Preview - 33 Immortals : Angespielt: Unsterblich sind hier nur die Hades-Vibes
- XSX
Der ewige Loop aus Sterben und sich direkt wieder in prozedural generierte Umgebungen zu werfen übt eine seltsame Faszination aus. Rogue-likes stellen einen interessanten Gegenentwurf zu durchgeskripteten AAA-Blockbustern dar. Der Reiz liegt im Unbekannten und der Überraschung, die jeder neue Run bereithält. Wo wir in anderen Titeln allerdings alleine vor uns hin sterben, setzt 33 Immortals auf einen MMO-ähnlichen Raid-Ansatz.
Der Name drischt euch schon mit dem Holzhammer ein, was euch bei 33 Immortals erwartet: Mit 32 anderen Spielerinnen und Spielern stürzt ihr euch ins Getümmel und macht euch auf, Gott höchstselbst zu stellen. Dabei erwartet euch genretypische Kost: starke Gegner, zufällig ausgewürfelte Bosse und freischaltbare permanente Upgrades. Eine erste Anspielsession überzeugte mich dabei nicht restlos, was vor allem an der übermächtigen Konkurrenz liegt.
Gemeinsam ist besser als einsam
Schnell macht euch 33 Immortals klar, dass ihr alleine keine Chance habt. Die Lebensbalken der Feinde schrumpfen im Schneckentempo, im Gegenzug teilen die deformierten Spinnen, Maden und wandelnden Leichen aber ordentlich aus. Nach wenigen Treffern beißt ihr ins Gras der Unterwelt. Der Tod markiert aber noch nicht das Ende. Eure Seele gleitet ein paar Sekunden durch die Gegend und die Mitspielenden können euch einmal zurückholen. Allerdings hat diese „Komme aus dem Gefängnis frei“-Karte einen Nachteil: Euer Lebensbalken wird halbiert.
So zieht ihr gemeinsam durch das Fegefeuer, am besten mit abgestimmten Ausrüstungen. In der Preview-Version standen vier Waffen zur Verfügung, die immens euren Spielstil beeinflussen. Das langsame Großschwert verursacht dicken Schaden, der Bogen ermöglicht eine gesunde Distanz zu den Gegnern, die Dolche sind schnell und gemein, und mit dem Zauberstab könnt ihr sogar eure Verbündeten heilen.
Die Varianz mundet schon sehr gut, allerdings fallen die Movesets verglichen mit anderen Titeln zu simpel aus. Leichter Angriff, aufgeladene Attacke und ein Spezialmanöver wie eine Parade oder die Möglichkeit, Pfeile zurückzurufen, das war es im Großen und Ganzen. Die ultimativen und von eurer Waffe bestimmten Koop-Skills heilen euch und eure in der Nähe befindlichen Kameraden oder erhöhen die Ressourcen-Drops von Feinden, haben aber einen relativ langen Cooldown und wollen entsprechend bedacht genutzt werden. Hades oder Ravenswatch machten bereits deutlich besser vor, wie ein abwechslungsreiches Kampfsystem auszusehen hat, da fällt 33 Immortals deutlich ab.
Wie auch beim allgemeinen Spielgefühl. Ausgeteilten und eingesteckten Treffern fehlt es an Wucht, sie gleiten oftmals wie ein Buttermesser durch die zugegebenermaßen wunderschön handgezeichneten Charaktermodelle. In diesem wichtigen Punkt gerät 33 Immortals so schmerzlich ins Hintertreffen, dass es zum Problem wird.
Ein Déjà-vu jagt das nächste
Gleiches gilt für die Spielwelt selbst. Es fällt mir ehrlich gesagt schwer zu beurteilen, ob sie nun prozedural generiert ist oder nicht. Dafür sieht jeder Run zu ähnlich aus, es gibt verhältnismäßig wenige Gegnertypen und die Umgebungen bieten nur eine Handvoll einzigartiger Orientierungspunkte.
Ziel sind stets die nächsten Tore, hinter denen kleine Raids warten. 33 Immortals erlaubt euch natürlich nicht direkt, dem Allmächtigen die Stirn zu bieten, stattdessen müsst ihr zunächst zwölf kleine Instanzen säubern, bevor ihr aus der Unterwelt hinaufsteigen dürft. Maximal sechs Spielerinnen und Spieler dürfen die Portale betreten, ihr teilt euch innerhalb einer Partie also besser auf, um schnell durchzukommen. Hier lauern etwas dickere Bosse, die aber nicht selten schlicht größere Versionen kleinerer Mobs sind.
Als Belohnung winkt nicht nur ein weiterer Schritt auf dem Weg zum Gottestöter, ihr erhaltet auch besondere Items. Diese erhöhen beispielsweise euren Schaden für den aktuellen Run, verstärken eure Spezialfähigkeiten oder machen Attacken in der Nähe von Verbündeten deutlich mächtiger. Sind euch die Zufalls-Götter gewogen, findet ihr zudem besondere Items, die ihr in der Hubwelt gegen dauerhafte Upgrades eintauscht. Für diese bietet euch 33 Immortals natürlich nur begrenzte Slots.
Das Hub selbst orientiert sich klar an Hades, wirkt dabei aber auch etwas leblos. Wo der Genreprimus von Supergiant Games mit einem lebendigen Gebiet und interessanten Charakteren lockt, fährt Thunder Lotus lediglich einen Schlauch auf. Immerhin die Figuren wirkten interessant, was sicherlich an der Inspiration durch die Göttliche Komödie von Dante Alighieri liegt. In Kombination mit den handgezeichneten Modellen entsteht zumindest optisch ein Charme, den ich 33 Immortals nicht absprechen kann.



Kommentarezum Artikel