Special - Windrose : Einsteiger-Guide: Diese Tipps hätten wir gerne vorher gewusst
- PC
Windrose ist der neue Stern am Survival-Game-Himmel. Bereits im Early Access glänzt der Titel mit ordentlichem Umfang, vor allem aber mit gut durchdachten Spielmechaniken. Doch nicht alles davon erschließt sich automatisch im Spielverlauf. Damit ihr einen guten Einstieg in das Piratenabenteuer habt, erklären wir euch im Folgenden einige der Grundlagen.
In vielen Aspekten folgt Windrose gängigen Genrestandards. Wie in Enshrouded, Valheim und Co. startet ihr mit so gut wie nichts und seid in den ersten Spielminuten damit beschäftigt, Ressourcen wie Holz und Stein zu sammeln, um grundlegendes Werkzeug und einen primitiven Unterschlupf zu bauen. Recht schnell werdet ihr feststellen, dass die virtuelle, fiktionalisierte (weil prozedural generierte) Version der Karibik des frühen 18. Jahrhunderts voller Gefahren steckt.
Selbst so manch harmlos aussehender Dodo ist hier auf Krawall gebürstet und will euch ans Leder. Wenn ihr anfangs noch nicht wisst, wie das Kampfsystem funktioniert, und keine gute Ausrüstung habt, kann das schnell im Bildschirmtod enden.
Die Blocken-Mechanik verstehen
Prinzipiell ist die Kampfmechanik in Windrose simpel und wenn ihr mal Dark Souls oder ein anderes Sous-like gespielt habt, werdet ihr euch schnell zurechtfinden. Im Nahkampf führt ihr leichte und schwere Schläge aus und könnt gegnerische Attacken blocken sowie ausweichen. Alles davon kostet Ausdauer - bis auf das Blocken. Das ist der große Unterschied zu den üblichen Souls-likes und die Besonderheit des Kampfsystems von Windrose.
Fürs Blocken gibt es eine eigene Ressource, dargestellt durch Schildsymbole in der Bildschirmmitte. Verteidigt ihr euch gegen den Angriff eines Gegners, indem ihr eure Waffe quer haltet und ihn so abwehrt, gehen diese Schildsymbole zu Bruch, ihr verbraucht dabei aber keine Ausdauer. Wenn jedoch alle Schilde aufgebraucht sind, könnt ihr nicht mehr blocken. Die Schilde werden zwar automatisch wiederhergestellt, das dauert jedoch einige Sekunden - und die können in den Kämpfen entscheidend sein.
Der Clou des Kampfsystems ist also, dass ihr mit zwei Ressourcen haushalten müsst: Ausdauer und Blockenergie. Ist Ersteres knapp, müsst ihr feindliche Attacken blocken, und wenn alle Schilde aufgebraucht sind, bleibt euch wiederum nur das Ausweichen. Doch Vorsicht: Wenn eure Ausdauer aufgebraucht ist, könnt ihr euch kurzzeitig nur ganz langsam bewegen. Noch fataler ist es jedoch, wenn alle Schildsymbole weg sind und ihr dann blocken wollt: Das schlägt dann immer fehl, woraufhin ihr nicht nur Schaden erleidet, sondern auch kurz benommen seid.
Der beste Weg zum Sieg in Windrose ist, das perfekte Blocken zu lernen. Statt die Blocken-Taste gedrückt zu halten, betätigt ihr sie in exakt dem Moment, wenn der Angriff des Gegners euch treffen würde. Dann verbraucht ihr dabei nämlich keine Schilde. Wichtig: Eure Waffenwahl spielt hierbei eine entscheidende Rolle.
Mit Säbeln, Rapieren und Großschwertern bedeutet ein perfekter Block, dass ihr den gegnerischen Angriff pariert. Das führt dazu, dass euer Feind Schilde verliert und wenn sie alle aufgebraucht sind, gerät er ins Wanken - die perfekte Gelegenheit für euch, es ihm so richtig zu zeigen. Mit anderen Waffen, also Hellebarden, Keulen, Streitkolben und Schusswaffen, könnt ihr nicht parieren. Das perfekte Blocken ohne Schildverbrauch funktioniert trotzdem.
So steigt ihr in Windrose im Level auf
Windrose bringt eine ordentliche Prise Rollenspiel mit sich. Ihr sammelt ganz klassisch Erfahrungspunkte, um im Level aufzusteigen und sowohl Attribut- als auch Talentpunkte zu erhalten. Erstere investiert ihr in die Werte Stärke, Beweglichkeit, Präzision, Meisterschaft, Vitalität und Kondition.
Die letzten drei sind eigentlich die wichtigsten Attribute, denn sie bieten globale Vorteile: Vitalität gibt euch mehr Lebensenergie, Kondition mehr Ausdauer und Meisterschaft erhöht die Chance auf kritische Treffer. Die anderen vier Werte beeinflussen wiederum die Effektivität von Waffen, ähnlich wie in Dark Souls, Elden Ring und Co.
Talentpunkte wiederum gebt ihr aus, um neue Skills im Talentbaum freizuschalten oder bereits erlernte zu verbessern. So könnt ihr etwa den Ausdauerverbrauch beim Ausweichen und Springen reduzieren oder die Nachladegeschwindigkeit von Schusswaffen erhöhen. Sowohl eure vergebenen Attribut- als auch Talentpunkte könnt ihr jederzeit kostenlos zurücksetzen und neu verteilen.
Aber wie levelt ihr eigentlich auf? Ihr erschlagt zig Dodos, Wildschweine und Untote und nichts passiert hinsichtlich eures Charakterfortschritts? Ja, korrekt! In Windrose gibt es keine Erfahrungspunkte für das Besiegen von Gegnern. Auch das Sammeln von Ressourcen oder Crafting bringen euch keine EP ein, wie es in manch anderen Survival-Spielen der Fall ist. Die einzigen Erfahrungsquellen sind Quests und die Welterkundung.
Für jede abgeschlossene Mission erhaltet ihr Erfahrungspunkte. Zum Glück bietet Windrose auch eine Vielzahl an Aufträgen, aufgeteilt in Haupt-, Neben- und Fraktionsquests. Daneben gibt es für jede erkundete Sehenswürdigkeit EP. Plündert alle Truhen, die ihr in Lagern und Ruinen findet, und die Punkte wandern auf euer Konto. Daher ist es immer ratsam, neue Inseln anzusteuern, auch wenn euch keine Quests dorthin führen.
Fraktionen und Ruf
Windrose sollte ursprünglich eine Art Survival-MMO werden, ähnlich wie Dune: Awakening. Von diesem Plan sind die Entwickler zwar abgerückt, Spuren darauf finden sich aber noch im Spiel. Das Fraktionssystem fühlt sich nämlich wie eine typische MMO-Mechanik an. In der Spielwelt sind neben den Schergen von Bösewicht Blackbeard auch noch einige andere Schiffscrews unterwegs, die euch nicht feindlich gesinnt sind. Da wären zum Beispiel die Bukaniere und die sogenannte Bruderschaft der Küste.
Die Fraktionen haben ihre eigenen kleinen Lager in der Spielwelt und ebenso Vertreter in Tortuga. Jede von ihnen hat drei wichtige NPC-Arten in ihren Reihen: Kopfgeldjäger, Käufer und Versorger. Erstere nehmen euch sehr gerne Insignien ab, die ihr von besiegten Piraten und als Beute versenkter Schiffe erhaltet. Im Austausch dafür erhaltet ihr Rufpunkte und erhöht so den Ruflevel bei der jeweiligen Gruppierung. Bei Käufern wiederum könnt ihr bestimmte Beute für Piaster veräußern.
Die Silbermünzen sind nötig, um bei Versorgern auf Shoppingtour zu gehen. Jede Fraktion hat exklusive Baupläne für Kleidungssets und Dekorationen sowie jeweils eine bestimmte Art von Crafting-Ressource im Angebot. Der Haken: Ihr braucht nicht nur Moneten, um den Kram kaufen zu können, sondern auch die passende Rufstufe. Die teuersten Deko-Objekte verkaufen die Fraktionen nur an diejenigen, die Ruflevel 4 bei ihnen erreicht haben. Wenn ihr also bestimmte Baupläne einer Partei haben möchtet, solltet ihr eure Insignien immer bei deren Kopfgeldjäger und nicht jemand anderem abliefern.
Apropos Dekorationen: Komfort ist wichtig
Das Bausystem in Windrose ist eine seiner großen Stärken, weil es bereits jetzt im Early Acceess sehr viele Quality-of-Life-Features bietet, einfach zu bedienen ist und euch trotzdem sehr viele Optionen bietet (wenn auch nicht ganz so viele wie in Enshrouded). Ihr könnt Stunden damit verbringen, die Piratenfestung eurer Träume oder einen prächtigen Hafen zu errichten. Und das Tolle daran ist: Das alles dient nicht nur dazu, dass Kreativlinge sich austoben können, einfach weil ihnen das Bauen und Gestalten intrinsisch Spaß macht. Es gibt auch einen Gameplay-relevanten Grund, eure Basis mit Dekorationen auszustatten.
Wenn ihr euch in eurem Zuhause aufhaltet, profitiert ihr von einem Ausgeruht-Buff. Der sorgt dafür, dass sich eure Ausdauer schneller wieder auflädt, was besonders beim Ressourcensammeln praktisch ist. Ihr habt am Anfang nicht viel Ausdauer und wenn ihr mal in einer Höhle Kupfer abbaut, werdet ihr ständig kurze Unterbrechungen machen müssen, weil dieser Vorgang nun mal sehr anstrengend ist. Da ist es ein enormer Vorteil, wenn der Ausgeruht-Status noch aktiv ist und sich der Ausdauerkreis deutlich schneller füllt als üblich.
Der Buff hält von Haus aus nur wenige Minuten an, dieser Zeitraum lässt sich aber verlängern, indem ihr den Komfortlevel eurer Basis erhöht. Dafür platziert ihr Dekorationen. Nicht alle, aber viele Zierobjekte bringen Komfortpunkte. Klar, wenn euch die Optik eures Heims egal ist, könnt ihr die Gegenstände auch einfach wahllos in die Umgebung setzen. Aber falls ihr euch eben gerne Mühe beim Dekorieren gebt, ist es doch schön zu wissen, dass sich das auch spielerisch für euch lohnt.
Wichtig hierbei: In den meisten Deko-Kategorien sind die Komfortboni nicht stapelbar. Ihr könnt also nicht hundertfach den gleichen Tisch bauen und so den Komfortlevel besonders schnell in die Höhe treiben. Bei Jagdtrophäen wiederum geht das in der Theorie, dafür braucht ihr aber die entsprechenden tierischen Überreste, also beispielsweise einen Dodo- oder Eberkopf - und die erhaltet ihr längst nicht von jedem erlegten Tier. Zudem müsst ihr erst entsprechende Herausforderungen abschließen, um die Trophäen freizuschalten, indem ihr etwa 40 Eber tötet. Das geht aber zugegeben recht schnell, da die Schweine mit die häufigsten Gegner im Startbiom sind.
Schnellreise ist wichtig!
Ich sag’s, wie es ist: Normalerweise bin ich jemand, der in vielen Spielen Schnellreisen vermeidet. Oftmals ist die Angst da, ich könnte etwas in der Welt verpassen, und noch dazu sind Schnellreisesysteme in der Regel nicht immersiv. In Skyrim einen Kutscher bezahlen, dass er mich von einer Stadt zur anderen bringt? Ok! Aber mich einfach von jedem beliebigen Punkt aus zu jedem bereits entdeckten Ort teleportieren? Nein, danke!
In Windrose habe ich diesen Gedanken sehr schnell aufgegeben und das solltet ihr auch tun, falls ihr ähnlich tickt wie ich. Das Karibik-Setting mit seinen etlichen Inseln, die teilweise sehr weit auseinander liegen, lässt dem Schnellreisesystem eine extrem hohe Bedeutung zukommen. Denn wenn ihr in Windrose das Zeitliche segnet, landet ihr stets bei eurem zuletzt genutzten Spawn-Punkt. Nun könnt ihr zwar auf jeder Insel flott ein Lagerfeuer und ein Zelt errichten, aber sowas vergisst man ja auch gerne mal - und wenn ihr auf hoher See baden geht, weil ihr in einem Schiffskampf den Kürzeren gezogen habt, hilft euch das auch nicht immer.
Zudem sind die Wege von A nach B einfach sehr lang und die bislang verfügbaren Schiffe fahren allesamt nicht sonderlich schnell. Die 22 Knoten der Blackbeard-Brigantine sind da aktuell das Höchste der Gefühle. Daher mein Rat, um euch wertvolle Lebenszeit und viel Frust zu ersparen: Stellt immer fleißig Schnellreise-Glocken her und baut damit Schnellreisepunkte auf allen wichtigen Eilanden! Die Glocken sind nicht teuer: Zehn Kupferbarren und drei Seile habt ihr nach einer gewissen Spielzeit im Nu hergestellt und pro Schnellreisepunkt braucht ihr bloß noch 20 Stück Holz.
Tortuga und die Fraktionslager bieten zusätzliche Schnellreisepunkte. Und das Tolle ist: Ihr könnt nicht nur direkt von einem Punkt zum anderen reisen, sondern die Schnellreise auch jederzeit nutzen, während ihr hinter dem Steuer eures Schiffs steht - außer natürlich, ihr befindet euch gerade in einem Kampf.

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