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Test - Warhammer 40.000: Space Marine – Master Crafted Edition : Test: Waaaghsinnig lieblos umgesetzt

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Knappe 14 Jahre nach dem ursprünglichen Release verpasst Sega dem ersten Warhammer 40.000: Space Marine eine ordentliche Frischzellenkur – zumindest so das Versprechen. Alternativ ist nämlich auch denkbar, dass man lediglich den immensen Erfolg des Nachfolgers für ein bisschen schnell verdientes Geld ausnutzen wollte und uns mit einem halbherzigen Remaster versorgt. Die Wahrheit schmerzt mehr als ein direkter Treffer einer Bazzukka.

Selbst ohne persönlichen Bezug zum Warhammer-Universum könnt ihr durchaus einige vergnügliche Stunden mit Space Marine in der Master Crafted Edition verbringen. Haufenweise Orks und Chaos-Truppen aus der Third-Person-Perspektive in ihre Einzelteile zu zerschießen, ohne dabei allzu viele graue Zellen zu beanspruchen, funktioniert mit fast jedem Überbau. Wobei ich schon sagen muss: Der Stil von Warhammer 40.000 zählt nicht umsonst zur Speerspitze der düsteren Science-Fiction.

Im direkten Vergleich mit Space Marine 2 offenbaren sich doch einige Kinderkrankheiten. Die Finisher zur Lebensregeneration dauern etwas zu lange und die anschließende Unverwundbarkeit hält zu kurz an, was gerne im virtuellen Ableben endet. Auch die Nahkampfkombos wiederholen sich schnell und auflockernde Elemente wie Abschnitte, in denen ihr euch ein Jetpack auf den Rücken schnallt, treten zu selten auf.

Die schelmische Freude an der rohen Gewalt bleibt dennoch erhalten, und wenn ihr den Nachfolger kennt und Interesse an der Vorgeschichte von Titus hegt, seid ihr hier bestens aufgehoben. Zumindest, wenn ihr über die Ärgernisse der Master Crafted Edition hinwegsehen könnt.

Schöner die Orks nie platzten?

Die Versprechungen von Sega und SneakyBox für die Neuauflage fallen durchaus vollmundig aus: höhere Auflösung, bessere Texturen, schickere Charaktermodelle, überarbeitete Steuerung, eine Frischzellenkur für das HUD und auch neu gemasterten Sound wollen die Entwicklerinnen und Entwickler der Ballerbude spendiert haben. Außerdem sind alle DLCs enthalten und der Multiplayer-Modus bekommt Crossplay spendiert – bei einem saftigen Verkaufspreis von knapp 40 Euro ist das aber auch das Mindeste.

Die Animationen der Figuren und Finisher sehen nun schmucker aus und die Texturen sind sichtbar höher aufgelöst, was vor allem bei den überarbeiteten Charaktermodellen eine helle Freude ist. Rüstungen von Ultramarines fahren enorm viele Details auf und entsprechend authentischer wirken sie nun.

Doch insgesamt macht Warhammer 40.000: Space Marine in der Master Crafted Edition keine sonderlich gute Figur. Vor allem die Umgebungen wirken noch öder und langweiliger als im Original von 2011. Denn wenn das Warhammer-Universum unter einem Problem leidet, dann ist das Farbarmut. So schickt euch das Spiel die meiste Zeit über lediglich von grauen Fabriken zu braunen Schlachtfeldern und weiter auf graubraune Raumschiffe oder Züge.

Space Marine 2 machte in dieser Hinsicht einen deutlich besseren Job und schuf farbenfrohe, abwechslungsreiche und doch bedrohliche Umgebungen. Der Vorgänger leidet selbst in der Master Crafted Edition unter vorwiegend drögen Gebieten.

Immerhin entschlacken die Entwicklerinnen und Entwickler das HUD spürbar, sodass es nicht mehr große Teile des Bildes einnimmt. Dazu gesellen sich ein paar frische Effekte, beispielsweise für aufsteigenden Rauch, die in der insgesamt altbackenen Optik aber fast schon deplatziert wirken.

Genau hinhören!

Auch am Sound wurden Verbesserungen vorgenommen und die machen sich besonders an einer Stelle bemerkbar: Die Orks brüllen nun deutlich mehr Sprüche. Das klingt auf dem Papier nach wenig, aber in der Praxis gehen einem ihre ulkigen Ausrufe nicht mehr so schnell auf den Keks.

Das ändert aber nichts an der unmotivierten deutschen Sprachausgabe, die erschreckend emotionslos aus den Lautsprechern dringt. Während die Grünhäute manchmal noch einen Hauch von Gefühlen oder zumindest Blutlust auffahren, schlafen die Space Marines und Astra Militarum während dem Reden fast ein – mein Tipp: englische Synchronvariante!

Immerhin dröhnen die restlichen Soundeffekte angemessen brachial aus eurem gewählten Wiedergabegerät. Bombeneinschläge, Schüsse oder einfach das schwere Stampfen von Titus knallen zwar nicht ganz so krass wie beim Nachfolger, aber sorgen noch genügend für passendes Warhammer-Feeling.

Greift zu, wenn...

… ihr das erste Abenteuer von Captain Titus noch nicht erlebt habt und über einige Probleme und den zu hohen Preis hinwegsehen könnt.

Spart es euch, wenn...

… ihr eine vollwertige Neuauflage inklusive frischer Features erwartet.

Fazit

Dennis Hilla - Portraitvon Dennis Hilla
Keine Häresie, der Imperator wäre aber dennoch enttäuscht

Bei der Master Crafted Edition von Warhammer 40.000: Space Marine handelt es sich um ein Remastered, wie es im Buche steht. Euch erwarten keine großen Neuerungen oder Quality-of-Life-Verbesserungen, stattdessen servieren euch Sega und SneakyBox die altbekannte Schlachtplatte mit kleineren Anpassungen. Orks sind sowieso cooler als Tyraniden und etwas stumpfes Ballern geht bei mir immer. Dennoch bin ich nicht komplett begeistert.

Die neuen Charaktermodelle und Animationen wirken sich zumindest bei den Space Marines positiv auf das Gesamtbild aus, bei den Orks hingegen muss man zur Wahrnehmung der Unterschiede schon genau hinschauen. Dank knackscharfer 4K-Auflösung fällt zudem auf, wie trostlos das Geschehen eigentlich ist und schon immer war. Triste Industrieanlagen und Trümmerfelder passen zwar zur düsteren Tabletop-Welt, die graubraune Farbpalette langweilt aber schnell – hier präsentierte sich der Vorgänger deutlich hübscher.

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Immerhin wurde das HUD entschlackt und auch der Sound knallt ordentlich fett aus den Boxen. Besonders im Horde-Modus sind die Ärgernisse aufgrund der herrlich stumpfen Dauerfeuer-Action schnell vergessen. Doch der Nachfolger bekommt diesen in Kürze via kostenfreiem Patch nachgeliefert. Generell ist die Master Crafted Edition mit knapp 40 Euro für das Gebotene schlicht zu hoch bepreist – ein typischer Kandidat für den Sale oder ergebene Anhänger des Imperiums.

Überblick

Pro

  • herrlich stumpfer Spielablauf
  • gelungene Warhammer-Atmosphäre mit jeder Menge WAAAGH
  • mehr Voicelines für die Orks
  • überarbeitete Charaktermodelle durchaus schick
  • Soundmischung insgesamt gelungen

Contra

  • größtenteils gelangeweilte deutsche Synchronisation
  • Texturen immens öde
  • Farbschema langweilt nach wenigen Kapiteln bereits
  • gähnend leere Multiplayer-Server
  • überzogene Preisvorstellung

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