News - Steam Machine : Valve erklärt hohe Preise und geringe Stückzahlen zum Launch
- PC
Nachdem Valve kürzlich die offiziellen, unerwartet hohen Verkaufspreise für die kommende Steam Machine bekannt gegeben hat, die bei 1.039 Euro für das Einstiegsmodell starten, herrscht in der Community spürbarer Klärungsbedarf. Zu den reinen Preisen haben wir bereits ausführlich berichtet. In einem neuen Interview mit Eurogamer schlüpfen die Valve-Verantwortlichen nun in die Rolle der Erklärer und legen offen, warum der Wohnzimmer-PC „deutlich teurer“ ausgefallen ist, als das Unternehmen ursprünglich geplant hatte. Als Hauptursachen nennt Valve Veränderungen des globalen Marktes und eine dramatische Verknappung wichtiger Hardware-Komponenten.
Laut Valve-Ingenieur Yazan Aldehayyat lag die ursprüngliche Preisvorstellung für das 512-Gigabyte-Modell eigentlich in einem ähnlichen Segment wie das aktuelle Steam Deck OLED, welches ab 779 Euro über den virtuellen Ladentisch wandert. Dass dieses Ziel komplett verfehlt wurde, liegt an der seit Monaten anhaltenden Bauteilknappheit auf dem Halbleitermarkt, die maßgeblich durch den massiven Hardware-Hunger globaler KI-Rechenzentren befeuert wird.
Valve hatte bereits im Jahr 2023 mit dem Einkauf der Komponenten für die Steam Machine begonnen und ging zu diesem Zeitpunkt, basierend auf jahrzehntelangen Erfahrungswerten des PC-Marktes, davon aus, dass die Preise für Arbeitsspeicher und SSD-Speicher bis zum Release spürbar sinken würden. Das Gegenteil war jedoch der Fall.
Niemand in der Führungsebene habe das extreme Ausmaß dieser Preisspirale vorhergesehen, da die Kosten für Kernkomponenten seither unentwegt steigen. Eine Quersubventionierung des Preises, wie es Sony, Microsoft oder Nintendo bei ihren traditionellen Konsolen handhaben, um die Hardware anfangs unter den Herstellungskosten zu verkaufen, schloss Valve jedoch bewusst aus.
Lawrence Yang betonte, dass man die Steam Machine als Teil des offenen PC-Ökosystems verstehe. Subventionen würden am Ende immer zu geschlossenen Systemen, Exklusivtiteln und einer Einschränkung der spielerischen Freiheit führen, was der Firmenphilosophie von Valve widerspreche.
Neben den finanziellen Auswirkungen hat die Krise auch direkte Konsequenzen für die tatsächliche Verfügbarkeit des Geräts. Die zum Launch bereitgestellte Liefermenge fällt laut Yang „geringer aus, als man sich das intern gewünscht hätte“. Aufgrund der mangelnden Verfügbarkeit der Bauteile konnte Valve schlichtweg nicht genügend Einheiten produzieren, um die weltweite Nachfrage direkt zu decken.
Um dem entgegenzuwirken und gleichzeitig dreisten Scalpern das Handwerk zu legen, setzt das Unternehmen ab dem 29. Juni auf ein gestaffeltes, teilweise zufallsbasiertes Reservierungssystem in Wellen. Trotz des hohen Preises zeigt sich Valve zuversichtlich und hofft auf das Verständnis der Hardware-Enthusiasten, da der Gegenwert im Vergleich zu einem selbst gebauten Mini-ITX-System im aktuellen Marktumfeld nach wie vor konkurrenzfähig sei.

Kommentarezum Artikel