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Preview - Onimusha: Way of the Sword : Angespielt: Endlich kommt das “Samurai-Resident-Evil” wieder aus der Mottenkiste!

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Es ist schon ein bisschen her, dass sich Fans des etwas nischigen Genre des Samurai-Horrors über ein neues Onimusha freuen durften. Seit fast 20 Jahren dümpelt die Reihe vor sich hin und unterbrach ihren Winterschlaf nur für vereinzelte Remaster oder (mittlerweile wieder eingestellte) Browser- bzw. Handy-Games. Nun hat das Warten allerdings ein Ende, denn mit Onimusha: Way of the Sword ist der Dornröschenschlaf endgültig vorbei.

Ich muss zugeben, dass die Onimusha-Reihe bisher eher an mir vorbeigegangen ist. Als Kind waren mir Ritter und Astronauten irgendwie lieber als Samurai und in den letzten 20 Jahren bot Onimusha dann ja auch kaum Anknüpfungspunkte mehr. Umso erfreuter war ich allerdings, als mich Capcom zu einer Vorab-Runde Onimusha: Way of the Sword eingeladen hat. Einen ganz kleinen Ausschnitt aus dem Abenteuer des (nicht ganz) neuen Protagonisten Musashi durfte ich also schon spielen, und tatsächlich bin ich recht angetan.

Das Antlitz einer Legende

Versucht man sich in das Thema Onimusha einzulesen, wird es einem oft als “Resident Evil mit Ninjas” oder “Samurai Resident Evil” beschrieben, was oberflächlich betrachtet auch Sinn zu ergeben scheint. Gerade die frühen Onimushas, mit ihren fixen Kameraperspektiven, gelegentlichen Rätseln und natürlich den Kämpfen gegen zombieartige Dämonen, erinnern schon sehr an Capcoms bekannte Survival-Horror-Marke.

Aber genau wie sich Resident Evil von seinen Wurzeln im Laufe der Jahre immer mehr entfernt und zum Beispiel die fixen Kameras in den Ruhestand geschickt hat, so erarbeitete sich auch Onimusha eine eigene Identität mit einem Fokus auf Schwertkämpfe, die ein wenig taktischer ausfallen als pures Geballer mit Shotguns und Raketenwerfern.

Im Mittelpunkt von Way of the Sword steht der junge Schwertkämpfer Myamoto Musashi, den man bereits in der Onimusha-Netflix-Serie zu sehen bekam und dessen Gesicht dem legendären japanischen Film-Star Toshirō Mifune nachempfunden ist. Mifune ist berühmt für sein körperbetontes Schauspiel und seine Mitwirkung an zahlreichen Samurai-Filmen wie den Kurosawa-Meisterwerken Yojimbo – Der Leibwächter und Die sieben Samurai.

Aus dem geliehenen Gesicht wurde auch so ziemlich alles herausgeholt, denn die Gesichtsanimationen sind vor allem in den Zwischensequenzen schon sehr beeindruckend und ansprechend. Hier feuert Capcoms hauseigene RE-Engine wieder mal aus allen Rohren. Dazu gesellt sich noch eine ordentliche Prise klassischen Eastern-Humors, wie er auch im unten angefügten Trailer schon durchschimmert, und schon hat man richtig Bock auf eine spannende Samurai-Geschichte. Die Zombie-Dämonen sind da nur noch die Kirsche auf der Horror-Sahne.

Tempel mit Aussicht

Da ist es schon richtig schade, dass der Abschnitt, den ich spielen konnte, so kurz war. Way of the Sword spielt im Kyoto der frühen Edo-Zeit. In der Haut von Musashi starten wir den Angriff auf einen Tempel, der von einer dunklen Wolke aus Miasma umgeben ist und von den bereits erwähnten Genma, also einer Art Dämonen, eingenommen wurde.

Neben einem Schwert ist Musashi aber auch noch mit einem extrem schicken Handschuh ausgerüstet. Der Oni-Handschuh verleiht ihm nicht nur überhaupt erst die Macht, sich gegen die Genma zu wehren, sondern dient ihm auch noch als Kommunikationsgerät mit der mysteriösen “Handschuh-Lady”, welche wohl in dem Accessoire gefangen ist.

Die versorgt ihn mit nützlichen Tipps und hilft dabei, die Kräfte des Handschuhs zu verstehen. Durch den Armschmuck erhält Musashi auch die für die Serie typische Fähigkeit, die Seelen von gefallenen Feinden in sich aufzunehmen. Je nach Farbe der Seelen füllen die zum Beispiel seine Gesundheit oder einen Balken für Spezialangriffe auf.

Neu sind die schwarzen Seelen - eine Mischung aus Seelen und dem schwarzen Miasma, welches sich aus den negativen Gefühlen speist, die bei der Entstehung der Seelen (aka das Ableben des Vorbesitzers) freigesetzt wurden. Stirbt ein Mensch auf besonders grausige und schreckliche Weise, hinterlässt er die schwarze, wabernde Masse.

Saugt ihr eine Portion schwarzer Seelen auf, erhält Musashi eine Vision der vergangenen Ereignisse. Im konkreten Fall unseres Tempel-Besuchs zum Beispiel, erleben wir mit, wie eine Gruppe von Genma Menschen zusammenpfercht und vom Tempel-Balkon in den Abgrund wirft. Einige Menschen scheinen so benebelt, dass sie den Dämonen die Arbeit sogar abnehmen und selber springen bzw. ihre Angehörigen über das Geländer und damit über den Jordan zu befördern.

Nach einigen Scharmützeln gegen verschiedene Formen von Genma tritt im großen Finale der Demo unser Rivale Saski Kojiro auf den Plan. Der Schwertkämpfer trägt ebenfalls einen Oni-Handschuh, im Gegensatz zu Musashi ringt der allerdings nicht mit den moralischen Implikationen, die Kräfte des Handschuhs zu nutzen, sondern gibt sich ihrer voll hin. Das bewahrt ihn allerdings auch nicht davor, im Kampf von mir ordentlich den Hintern versohlt zu bekommen.

Dabei bekomme ich dann auch nochmal einen kleinen Vorgeschmack auf die taktischen Elemente der Schwert-Duelle. Nachdem ich Kojiro einige Male mit dem Schwert zugesetzt habe, löse ich einen sogenannten Break-Issen aus. Jetzt kann ich mich entscheiden, welchen Teil seines Körpers ich gezielt angreifen und beschädigen will, um den Kampf entsprechend zu beeinflussen.

Kontern, Aneinanderketten von Schlägen, das Zurückwerfen von Geschossen und vieles mehr - Onimusha bietet zahlreiche Möglichkeiten im Kampf, die es zu meistern gilt, aber dafür braucht man wohl ein bisschen länger als die 15 Minuten, die mir zur Verfügung standen.

Fazit

Sebastian Ruppert - Portraitvon Sebastian Ruppert
Ein würdiges Comeback mit Schwert und Seele

Nach fast zwei Jahrzehnten Pause wirkt Onimusha: Way of the Sword wie ein würdiger und zugleich erfrischender Neuanfang. Die Kombination aus klassischem Samurai-Flair, cleveren Schwertkämpfen und der stimmungsvollen Dämonen-Atmosphäre zeigt schon jetzt, dass Capcom das alte Fundament nicht einfach nur entstaubt, sondern sinnvoll erweitert hat.

Besonders die Idee der schwarzen Seelen verleiht dem Spiel nicht nur eine gruselige Note, sondern auch erzählerische Tiefe. Zwar lässt sich nach der kurzen Demo noch nicht abschätzen, wie viel Abwechslung, Umfang und Balance das fertige Spiel am Ende bieten wird, doch der erste Eindruck stimmt optimistisch.

>>Wir setzen den Handschuhe mal mit auf die Liste: Die 10 nützlichsten Gadgets in Videospielen<<

Wenn Way of the Sword das Tempo und die Intensität der Probesession über die volle Länge halten kann, dann könnte das Comeback von Onimusha nicht nur Fans der Reihe begeistern, sondern vielleicht sogar ein ganz neues Publikum für Samurai-Horror gewinnen. Bis 2026 müssen aber alte und eventuelle neue Fans noch warten. Einen genaueren Termin gibt es noch nicht.

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