Test - Arknights: Endfield : Test: Der gefährlichste Genshin-Impact-Konkurrent seit langem
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Es mag nur das Free-to-Play-Spin-off eines kostenlosen Tower-Defense-Games fürs Handy sein, aber Arknights: Endfield begeisterte bereits zum Start über 35 Millionen Spieler und bisher findet der Hype keinen Abbruch. Das Open-World-Action-RPG im Anime-Look gilt als die gefährlichste Konkurrenz zum Platzhirsch Genshin Impact seit Jahren. Aber kann sich Endfield durch eigene Ideen von der Konkurrenz absetzen oder bleibt es nur ein billiges Amalgam aus Genshin und Satisfactory? Die Antwort: Ja!
In Arknights: Endfield schlüpfen wir in die Rolle des Endmin (kurz für Endministrator, was wiederum die Kurzform von Endfield Administrator ist). Der legendäre Technik-Magier ist Gründer und Oberhaupt von Endfield Industries. Vor vielen Jahren rettete der Endmin die Welt, wurde kurz darauf aber aus zunächst ungeklärten Gründen eingetuppert und in Stasis gelegt. Vermutlich, damit er länger hält.
Jetzt allerdings regt sich das Böse erneut, und so werden wir wieder aufgetaut, um uns abermals zwischen die Menschheit und ihre drohende Auslöschung zu werfen. Ganz spurlos ist der Schlaf an uns jedoch nicht vorbeigegangen: Sämtliche Erinnerungen sind weg und die ehemals gottgleichen Fähigkeiten praktischerweise auf das Niveau eines Level-1-Charakters zusammengeschrumpft.
Davon lässt sich die Welt aber nicht beirren. Belegschaft wie Bevölkerung jubeln, schließlich ist der Chef wieder da. Endfield Industries selbst ist eine Organisation, in der hotte Anime-Girls und -Boys Entwicklungshilfe leisten. Eine Mischung also aus privatisierten Blauhelmtruppen, Hightech-Konzern und Liga der Superhelden.
This is the End(field)
Auf den ersten Blick lädt Endfield regelrecht dazu ein, als Genshin-Klon abgetan zu werden, und das nicht zuletzt wegen der sehr ähnlichen Optik. Bei genauerem Hinsehen ergibt sich eher ein Mashup aus der offenen Welt von Genshin Impact, dem Sci-Fi-lastigen Charakterdesign von Honkai: Star Rail und einem Kampfsystem, das etwas an Zenless Zone Zero erinnert. Dazu passt auch, dass ihr stets mit einer Vierergruppe unterwegs seid, deren Mitglieder ihr euch erst einmal über die gewohnt invasive Gacha-Mechanik besorgen dürft.
Auch das restliche Systempaket kommt bekannt vor: Charakter- und Waffenlevel, Crafting, Skills fühlen sich an, als hätte man sie schon mehrfach gesehen. Wer bereits Zeit mit Genshin, Honkai oder Zenless verbracht hat, findet sich in Endfield sofort zurecht und kann viele Mechaniken erahnen, noch bevor das Spiel sie offiziell erklärt.
Das heißt allerdings nicht, dass Endfield seine Hausaufgaben schlechter macht als die Konkurrenz. Im Gegenteil! Einige Details gefallen mir sogar besser. Beispiel Ressourcenabbau: Während NPC-Begleiter in anderen Spielen entweder nutzlos danebenstehen oder auf denselben Stein eindreschen wie ihr, erkennen sie in Endfield die Aufgabe, schwärmen aus und bauen umliegende Erzvorkommen selbstständig ab. Keine Revolution, aber angenehm durchdacht.
Die Spielwelt selbst ist erwartungsgemäß randvoll. Quests, Aktivitäten, Sammelobjekte, Rätsel und geheime Kisten pflastern den Weg von A nach B. Wirklich zur Ruhe kommt man allerdings woanders.
It’s all about that base
Denn das eigentliche Herzstück von Endfield schlägt in eurer Basis – und hier verabschiedet sich das Spiel endgültig vom reinen Hoyoverse-Vergleich. Stattdessen schielt man ganz offen in Richtung Satisfactory und Factorio.
Mit der Rückkehr des Endmin kann Endfield Endlich sein größtes Projekt vollEnden: den Protokoll-Automationskern. Dieses Wunderwerk erlaubt es, selbst in unwirtlichsten Regionen automatisierte Produktionsanlagen zu errichten. Der Kern wird auf einem Planeten abgeworfen, errichtet dort eine zentrale Energie- und Lagereinheit und bildet das Fundament für ein wachsendes Netzwerk aus Maschinen, Förderbändern und Fabriken. Produziert werden Rohstoffe, Ausrüstung, Heilitems oder Handelswaren, eben alles, was das Überleben und den Fortschritt sichert.
Das klingt zunächst nach Spreadsheet-Hölle und Rechenorgie, ist aber halb so wild. Nur wer wirklich das letzte Prozent Effizienz aus seinen Produktionsketten quetschen möchte, greift irgendwann zu Zettel, Stift oder Taschenrechner (oder eben zum Handy). Pflicht ist das jedoch nicht. Effizientere Produktionen verkürzen Wartezeiten, aber verzichten müsst ihr auch so auf nichts.
Und hier zeigt sich, dass Endfield mehr kann, als nur bekannte Systeme aneinanderzureihen. Im Verlauf der Story schaltet ihr zusätzliche Außenposten frei, auf denen ebenfalls Fabriken entstehen. Diese Außenposten besitzen ein eigenes Level, das die Lebensqualität ihrer Bewohner widerspiegelt. Steigern lässt sich dieses, indem ihr gezielt Hilfsgüter aus eurer Produktion liefert.
Ein kleiner Teil des großen Ganzen
Plötzlich denkt ihr nicht mehr nur in kurzfristigen Zielen wie „Ich brauche eine neue Rüstung“, sondern plant langfristig. Der eine Außenposten verlangt Batterien, der nächste Medikamente, ein dritter vielleicht beides. Für diese Lieferungen erhaltet ihr eine spezielle Währung, mit der sich Lagerkapazitäten erweitern, Fabrikflächen ausbauen oder Rohstoffe an einer täglichen Börse handeln lassen.
Der kombinierte Wohlstand aller Außenposten einer Region bestimmt deren Entwicklungslevel. Höhere Stufen schalten neue Ressourcenknoten frei, die ihr wiederum für eure Produktion benötigt. Erkundung, Fabrikation und Management greifen permanent ineinander und treiben sich gegenseitig an. Und das ist wohlgemerkt nur ein Ausschnitt der Systeme, die Endfield auffährt.
Am Ende kombiniert Endfield offene Erkundung und stylische Anime-Charaktere mit Basenbau, Produktionsmanagement, einer eigenständigen Welt und einer erstaunlich epischen Geschichte. Zwar ist nichts davon wirklich neu, aber in der Kombination ist Endfield dann doch einzigartig.
Greift zu, wenn...ihr Spaß an komplexen, miteinander verzahnten Spielsystemen habt.
Spart es euch, wenn...euch Gacha-Mechaniken grundsätzlich abschrecken.


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