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Test - WWE 2K25 : Test: Noch mehr Wrestling, noch mehr Spaß

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Die Bloodline-Story rund um die traditionsreiche Wrestling-Familie Anoa’i und ihre Verwandtschaft wird niemandem entgangen sein, der in den vergangenen Jahren das Programm der WWE verfolgt hat. Der diesjährige Showcase-Modus lässt euch an dieser Geschichte teilhaben, und zwar in Form verschiedener Auseinandersetzungen, an denen Giganten wie Yokozuna, The Rock oder auch Roman Reigns beteiligt waren.

Im vergangenen Jahr legte WWE 2K24 mit dem Showcase-Modus zu 40 Jahren Wrestlemania die Messlatte sehr hoch. Die Kombination aus Matches und Aufmachung sorgte für einige Gänsehaut-Momente. Größer als Wrestlemania geht es eben nicht! Bereits auf dem Papier scheint es deshalb unmöglich, dass “The Bloodline Dynasty” daran anknüpfen kann. Und so ist es auch. 

Geschichte (neu) schreiben

Zunächst aber eine kurze Erklärung für alle, die mit dem Namen Anoa’i nichts anfangen können: Die Familie und ihre Angehörigen sind seit Jahrzehnten ein wichtiger Bestandteil der WWE. “High Chief” Peter Maivia, The Wild Samoans, Yokozuna, The Headshrinkers, The Rock, Rikishi, Umaga, Jimmy und Jey Uso, Tamina, Nia Jax, Roman Reigns – es mangelt nicht an klangvollen Namen, denkwürdigen Matches und großen Erfolgen.

So erledigt ihr mit Yokozuna den “unsterblichen” Hulk Hogan beim King of the Ring 1993 und krönt euch damit zum WWE-Champion. Genauso dürft ihr aber auch die Geschichte umschreiben: Holt euch mit Tamina den Sieg bei Money in the Bank 2017 oder gewinnt als Naomi gegen Bayley, um euch die Women’s Championship beim Super Showdown 2020 zu sichern. Frei von irgendwelchen historischen Ereignissen bestreitet ihr Fantasy-Kämpfe, darunter ein Tables Match zwischen den Wild Samoans und den Dudley Boyz. 

Sämtliche Kämpfe werden von Paul Heyman eingeleitet und mit TV-Aufnahmen unterlegt. Die so aufgebaute Atmosphäre geht im Ring jedoch rasch verloren. Während der Fights gibt es nämlich keine Realszenen mehr zu sehen, stattdessen ist alles in Spielgrafik gehalten. Leider sind die Zwischensequenzen auf 30 Bilder pro Sekunde beschränkt und wirken dadurch kraftlos.

Auch spielerisch gibt es Veränderungen, die nicht aufgehen. Wie bisher gilt es, in jedem Match eine Reihe von Aufgaben zu erfüllen, meist eine bestimmte Abfolge von Moves. Das schaltet wieder spielbare Superstars und Arenen frei. Einige der Herausforderungen sind nun allerdings zeitlich begrenzt und nicht immer geschickt eingebaut. So startet der Countdown teilweise schon, wenn ihr euch noch in einem (vorgegebenen) Haltegriff befindet – auf diese Weise gehen wertvolle Sekunden verloren.

Bei Matches mit mehr als zwei Teilnehmern gestaltet sich das Erfüllen der Aufgaben besonders knifflig, mitunter sogar nervig. So juckt es euren KI-Partner im Tag-Team-Fight kein Stück, dass ihr den geforderten Move noch nicht erledigt habt. Da hilft es manchmal nur, den Pin-Versuch des Kollegen mit einem satten Tritt zu unterbrechen. Bescheuert, aber immer noch besser, als das komplette Match erneut zu spielen. Schlägt nämlich nur eine der Aufgaben fehl, gehen euch gleich mehrere Boni flöten. 

Karriere zu zweit

Einen neuen Weg beschreitet auch die Karriere mit euren selbst erstellten Superstars. Diesmal braucht ihr unbedingt Mann und Frau, weil sich die Geschichte um beide Geschlechter dreht. Grundsätzlich dürft ihr auswählen, mit welcher Figur ihr spielen wollt. In Dialogen mit Managern und anderen WWE-Superstars entscheiden eure Antworten darüber, welche sogenannten Fehden ihr austragt. Zwischendurch treten eure beiden Charaktere aber auch als Tag Team an oder werden gemeinsam in eine Storyline eingebunden.

Langjährigen Wrestling-Fans werden einige Abläufe bekannt vorkommen, orientieren sie sich doch an tatsächlichen Ereignissen aus der reichen WWE-Historie. Vieles ist nachvollziehbar arrangiert und kurzweilig aufgemacht. Manche Einlagen gehen allerdings daneben, weil sie vorhergehende Entwicklungen komplett ignorieren. An spielerischer Abwechslung mangelt es aber keinesfalls: Euch erwarten spontane Backstage-Prügeleien, 2-gegen-1-Matches, Schlachten im Käfig, Ausflüge in andere Ligen und vieles mehr. 

Wrestler auf Weltreise

Im Mittelpunkt des Modus Meine Fraktion steht nach wie vor das Sammeln zahlreicher Superstars in Kartenform, die sich in eine Frauen- und eine Männergruppe aufteilen. Das Gros der Beschäftigungen ist bekannt: Absolviert wöchentlich wechselnde Türme, bestreitet einen Fraktionskrieg über vier Phasen oder versucht euch an zeitlich begrenzten Live-Events mit einer bunten Mischung aus Superstars, Match-Typen und Schwierigkeitsstufen. Online stehen euch wieder Ranglistenspiele und schnelle Spiele zur Verfügung. 

Neu dabei ist die Welttour. Sie führt euch durch mehrere US-Regionen und hält wechselnde Herausforderungen und Matches bereit, die sich an die reale WWE-Geschichte und ihr Personal anlehnen. Genau wie in den anderen Spielarten erhaltet ihr virtuelle Währung oder neue Superstars, die euer Roster erweitern. 

All das wird jedoch einmal mehr vom Fokus auf Mikrotransaktionen überschattet. Die kostenlosen Karten fallen überwiegend schwach aus, dennoch müsst ihr fürs Erspielen reichlich Zeit aufwenden. Noch länger braucht ihr, um genügend In-Game-Währung für den Kauf halbwegs brauchbarer Wrestler auf dem Kartenmarkt zu haben. Dass die Pack-Preise im Shop ebenfalls gesalzen sind, sei nur der Vollständigkeit halber erwähnt. Also alles wie gehabt, leider. 

Reif für die Insel

“The Island” ist die größte Neuerung in WWE 2K25, allerdings nur auf PS5 und Xbox Series X/S. Im Prinzip handelt es sich dabei um eine abgewandelte Version der Stadt aus der NBA-2K-Reihe: Mit einem selbst erstellten Charakter bestreitet ihr auf dem Eiland von Roman Reigns Matches gegen die KI oder Menschen, verbessert euren Wrestler oder eure Wrestlerin und kauft in Shops allerlei Klamotten ein. Die kurzen Story-Einlagen fallen mitunter arg schwachsinnig aus: Beispielsweise kloppt ihr euch mit Austin Theory um eine kaputte Vase oder versucht, eine Videospiel-Panzerung für Xavier Woods zu bauen, indem ihr andere Superstars vermöbelt.

Ähnlich wie in der NBA-Serie werdet ihr leider dazu gedrängt, die Werte eures Superstars mit Euro zu verbessern. Durch reines Spielen entwickelt ihr euren Charakter lediglich im absoluten Schneckentempo weiter. So habt ihr schon mit einigen KI-Gegnern eure Probleme. Im PvP-Match gegen Kontrahenten, die erkennbar mittels Kreditkarte hochgezüchtet wurden, seht ihr überhaupt kein Land mehr. Selbstverständlich sind auch die Klamotten von Nike, Jordan und anderen Marken derart teuer, dass ihr sie mit erspielter Währung kaum bezahlen könnt.

Mehr ist auf der Insel derzeit (Stand: 14. März) nicht los. Einige Bereiche und Gebäude sind zwar angelegt, jedoch nicht begehbar – vielleicht passiert das mit künftigen Updates. Ebenfalls verbessern dürfen sich die Ladezeiten, denn das Betreten und Verlassen eines Geschäfts dauert für PS5-Verhältnisse lange. Eine Karte wäre ebenfalls hilfreich, um auf der dunkel gehaltenen Insel nicht ständig nach Personen oder Orten suchen zu müssen. Nichts ändern wird sich hingegen daran, dass die Insel primär dafür gemacht ist, euch möglichst viel Geld aus der Tasche zu ziehen. 

Ein riesengroßer Wrestling-Spielplatz

Bis hierhin liest es sich nicht so, als wäre WWE 2K25 ein Pflichtkauf. Doch einmal mehr ist es das üppige Gesamtpaket, mit dem das Spiel punktet. Inklusive des neuen Underground-Matches, bei dem ausschließlich Aufgabe oder K.o. zählen, dürft ihr satte 27 verschiedene Match-Typen zocken. Beim Backstage Brawl könnt ihr neuerdings das WWE-Archiv verwüsten und den NXT-Parkplatz unsicher machen. 

Der Manager-Modus Mein GM ermöglicht euch in diesem Jahr, entweder gegen die KI oder gegen menschliche Online-Gegner anzutreten. Letzteres steigert den Druck, erfolgreiche Shows auf die Beine zu stellen, natürlich deutlich. Universe lässt euch wie gewohnt alle Freiheiten beim Aufbau einer Wrestling-Promotion, vom Roster über die Matches bis hin zur visuellen Gestaltung. Zusammen mit dem bärenstarken Editor kann euch allein die eigene Kreativität Grenzen setzen. 

Die Action steuert sich dabei immer blitzsauber, sowohl in der Offensive als auch in der Defensive. Zahlreiche Animationen und Übergänge wurden geschliffen, ebenso reduzierte das Team von Visual Concepts das Clipping von Kostümen und Haaren. Auch das “Rutschen” der Superstars, um in die richtige Position für einen Move zu kommen, wurde verringert. Das garantiert eine erstklassige Spielbarkeit, egal ob ihr nach klassischen Regeln in den Ring steigt oder euch im No-Disqualification-Match durch die komplette Arena prügelt. Eine Geschlechtertrennung gibt es übrigens nicht mehr, sodass Männer und Frauen ohne Beschränkungen gegeneinander kämpfen dürfen.

Für das alles stehen euch über 200 Superstars, Legenden und Manager zur Verfügung, freischaltbare Figuren und DLC-Inhalte nicht eingerechnet. Aktuelle Größen wie Rhea Ripley, Roman Reigns, Asuka oder auch John Cena sehen von Kopf bis Fuß hervorragend aus – selbst Details wie Hautverfärbungen werden korrekt abgebildet. Die Legenden fallen dagegen zwar sichtbar ab, sind bis auf wenige Ausnahmen aber ebenfalls sehr gut getroffen, sowohl hinsichtlich der Optik als auch der Movesets. Beim Einzug in die Arena könnt ihr euch sämtliche Wrestlerinnen und Wrestler heuer aus zahlreichen wählbaren Kameraperspektiven anschauen. Damit rückt die Inszenierung noch ein Stück näher an die realen WWE-Shows heran. 

Greift zu, wenn...

… ihr Detailverbesserungen schätzt, die Bloodline feiert und ein aktuelles Superstar-Roster haben wollt. 

Spart es euch, wenn...

… ihr auf den neuen Showcase-Modus und eine Insel voller Mikrotransaktionen verzichten könnt.

Fazit

Sascha Göddenhoff - Portraitvon Sascha Göddenhoff
Trotz Showcase-Schwächen besser als im Vorjahr

Der diesjährige Showcase-Modus ist aus meiner Sicht der bisher schwächste in der Reihe. Durch den Verzicht auf die TV-Szenen verliert der Modus seine Besonderheit. Die Zwischensequenzen in Spielgrafik sehen über weite Strecken ungelenk und träge aus, was reichlich Atmosphäre kostet. Schade, dass gerade bei diesem Modus, der von seiner Präsentation lebt, gespart wurde. Die spielbaren Matches sind abwechslungsreich, haben jedoch nicht ansatzweise den Flair der Wrestlemania-Momente aus dem vergangenen Jahr. 

>> Alt, aber immer noch gut: 10 Playstation-Klassiker für die PS5 <<

Abgesehen davon ist WWE 2K25 besser als sein Vorgänger. An vielen Ecken und Kanten wurde erkennbar gefeilt. Besonders die fast durchgängig authentischen Legenden gefallen mir als jahrzehntelangem Wrestling-Fan außerordentlich gut. Die Karriere zu zweit unterhält mit ihren Geschichten und Matches von Anfang bis Ende, inklusive einiger Überraschungen. Wenn ich damit durch bin, stürze ich mich in den Universe-Modus und baue mir meine eigene Wrestling-Liga auf. Da kann ich gut und gerne auf Fraktion und Insel verzichten, die es am Ende nur auf mein Geld abgesehen haben.

Dass 2K nun auch in der WWE-Reihe einen weiteren Online-Modus voller Mikrotransaktionen etabliert, bereitet mir im Hinblick auf die Zukunft allerdings Sorgen. Bei NBA 2K spare ich mir die Karriere mit einem selbst erstellten Charakter schon lange, weil sie ohne saftigen Euro-Invest kaum noch spielbar ist. Hoffentlich geht die WWE-Serie nicht den gleichen Weg, um noch mehr Geld aus dem Produkt herauszupressen.

Überblick

Pro

  • noch mehr Match-Varianten und Superstars
  • Legenden überwiegend authentisch
  • kurzweiliger Story-Modus mit Mann und Frau
  • Universe-Modus erneut riesiger Kreativspielplatz
  • viele freischaltbare Superstars, Arenen und Kostüme

Contra

  • Showcase-Modus ohne TV-Szenen, dafür mit Aufgaben unter Zeitdruck
  • Fraktion-Modus weiterhin auf Mikrotransaktionen ausgerichtet
  • The Island klein und mit wenigen Beschäftigungsmöglichkeiten
  • gelegentliche Verbindungsprobleme (Fraktion und Island)

Awards

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