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Test - Call to Arms: Panzer Elite : Early Access Test: Wie World of Tanks, aber im Singleplayer?

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Als „Panzer-Sim“ wurde Call to Arms: Panzer Elite in der Pressemitteilung angekündigt – angesichts der actionlastigen Spielmechanik etwas wohlgemeint, denn die Einsätze mit verschiedensten Kettenfahrzeugen der Wehrmacht fetzen, sprichwörtlich (Treffer!) wie buchstäblich (die Landschaft). Ob die Kurzweil auch länger trägt?

„World of“ als Bestandteil von Spieletiteln scheint kommerziellen Erfolg zu garantieren. Seit Jahrzehnten rotieren bei den Blizzards für World of Warcraft die Kontostandszähler, und seit immerhin 2010 freut man sich bei Wargaming über den enormen Erfolg des Panzer-MMOs World of Tanks.

160 Millionen Menschen haben sich insgesamt bei der Kettenfahrzeug-Kabbelei angemeldet. Es scheint also, dass sich mit einem Arsenal an tonnenschweren Vehikeln eine ordentliche Zielgruppe erreichen lässt – und so schickt Digitalmindsoft jetzt Tiger, Panther und Panzer 4 Ausführung G auf die Bildschirme. Das historische Setting jenseits des Militärischen wird dabei weitgehend ausgeblendet, die gewählten Szenerien als rein strategische Auseinandersetzung präsentiert.

Besonders augenfällig: Call to Arms: Panzer Elite macht optisch richtig was her. Im Jahr 2025 sind komplette Kinnlade-am-Boden-Momente natürlich seltener geworden, doch im Spiel überzeugen Landschaft, Fahrzeugmodelle und Wumms! die Effekte, wenn es aus den Kanonenrohren feuert. Denn ganz klar, das wichtigste Feature eines Panzer-Spiels ist, die Zerstörungskraft der Vehikel überzeugend in Szene zu setzen.

Das gelingt einerseits über die wuchtigen Sound- und Grafik-Effekte der Marke „Wenn sich die Nachbarn nicht beschweren, war es zu leise“. Und andererseits über die zerstörbare Landschaft, in der wir Scheunen und sonstige Sichtbehinderungen unbürokratisch mit der Bordkanone beseitigen. Neben verschiedenen Zoom-Stufen ist auch ein Perspektivwechsel zwischen Ego- und Third-Person-Ansicht möglich – ersterer besser beim Schießen, letzteres beim Fahren.

Während der Missionen können sich die Ziele ändern – und die Landschaft ohnehin. Das schafft einiges an Dynamik, teilweise sogar regelrechte Hektik – prima! Reparieren und Neubeladen ist während der Einsätze auch möglich und teilweise dringend erforderlich. Und zwischen und vor den Missionen hängen wir im Hangar ab – davon kommt das Wort doch auch, oder? – und stellen unser Arsenal für den nächsten Einsatz zusammen. Hier hingegen wirkt die Grafik deutlich steriler und etwas aus der Zeit gefallen.

Weitreichende Steuer-Erleichterungen

Wer schon einmal die nicht endenden Lexikon- oder Wikipedia-Artikel zu Panzern gelesen hat, weiß: Die Dinger sind verdammt komplex. Üblicherweise vier Besatzungsmitglieder, in größeren Vehikeln auch mehr. Mehrere Munitionsarten, ein sich drehender Turm, meist mehrere Waffen – bis hin zu hypothetischen Mehrfachturm-Konzepten.

Hierbei die richtige Balance zu finden zwischen WASD+Linksklick und „mit Alt-Strg-G die Kühlflüssigkeitszufuhr erhöhen“, war nicht einfach – aber es ist meistens gelungen. Besatzungsmitglieder und Bewaffnung, aktuelle Geschwindigkeit, eingelegter Gang, Schadensmodell, andere verfügbare Fahrzeuge zum Wechseln, das gegenwärtig verfügbare Arsenal, all das wird angezeigt inklusive Tastaturkürzel.

Auf kleineren Monitoren kann das etwas überfrachtet wirken, aber insgesamt fühlen wir uns damit gut für die Schlacht gerüstet. Auch das eigentliche Bewegen der Fahrzeuge bildet einen Kompromiss, der die Behäbigkeit der Ungetüme und die unabhängige Bewegung des Turmes abbildet, ohne zwangsläufig in die Einparkversuche bei der ersten Fahrstunde des Verfassers zu münden.

Die Besatzung redet auch untereinander und informiert uns etwa, ob der letzte Schuss getroffen hat und wenn ja, was genau – ist das gegnerische Fahrzeug schuss- oder bewegungsunfähig? Neben den Texteinblendungen kommen hierbei leidlich erträgliche KI-synthetisierte Stimmen zum Einsatz. Überhaupt: Laut der Steamseite gönnt sich das Team maschinelle Unterstützung nicht nur bei Audio und Übersetzung, sondern in Teilen auch bei den Fahrzeugmodellen.

Es ist ja noch so früh

Dass bei einem Early-Access-Titel noch nicht alles dreimal poliert in der Sonne glänzt, verstehen wir – trotzdem wollen wir auf einige bestehende Schwierigkeiten aufmerksam machen. Zum Einen und möglicherweise gravierendsten: Derzeit gibt es noch keine Checkpunkt- oder Speicherfunktion im Spiel, was insbesondere bei längeren Einsätzen für Frustration sorgen kann.

Und so sehr das Team sich KI-Unterstützung bei einigen Bestandteilen des Spiels geholt hat, so sehr hapert es mit der Künstlichen Intelligenz im Spielablauf selbst. Unsere Begleit-Infanterie läuft uns teilweise vor die Ketten, als hätten sie Überlebenstraining bei den Sammlern aus Command & Conquer gemacht. Auch befreundete oder gegnerische Fahrzeuge verhalten sich nicht immer plausibel.

Für die aktuell größten Diskussionen sorgt jedoch die Preis- und DLC-Politik. Uns würde für die Testversion die „Deluxe“-Version zur Verfügung gestellt mit drei zusätzlichen Karten und ein paar mehr Skins, in der Basis-Fassung dürften Panzerfahrerinnen und -kommandeure jedoch relativ schnell jeden Grashalm der Westfront gesehen haben. Es bleibt zu hoffen, dass Digitalmindsoft auch in der Standardfassung bald mehr Inhalte nachliefert, denn grundsätzlich rollt das Spiel auf einem sehr soliden Fahrwerk!

Greift zu, wenn...

… Panzer fahren! Panzer fahren!

Spart es euch, wenn...

… ihr immer noch mit Freude an Tastaturschablonen aus den 90ern mit sämtlichst dreifach belegten Tasten denkt.

Fazit

Christian Burtchen - Portraitvon Christian Burtchen
World of Tanks in schön? Gerne doch, aber ...

So sperrig der reine Name des Titels daherkommt, so zugänglich ist Call to Arms: Panzer Elite tatsächlich geworden. Trotz der Lack-Schäden, die teilweise in der Natur des Early Access liegen, haben mir die dramatischen Schusswechsel viel Freude bereitet. Nicht ganz so trivial wie andere Panzer-Ballereien, aber eben auch ohne Simulation jedes einzelnen Kettengliedes: eine wunderbare Balance.

Und der wichtigste Aspekt, die ungeheure Wirkmacht der Fahrzeuge zu inszenieren: vorzüglich. Sich in letzter Minute hinter eine zumindest für ein paar Sekunden stehende Häuserwand zu retten oder eben Augenblicke vor dem heranstürmenden Sherman-Panzer den entscheidenden Schuss abzusetzen, macht wirklich einige Zeit Spaß.

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Demgegenüber stehen kleinere Interface- und KI-Makel und ein derzeit nicht ganz überzeugender Umfang. An allem sollte sich noch etwas machen lassen. Nicht nur, weil es dem Spiel gut täte, sondern auch, weil die Community zurecht die aktuelle Politik bemäkelt. Und gerade bei Panzern denkt ja niemand an kleine Smart-Parklücken!

Überblick

Pro

  • Ordentliche Grafik
  • Nachvollziehbare, immersive Fahr- und Kampfphysik
  • Gute Balance aus Simulation und Action
  • Koop-Modus

Contra

  • Early-Access-typische Startschwierigkeiten (KI, Sounds, Speichern…)
  • Fragwürdige DLC-Politik
  • Fragezeichen bei der Langzeitmotivation
  • Teilweise überfrachtetes Interface

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