Länderauswahl:
Du wurdest von unserer Mobile-Seite hierher weitergeleitet.

Test - Starship Troopers: Ultimate Bug War! : Test: Pflichtprogramm für alle Fans

  • PC
  • PS5
  • XSX
  • NSw2
Von  |  | Kommentieren

Was macht eigentlich Casper Van Dien? 1997 spielte er die Hauptrolle des Johnny Rico in Starship Troopers. Zwei Jahre später folgte noch ein Auftritt in Tim Burtons Sleepy Hollow, dann war aber auch schon Schluss mit der großen Hollywood-Karriere und es folgten nur noch Rollen in B-Movies. Da ist es gar nicht mal verwunderlich, dass es Auroch Digital, das Studio hinter Warhammer 40.000: Boltgun, geschafft hat, Van Dien für seinen Ego-Shooter Starship Troopers: Ultimate Bug War vor die Kamera zu bekommen. Es ist aber in jedem Fall fantastischer Fanservice – so wie das gesamte Spiel.

Schon die Prämisse von Starship Troopers: Ultimate Bug War! ist fantastisch: Ihr seid nicht als echte Person im echten Krieg gegen echte Arachniden im Einsatz, sondern spielt ein Videospiel im Videospiel – entwickelt von FedDev, finanziert von der Weltregierung.

Dabei schlüpft ihr in die Haut von Samantha “Sammy” Dietz und spielt ihre Kriegsheldengeschichte nach. Zwischen den Einsätzen gibt es immer wieder Einspieler mit Johnny Rico und Sammy sowie Werbespots, die umso mehr dazu anregen sollen, der Mobilen Infanterie beizutreten. Ultimate Bug War ist somit Satire in Form von interaktiver Propaganda – und ich liebe es!

Die Zwischensequenzen treffen die Tonalität des FedNet-Programms aus dem Paul-Verhoeven-Film auf den Punkt und laden immer wieder zum Schmunzeln ein, etwa wenn dafür geworben wird, dass aus eurer Asche Munition hergestellt werden könnte, damit ihr auch nach eurem Heldentod im Krieg noch euren Beitrag leistet. Die Mischung aus Satire und leicht trashigem Charme hat Auroch Digital perfekt getroffen.

Oldschool-Grafik, die nicht nur ästhetische Gründe hat

Die Retro-Optik des eigentlichen Spiels mit pixeligen Texturen und 2D-Soldaten (die Bugs und sämtliche Objekte im Spiel sind hingegen dreidimensional) erfüllt nicht nur die Anforderungen, damit Starship Troopers: Ultimate Bug War als waschechter Boomer-Shooter durchgeht. Sie passt auch perfekt zur oben genannten Prämisse. Wir reden hier immerhin von einer Zukunftsvision, die ursprünglich in den 50ern entstand (damals erschien der Roman Starship Troopers von Robert A. Heinlein) und in den 90ern auf die Kinoleinwände gebracht wurde. Zudem kommt dank der Waffen, Rüstungen, Gebäudearchitektur und Soundeffekten aus den Filmen sowie dem orchestralen Soundtrack und vielen Funksprüchen sofort perfekte Starship-Troopers-Atmosphäre auf.

Hat jemand den Kammerjäger bestellt?”

Nicht nur audiovisuell ist Starship Troopers: Ultimate Bug War ein Fest für Fans der Vorlage, sondern auch spielerisch. Denn hier dreht sich alles ums Abschlachten hunderter Bugs. Die Kampagne schickt euch auf verschiedene Planeten und dadurch in sehr unterschiedliche Szenarien. Seid ihr anfangs noch auf Klendathu, der Heimatwelt der Arachniden, unterwegs, verteidigt ihr später das Urlaubsparadies Zegema Beach und kämpft in den Ruinen von Buenos Aires. Die Schauplätze bieten also schon mal einiges an optischer Abwechslung.

Für eure Aufgaben gilt das nur bedingt. Es geht eigentlich immer nur darum, entweder bestimmte Ziele zu zerstören oder Stellungen zu verteidigen. Das macht aber durchgehend Spaß, weil das Gunplay überzeugt. Egal ob Karabiner, Schrotflinte oder Präzisionsgewehr, jede Waffe fühlt sich toll an. Wenn ihr Bugs aus nächster Nähe eliminiert und deren grünes Blut anschließend euch und eure Waffe benetzt, fühlt ihr euch wahrlich wie ein Kriegsheld der Mobilen Infanterie.

Außerdem profitieren die Missionen vom offenen Leveldesign. Statt Levelschläuchen erwarten euch in Starship Troopers: Ultimate Bug War weitläufige Schlachtfelder. In der Regel präsentiert euch das Spiel mehrere Missionsziele, die ihr in beliebiger Reihenfolge absolviert. In jedem Abschnitt finden sich zudem Geheimnisse (die richtig gut versteckt sind) und manchmal dürft ihr auch einen Mech bemannen und euch damit durch die Bug-Horden schnetzeln – zumindest so lange, bis dem Panzer auf zwei Beinen der Sprit ausgeht und die Selbstzerstörung automatisch eingeleitet wird.

Ein nettes, kleines Detail: Ihr könnt jedem Soldaten, der euch auf dem Schlachtfeld begegnet, salutieren und ihn so als Truppmitglied anheuern. Die KI-Kämpfer begleiten euch dann und unterstützen euch im Gefecht, ihr könnt ihnen jedoch keine Befehle erteilen. Mit einem Taktik-Shooter hat Ultimate Bug War so viel zu tun wie die Bugs mit Bürokratie. Sehr wohl ein taktisches Element erfüllen jedoch die Bombardierungen und andere Arten von Luftunterstützung, die ihr anfordern könnt. Wer diese in besonders brenzligen Situationen einsetzt, macht sich das Leben im Kampf deutlich einfacher.

Nicht nur das erinnert stark an Helldivers 2. Gleiches gilt für die Nachschublieferungen. Ist euch die Munition ausgegangen, wollt ihr vielleicht eine andere Waffe ausrüsten oder benötigt dringend Medizin, müsst ihr nicht die weitläufige Umgebung nach Versorgungsposten absuchen, sondern fordert schlicht an eurer aktuellen Position einen Luftabwurf an. Geschickt eingesetzt, begräbt der auch gleich noch einen Bug unter sich.

Einmal selbst Bug sein

Falls ihr schon immer mal wissen wolltet, wie der Feind tickt, bietet euch Ultimate Bug War zudem mit den Bug-Missionen die perfekte Gelegenheit dazu. In diesen fünf Einsätzen, die ihr im Verlauf der Kampagne nacheinander freischaltet, schlüpft ihr selbst in den Chitinpanzer eines Archies, zerlegt Infanteristen und zerstört deren Basen.

Natürlich handelt es sich dabei nur um Simulationen, die euch den Feind besser kennenlernen lassen sollen. Die sind eine tolle Abwechslung zur normalen Kampagne, allerdings machen die Kämpfe als Bug nicht ganz so viel Spaß wie das Shooter-Gameplay. Es fühlt sich einfach besser an, in der Ego-Perspektive Arachniden mit Schusswaffen zu durchlöchern, als mit einem großen Bug aus der Third-Person-Ansicht die ach so klein wirkenden Menschen zu schlachten.

Trotzdem sind die Bug-Missionen eine schicke Ergänzung zur Hauptkampagne. Das Gesamtpaket wird euch aber kaum länger als fünf bis sechs Stunden beschäftigen, außer ihr wollt wirklich alle Geheimnisse finden und das Spiel auf einem der höheren Schwierigkeitsgrade durchspielen. Starship Troopers: Ultimate Bug War ist aber eben auch längst kein Vollpreistitel. Ich hätte mir jedoch einen Koop-Modus gewünscht. Gemeinsam mit Freunden über die Schlachtfelder zu fegen und den Bugs in ihre Hintern zu treten, wäre schon ziemlich cool gewesen.

Greift zu, wenn...

… ihr Fans von Starship Troopers seid und gerne Hundertschaften an Bugs die Radieschen von unten zeigen möchtet.

Spart es euch, wenn...

… Retro-Grafik und Boomer-Shooter nicht euer Ding sind und Spiele für euch mindestens zehn Stunden lang sein müssen.

Fazit

Jens Bremicker - Portraitvon Jens Bremicker
Hier leiste ich gerne meinen Beitrag

Starship Troopers: Ultimate Bug War ist ein sehr simpler Boomer-Shooter. Die Gefechte sind fordernd, weil euch das Spiel sehr viele Bugs entgegen wirft und nicht, weil die Gegner eine sonderlich ausgeprägte KI haben. Die Story ist dünn und die Spielzeit knapp bemessen. Starship Troopers: Ultimate Bug War ist aber auch ein clever konzipiertes Produkt. Das Spiel als Spiel im Spiel selbst zum Teil der eigenen Lore zu machen und es dementsprechend zu inszenieren, ist so simpel wie genial.

>> Die 10 besten Extraction-Shooter im Ranking <<

Starship Troopers: Ultimate Bug War ist aber vor allem eine Liebeserklärung an den Paul-Verhoeven-Film. Den echten Johnny Rico in den Zwischensequenzen zu sehen, lässt Fanherzen höher schlagen. Soundeffekte, Musik, Humor, das Schlachtfeldgefühl – den Geist der Vorlage hat Auroch Digital perfekt getroffen. Und dann macht das Ballern auch noch richtig viel Spaß. Ein Koop-Modus hätte Ultimate Bug War noch so richtig abgerundet, aber auch als reines Singleplayer-Vergnügen kann ich den Titel jedem empfehlen, der auch nur minimal etwas für Starship Troopers und Boomer-Shooter übrig hat.

Überblick

Pro

  • tolle Starship-Troopers-Atmosphäre
  • fetziges Gunplay
  • angenehm offenes Leveldesign
  • tolle Rahmung mit fantastischen Live-Action-Cutscenes
  • Bug-Missionen sind eine nette Abwechslung

Contra

  • recht kurze Kampagne
  • kein Koop-Modus
  • mehr Varianz bei den Aufgabenstellungen wäre nett gewesen

Awards

  • Games Tipp
    • PC
    • PS5
    • XSX
    • NSw2

Kommentarezum Artikel