frei belegbare Tasten im Mausklick-Stil. Deren Anordnung ist gelungen, aber durch die extreme Leichtgängigkeit löst man sie schnell versehentlich aus. Immerhin lassen sie sich per Software deaktivieren.
Mit Synapse 4 liefert Razer ein gewohnt umfangreiches Softwarepaket. Hier lassen sich Profile anlegen, die Polling-Rate frei einstellen, Deadzones und Empfindlichkeiten der Sticks anpassen oder das Steuerkreuz zwischen 4-Wege und 8-Wege-Modus umschalten. Besonders für E-Sport-Profis ist das ein echtes Plus: Die Detailtiefe an Anpassungsmöglichkeiten erlaubt es, den Controller sehr spezifisch auf bestimmte Spiele abzustimmen.
Die Akkulaufzeit liegt bei etwa 20 Stunden, wahrlich nicht übel. Im Alltag überzeugt der Wolverine V3 Pro vor allem durch seine Leichtigkeit und Präzision, weniger durch Komfort. Die fehlende Rumble-Funktion und die straffen Aktionstasten machen ihn zu einem sehr spezialisierten, minimalistischen Werkzeug mit modernster Ausstattung – eher Skalpell als Allzweckmesser.
Greift zu, wenn...… ihr auf PC m E-Sport-Umfeld unterwegs seid, höchste Präzision wollt und jede Millisekunde zählt. Der Wolverine V3 Pro ist ein Werkzeug für kompetitive Spiele, wo Leichtbau und Geschwindigkeit wichtiger sind als Komfort.
Spart es euch, wenn...… ihr nach einem Allround-Controller mit Komfortfeatures wie Rumble legt oder die Tastenpräzision euch wichtiger ist als theoretisch minimale Latenz.


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