Preview - WWE 2K25 : Angespielt: Frauen, die Männer verhauen
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Intergender-Matches sind eine der großen Neuerungen in WWE 2K25. Erstmals steigen Frauen und Männer gegeneinander in den Ring und zerlegen sich nach allen Regeln der Wrestling-Kunst. Ihr habt keinen Bock auf Regeln? Dann ab ins ebenfalls neue Underground-Match, das nur mit einer Aufgabe oder einem Knockout endet. Oder ihr startet einen zünftigen Backstage Brawl, der an frischen Schauplätzen wie dem NXT-Parkplatz oder im WWE-Archiv stattfindet.
Seine Rückkehr feiert der Showcase-Modus, in dessen Mittelpunkt eine der größten Storylines der letzten Jahre steht. “The Bloodline’s Dynasty” dreht sich um die Geschichte des Stables von Roman Reigns und seiner traditionsreichen Wrestling-Familie Anoa’i. Ihr spielt einige der wichtigsten Bloodline-Matches nach, beispielsweise Roman Reigns gegen Seth Rollins beim Royal Rumble 2022 oder Nia Jax gegen Lyra Valkyria beim King & Queen of the Ring 2024.
Aber auch Fantasy-Kämpfe sind ein Teil des neuen Showcase-Modus. Unter anderem lasst ihr die Wild Samoans, das dominierende Tag Team der frühen 1980er-Jahre, gegen die nicht weniger legendären Dudley Boyz antreten – natürlich in einem Tables Match. Wie gehabt könnt ihr dabei Vorgaben erfüllen, die sich an die Geschehnisse im tatsächlichen Match anlehnen. Das schaltet einmal mehr neue Charaktere oder Arenen frei.
Während das Grundkonzept unverändert blieb, wurde die Aufmachung überraschend kräftig gestutzt. Denn die TV-Szenen, die sich in den bisherigen Showcase-Iterationen mit dem Spielgeschehen abgewechselt hatten, wurden ersatzlos gestrichen. Damit verliert der Modus leider sein Alleinstellungsmerkmal und dementsprechend auch reichlich Charme. Aus welchem Grund das Team von Visual Concepts diesen Schritt vollzog, ist unklar.
Gleich klatscht es, aber nicht Beifall!
An der Spielbarkeit wurde ebenfalls geschraubt. Nach einer zwischenzeitlichen Pause ist das Ketten-Wrestling wieder mit dabei: Dahinter steckt eine Art Minispiel, bei dem ihr mehrere Aktionen aneinanderreihen könnt, sofern der Gegner diese nicht kontert. Packt euer Gegenüber zu, versucht ihr natürlich, sie oder ihn mit dem passenden Move zu überrumpeln. Wie genau das ausgelöst wird und funktioniert, wurde uns beim Anspiel jedoch nicht klar – eine intuitive Bedienung geht anders. Zumindest sahen die gezeigten Aktionen sehr geschmeidig aus.
Fragwürdig ist auch die veränderte Steuerung des Aufgabe-Systems. Ein Balken muss via Trigger-Tasten in einer farblich markierten Zone gehalten werden, um entweder aus dem Griff zu entkommen oder ihn aufrechtzuerhalten. Das entpuppte sich als ausgesprochen fummelig und schwer zu timen. Hoffentlich kann man im fertigen Spiel auf eine Alternative umstellen, beispielsweise das Hämmern auf die Buttons wie im Vorgänger WWE 2K24 (zu unserem Test). Die grundsätzlichen Kontrollen für Griffe, Schläge und Tritte blieben glücklicherweise unangetastet, sodass die Action insgesamt wieder erstklassig spielbar ist. Auch das Kontern normaler gegnerischer Attacken klappt so gut wie im Vorjahr.
Beim Anspiel standen selbstverständlich die neuen Modi Intergender- und Underground-Wrestling im Mittelpunkt. Erstgenannte Variante sollte allerdings (zumindest in Bezug auf das Spiel) nicht allzu ernst genommen werden: Es ist ziemlich abwegig, dass beispielsweise Liv Morgan mit ihren 1,65 Metern und knapp 57 Kilogramm den 20 Zentimeter größeren und fast doppelt so schweren LA Knight kreuz und quer durch den Ring prügelt. Zudem passen einige Moves nicht zur Konstellation im Seilgeviert: Das Ziehen an den Haaren sollte nur bei einem Charakter funktionieren, der auch welche besitzt. Das sind am Ende aber Kleinigkeiten, die dem Spielspaß keinen Abbruch tun.
Die Underground-Variante geht zurück auf den gleichnamigen Ableger der Raw-Show von 2020, der kolossal floppte und schon nach wenigen Wochen eingestellt wurde. In WWE 2K25 funktioniert die heftige Klopperei zum Glück deutlich besser. Bringt euren Gegner oder eure Gegnerin zur Aufgabe oder haut ihm oder ihr einfach die Lichter aus. Schlussendlich ist das wenig anders als in einem Hardcore- oder No-Disqualification-Match, aber nichtsdestotrotz angenehm kurzweilig.
Mal detailgetreu, mal daneben
Die Präsentation von WWE 2K25 wurde im Vergleich zum Vorgänger aufgebohrt. Beim Einmarsch darf nun zwischen verschiedenen Kameraperspektiven und Zoom-Stufen gewechselt werden – das dürfte primär für Content Creator interessant sein. Im Ring fallen die verbesserten Übergänge zwischen Aktionen auf, die alles noch eine Spur ansehnlicher machen. Selbst das Clipping von Haaren und Kostümen wurde weiter reduziert. Absolute Megastars wie The Rock, Roman Reigns oder Rhea Ripley sehen von Kopf bis Fuß hervorragend aus. Da stimmt jedes Detail, von der Augenbraue (des Volkes) bis zum farbigen Streifen am Schuh.
Allerdings scheint das erneut nicht auf sämtliche spielbaren Legenden zuzutreffen. So war Alundra Blayze, einst Women’s Champion und seit 2015 Mitglied der WWE Hall of Fame, lediglich aufgrund ihres Namens und Kostüms zu identifizieren. Das Gesicht hatte mit ihrem tatsächlichen Aussehen in den 1990er-Jahren nichts gemeinsam. Scheinbar fehlt es Visual Concepts noch immer am Vermögen, das Gros der Superstars früherer Tage glaubwürdig zu gestalten.



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