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Preview - Civilization: Beyond Earth : Auf zu neuen Ufern

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Die typischen Elemente aus Krieg, Handel und Diplomatie sind also vorhanden. Weggefallen sind Aspekte wie Religion oder Gesellschaftsform, da sie auf neuen Welten wenig Sinn ergeben. Dadurch wirkt das Spiel auf den ersten Blick etwas dünner und weniger komplex. Das wird allerdings dadurch ausgeglichen, dass ihr weniger mit linearen Technologiebäumen für eure Weiterentwicklung arbeitet, sondern mit einem ganzen Netz aus Forschung und Technik. Selbiges bietet euch enorm variable Vorgehensmöglichkeiten, in die man sich zunächst ein wenig einarbeiten muss. Klassische Bereiche wie Chemie, Physik oder Ballistik sind ebenso vertreten wie Alien-Biologie und vieles mehr.

Harmonie, Reinheit oder Vorherrschaft?

Schlussendlich geht es nämlich nicht nur darum, mit euren Gegnern klarzukommen, sondern auch mit der neuen Umwelt, den Aliens und den neuen technischen Möglichkeiten. Denn neben dem klassischen Sieg über eure Konkurrenten gibt es noch andere Ziele, mit denen ihr das Spiel gewinnen könnt: Harmonie, Reinheit und Vorherrschaft. Diese Siegbedingungen stellen euch vor die Entscheidung, ob ihr den Planeten eurer Zivilisation anpasst und ein eigenes Paradies aufbaut oder ob ihr euch dem Planeten anpasst und mit ihm und seinen Bewohnern in Harmonie lebt. Oder ihr sucht den Kontakt zu anderen intelligenten Lebensformen in anderen Welten.

Es gibt viele Teilbereiche, um die ihr euch rundenweise kümmern müsst. Energie ist notwendig, um Gebäude und Einheiten zu betreiben, aber auch als Währung, wenn ihr mal etwas benötigt und keine Zeit habt, mehrere Runden auf die Produktion zu warten. Nahrung ist erforderlich für das Wachstum der Siedlungen. Deren Bewohner wollen natürlich gesund leben in der feindlichen Welt. Kultur und Wissenschaft dürfen ebenfalls nicht zu kurz kommen, um die Entwicklung eurer Zivilisation und der Technologien voranzutreiben. Und ganz nebenher gibt es noch wertvolle Ressourcen wie Öl, Titan, Xenomasse, Schwebstein und Firaxit, die für besondere Produkte erforderlich sind.

Ebenfalls dabei ist ein System zur Aufwertung eurer Einheiten, das wiederum von euren Fortschritten in den drei Zielbereichen Harmonie, Reinheit und Vorherrschaft abhängt. Damit könnt ihr offensive oder defensive Werte verbessern, um eure Kampfeinheiten effektiver oder widerstandsfähiger zu machen. Eure Spione haben ein Levelsystem und können sehr gezielt eingesetzt werden, beispielsweise um Technologien zu stehlen, Energie abzuzweigen oder eure Städte vor feindlichem Einfluss zu schützen. Das sind quasi kleine Minimissionen, die ins Spiel eingebettet sind und je nach Erfolg eurer Agenten empfindliche Auswirkungen auf die Beziehungen zu den anderen Fraktionen haben können, ebenso wie grenznahe Aktivitäten, unerwünschte Bündnisse oder gar öffentliche Bloßstellung.

Neu: Quests und Satelliten

Als neues Element bekommt ihr zudem gelegentlich Quests, die in einem Journal aufgeführt werden. Ist solch eine Quest erfüllt, beispielsweise indem ihr ein bestimmtes Gebäude errichtet habt, folgt oft eine Entscheidungsfrage, wie das Ziel der Quest verwendet werden soll. Wollt ihr die Ergebnisse der Alien-Biologie-Forschung beispielsweise einsetzen, um die Schwächen der Aliens zu entdecken oder um eure eigene Stärke und Widerstandsfähigkeit zu erhöhen? Ruinen, Trümmer, abgestürzte Satelliten und Ähnliches verlocken zusätzlich zu Expeditionen, die euch ebenfalls neue Erkenntnisse bringen können.

Ein weiteres neues Element ist die Orbitalebene. Ihr seid nämlich nicht nur direkt auf der Oberfläche des Planeten zu Lande, auf dem Wasser und in der Luft aktiv, sondern nutzt auch dessen Umlaufbahn für verschiedene Arten von Satelliten. Und zwar in einem Bereich, der mitunter über den Einflussbereich eurer Siedlungen hinausgeht. Auch auf dieser Ebene gibt es also eine Art Wettlauf um die Vorherrschaft. Die Orbitaleinheiten bieten verschiedene Anwendungen und sind nicht permanent in der Umlaufbahn, sondern für eine bestimmte Anzahl an Runden. Hiermit könnt ihr beispielsweise großflächig Miasma-Verseuchungen entfernen, den Energiezuwachs mit Solarkollektoren verbessern oder auch militärische Schläge durchführen.

Fazit

Andreas Philipp - Portraitvon Andreas Philipp
Hoher Suchtfaktor

Civilization: Beyond Earth ist kein komplett anderes Spiel als seine Vorgänger, denn es lebt von denselben Spielprinzipien. Und das ist auch gut so, denn die sind bewährt und haben mir bereits lange durchzockte Nächte beschert. Civ-Spieler fühlen sich sofort heimisch, entdecken aber auch viele Neuerungen. Allen voran das komplexe Technologienetz, das, gepaart mit den neuen Zielsetzungen, einen guten Eindruck hinterlässt und euch viele Möglichkeiten zur Verfügung stellt. Eine Frage stellt sich uns allerdings nach dem Anspielen der auf 250 Runden begrenzten Version. Nämlich ob Alien-Welt und Technologie-Umbau den Wegfall von Aspekten wie Religion und Gesellschaftsform, die in diesem Szenario relativ wenig Sinn ergeben würden, voll kompensieren können. Denn auf den ersten Blick wirkt Beyond Earth doch etwas weniger komplex als sein Vorgänger – speziell im Hinblick auf die beiden Erweiterungen. Davon werden wir uns überzeugen, wenn wir eine voll spielbare Fassung vorliegen haben. Das Potenzial ist da, schon weil wir in den 250 Runden nur einen Bruchteil der Technologien, Einheiten und Gebäude einsetzen konnten und die Konflikte mit den anderen Fraktionen noch recht moderat blieben. Ich bin gespannt, zweifle aber jetzt schon nicht daran, dass ich einige lange Abende mit dem Spiel verbringen werde. Und nun krame ich schnell mal Civ V und seine Erweiterungen hervor, ich bin wieder auf den Geschmack gekommen.

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