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Preview - EA Sports FC 26 : Karriere, Ultimate Team, Clubs: Es tut sich einiges!

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Andreas Wilsdorf ist als Line Producer einer der Hauptverantwortlichen für die Karriere in EA Sports FC 26. Wenn der Deutsche über den Modus spricht, dann mit dem Enthusiasmus und der Vision eines Fußballfans, der selbst gerne zum Controller greift. Damit ist er nicht allein: In den vergangenen beiden Jahren stiegen die Spielerzahlen der Karriere an und machten klar, dass dieser Modus nach wie vor seine Daseinsberechtigung hat. Doch Andreas weiß auch, dass es Baustellen gibt. Eine der größten wird mit EA Sports FC 26 geschlossen: Die Trainer nehmen nun eine deutlich wichtigere Rolle ein, genau wie im realen Fußballgeschäft.

Mit „Manager Live“ führt EA ein Live-Service-System ein, das an reale Fußballereignisse der Vergangenheit und Gegenwart angelehnt ist. Darin stellt ihr euch regelmäßig neuen Challenges ganz unterschiedlicher Art, vom Erreichen eines bestimmten Umsatzes bis hin zum der Gewinn der Meisterschaft nur mit Nachwuchsspielern.

Dank vielfältiger Parameter dürft ihr den einzelnen Challenges einen individuellen Charakter verpassen: Blockierte Transfers, keine Spielwiederholungen oder strenge Schiedsrichter fordern euch auf kreative Weise heraus. Erledigte Aufgaben schalten entweder besondere Trikots für die Managerkarriere frei, unter anderem das ikonische Deutschland-Jersey von 1990, oder bringen Erfahrungspunkte für den Season Pass ein.

Erfolg oder Abflug

Die klassische Managerkarriere dreht sich stärker um Job-Sicherheit und Reputation. Ein eigener Manager-Transfermarkt sorgt dafür, dass Trainerjobs dynamischer als je zuvor sind. Wer die vom Verein gesteckten Ziele nicht erfüllt, riskiert die Entlassung. Genauso können erfolgreiche Trainer von anderen Vereinen abgeworben werden, selbst einen Wechsel fordern oder nach vielen Jahren im Fußball-Zirkus in den Ruhestand gehen. Verlässt ein Trainer plötzlich seinen Verein, übernimmt vorübergehend sein vormaliger Assistent. Stellt sich dieser Übergangs-Coach gut an, kann er zum Vollzeit-Trainer aufsteigen. Das alles passiert nicht nur bei den Männern, sondern trifft genauso auf die Frauenmannschaften zu.

Unpassende Fantasie-Transfers soll es dabei nicht geben. So würde Manchester City nach der Trennung von Pep Guardiola sicher keinen Nachfolger einstellen, der ausschließlich lange Bälle spielen lässt und hinten mit fünf Verteidigern mauert. Die Vereine verfolgen bei der Besetzung des wichtigen Postens eine gewisse Philosophie, eben so wie im realen Fußball.

Icons und Heroes können ebenfalls als Manager verpflichtet oder als Profi selbst gespielt werden. Ob Zinedine Zidane, David Beckham oder Mia Hamm – die Legenden verleihen jeder Karriere zusätzlichen Glanz. Wie im vergangenen Jahr könnt ihr einige Icons gleich zum Launch einsetzen, weitere kommen später per Update hinzu.

​Was Falsches gegessen?

Ebenfalls neu sind dynamische Zwischenfälle, die eine Saison mächtig aufmischen können: Lebensmittelvergiftungen vor einem wichtigen Spiel, plötzliche Verletzungen nach Länderspielen, finanzielle Engpässe im Club, eine Vereinsübernahme oder unglückliche Spieler, die mit Heimweh kämpfen. Diese Zufallsereignisse sollen für zusätzliche Spannung sorgen.

Die Statistiker unter euch kommen ebenfalls auf ihre Kosten: Informationen aus sämtlichen Wettbewerben werden nun übersichtlich zusammengeführt. Die fünf großen Ligen erhalten eine erweiterte Simulation mit detaillierten Leistungsdaten für Spieler und Trainer, inklusive der verschiedenen UEFA-Wettbewerbe.

Auch die Spielerkarriere erhält ein Update. 13 Archetypen wie „Finisher“, „Maestro“, „Sweeper Keeper“ oder „Engine“ sollen unterschiedliche Spielstile und Charaktere bieten, inspiriert von diversen Icons. Zudem wird es neue „Origin Stories“ geben, etwa „Hand of Goal“ für Torhüter, die der Karriere eine persönliche Note verleihen.

Diverse Quality-of-Life-Verbesserungen wurden ebenfalls vorgenommen. Schnellauswahl-Menüs sollen für eine bessere Navigation sorgen, Spielerpotenziale werden nun direkt in den Scouting-Berichten angezeigt, das Transferverhalten der KI-Teams soll realistischer sein, es wird mehr Startpunkte für die Live-Karriere geben und internationale Jugendturniere finden in unterschiedlichen Stadien statt. Ein verbessertes Bewertungssystem, erweiterte Taktik-Optionen, Vorschlagslisten, Watchlists und frei editierbare Managernamen erhöhen die Immersion zusätzlich.

Ultimate Team: Fokus aufs Feintuning

Zusätzliche Herausforderungen, ein vereinfachtes Fortschrittssystem und neue Anti-Frust-Maßnahmen sollen den Modus Ultimate Team frischer und fairer machen – egal ob man Gelegenheitsspieler oder Weekend-League-Veteran ist. Beim Single-League-Turnier baut ihr ein Team, das ausschließlich aus Spielern einer Liga besteht und geht damit in kurze Online-Partien. Hier lautet die Regel stets: Wer zuerst zwei Tore erzielt, gewinnt. Die Belohnungen gibt es gestaffelt nach Siegen.

Bei den Gauntlets erwarten euch drei Runden mit Partien, in denen ihr etwa eure Past & Present- oder Evo-Teams einsetzen könnt. Das Besondere: Selbst bei einer Niederlage sind Fortschritte möglich – das soll bei einem frühen Ausscheiden den Frust minimieren. Jede Partie verlangt außerdem nach einem anderen Team, was nicht nur für Abwechslung sorgt, sondern auch Kreativität beim Team-Bau erfordert.

Wer sich gerne anspruchsvollen Wettbewerben stellt, steigt bei den Live Events ein. Sie werden über bestimmte Aufgaben oder das Erreichen einer bestimmten Rivals-Division freigeschaltet. Dabei können bestimmte Regeln zum Einsatz kommen; alternativ dürft ihr nur im Koop-Modus spielen. Diese Events sollen erfahrene Spieler und ihren Fortschritt zusätzlich belohnen. 

Champions für die Elite

„Rivals Bounties“ bringen euch zusätzliche Punkte, wenn ihr besondere Bedingungen erfüllt: das erste Tor erzielen, ohne Gegentor bleiben oder mit mindestens zwei Treffern Vorsprung gewinnen. Doppelte Rivals-Punkte und gleich zwei Stufenaufstiege innerhalb einer Division winken, wenn ihr eine Siegesserie hinlegt. Eure Gegner werden über diesen Boost allerdings informiert – das steigert den Druck.

Limitierte Checkpoints sollen das Problem lösen, in einer Division festzustecken: Wer zu viele Niederlagen in Serie kassiert, wird auf ein niedrigeres Niveau zurückgestuft. Hier muss jedoch sichergestellt werden, dass es nicht zu wenige Partien bis zum Abstieg sind. Zwar stellt EA einige Verbesserungen für das Online-Spiel in Aussicht, unter anderem 1-Frame-Animationen für Pässe und Schüsse sowie verringerten Input-Lag. Am Ende werden aber doch wieder viele Leute Verbindungsprobleme zu beklagen haben, die nicht selten für Niederlagen sorgen.

Ein Nerv-Faktor entfällt definitiv, nämlich die Champions-Playoffs. Stattdessen reicht es aus, in den Rivals-Partien unter der Woche eine bestimmte Punktzahl zu erreichen. Allerdings qualifiziert ihr euch erst ab einem gewissen Level für die Weekend League, mutmaßlich Division 5 oder höher. EA begründet diesen Schritt damit, dass die meisten Champions-Spieler ohnehin in den höheren Divisionen aktiv sind und die Weekend League ein Wettbewerb für die Elite bleiben soll. Wer das nicht packt oder braucht, kann am Challengers-Wettbewerb teilnehmen: ein zweiter Weekend-Modus mit geringeren Anforderungen, aber auch schwächeren Belohnungen.

Das Evolutions-System wird endlich um Torhüter erweitert. Die lange Wartezeit darauf erklärt EA damit, dass Evos für Keeper aufgrund ihrer besonderen Werte technisch viel schwerer umzusetzen waren als die Entwicklungen der übrigen Profis. Zudem sind manche Evolutionspfade nun wiederholbar, sodass ihr denselben Weg mehrfach gehen könnt, allerdings mit unterschiedlichen Items. Diese Änderungen sollen langfristig für mehr Abwechslung in den Teams sorgen und eure Lieblingskarten länger relevant halten.

Außerdem justierte man hinsichtlich Verbindungs- und Spielabbrüchen nach. In der zweiten Halbzeit erhält der Führende künftig auch dann den Sieg, wenn der Gegner per Dashboard-Quit das Spiel verlässt. Und wer bei Rush wiederholt frühzeitig rausgeht oder den Controller weglegt, erhält eine Sperre und kann den Modus für eine gewisse Zeitspanne nicht spielen. Weitere Anpassungen für mehr Fairness sind geplant, stehen aber noch nicht endgültig fest.

Clubs: mehr Tiefe und neue Community-Features

Die Aktualisierungen am Clubs-Modus zielen auf Spieltiefe, Langzeitspaß und Community-Funktionen ab. Ein lang gehegter Wunsch der Spielerschaft wurde erhört: Ihr könnt nun gleichzeitig bis zu drei Clubs angehören und frei zwischen ihnen wechseln. Ebenfalls eine wichtige Veränderung: Spielerinnen und Spieler sind nicht länger an feste Positionen gebunden. Ob man lieber ein physischer Stürmer oder ein flinker Mittelfeldmotor ist, darf situativ entschieden werden. Lediglich Torhüter bleiben weiterhin zwischen den Pfosten stehen.

Zur neuen Flexibilität passen die 13 Archetypen, die an Ikonen des Weltfußballs angelehnt sind. Sie bringen eigene Stärken mit sich und ermöglichen den Zugriff auf vordefinierte „Signature Playstyles“. Zu Beginn wählt ihr euren ersten Archetyp aus; weitere können mit Club Coins, FC Points oder Verbrauchsgegenständen freigeschaltet werden. Als „Finisher“ verfügt ihr beispielsweise über den flachen Vollspannschuss nebst First Touch sowie starke Werte in Bereichen wie Abschluss und Ruhe. Mit insgesamt 39 Spezialisierungen (z.B. Box-to-Box) und zahlreichen Perks (z.B. Boost auf Torschuss) könnt ihr euren Pro weiter verfeinern.

Allerdings wird jeder Archetyp individuell gelevelt. Wer also verschiedene Rollen meistern will, muss Zeit investieren, wird dafür aber auch mit maßgeschneiderten Spielstilen belohnt. Zudem bekommt jeder Archetyp eine eigene „Karte“ verpasst, ähnlich denen im Ultimate Team. Diese entwickeln sich visuell sowie funktional weiter und lassen sich individuell anpassen.

Ein Pro mit Profil

Mit dem neuen Attributpunkte-System erhaltet ihr mehr Kontrolle über die Entwicklung eures Pros. Statt starrer Progression werden die Punkte gezielt auf Fähigkeiten verteilt, die zum eigenen Spielstil passen. Außerdem kommt eine live aktualisierte Kapitelstruktur hinzu, in der ihr euren Pro vom Niemand bis zur Ikone entwickelt. Jedes Kapitel bringt neue Herausforderungen, Belohnungen und optische Upgrades für die Archetypen-Karten mit sich.

Durch immer neue Aufgaben, Events und saisonale Inhalte sollt ihr die ganze Saison über am Ball bleiben – im wahrsten Sinne des Wortes. Falls ihr erst später bei Clubs einsteigt, ist das auch kein Problem mehr: Ein neues System soll mit XP-Boostern und fairen Belohnungsstrukturen sicherstellen, dass auch Nachzügler schnell den Anschluss finden.

Hinter den neuen Live-Turnieren stecken temporeiche Rush-Partien. Diese zeitlich begrenzten K.o.-Turniere warten mit wechselnden Regeln auf und sind voll in die Saison integriert. Wer hier abliefert, darf sich auf exklusive Belohnungen und Anerkennung freuen. Die Lobby wurde mit einem frischen Interface versehen, das für mehr Übersicht sorgt. Zudem erhält euer Club ein eigenes Budget, mit dem ihr sogenannte „Facilities“ freischalten könnt, beispielsweise Trainingsanlagen, die Boni einbringen.

Auch das eigentliche Spielgefühl wurde überarbeitet. Die Steuerung der Torhüter geht dank kompakter Tastenbelegung einfacher von der Hand. Hinzu kommen einige Hilfen, etwa der Hinweis auf einen bevorstehenden Schuss. Damit soll das Spielen dieser Position spaßiger werden. Außerdem wirkt sich Müdigkeit nur noch kurzfristig aus, das Bewertungssystem belohnt positionsgetreue Aktionen mit mehr Erfahrungspunkten und die Quick-Chat-Funktion bietet neue Emotes und Jubel-Optionen.

Fazit

Sascha Göddenhoff - Portraitvon Sascha Göddenhoff
Die Neuerungen klingen gut, aber die Umsetzung bleibt fraglich

Auf dem Papier machen die Verbesserungen und Veränderungen in der Karriere einen guten Eindruck. Vor allem die Manager-Transfers könnten dazu beitragen, dass alles lebendiger und überraschender abläuft. Auch Zwischenfälle wie Spieler mit Lebensmittelvergiftung oder Heimweh haben das Potenzial, für mehr Dynamik im Manager-Alltag zu sorgen. Das klappt allerdings nur, wenn die Integration stimmig ausfällt. Und genau das ist fraglich.

Es ist nämlich keine Rede von dazu passenden Zwischensequenzen oder anderen neuen Videos, die für mehr Authentizität sorgen. Am Ende dürfte es darum altbekannte Szenen und reichlich Standbilder mit Texten zu sehen geben – das ist spätestens nach der ersten Saison langweilig. Ob „Manager Live“ mit seinen Herausforderungen eine Alternative zur klassischen Karriere darstellen kann, muss das fertige Spiel zeigen. Aber auch dabei kommt es auf spannende Inhalte und eine ebensolche Präsentation an.

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Im Bereich Ultimate Team gefällt mir, dass die schwachsinnige, weil zeitraubende und in Sachen Boni irrelevante Champions-Qualifikation fällt endlich weg. Dafür macht EA aus der Weekend League eine Zweiklassengesellschaft, die Probleme birgt. Die Belohnungen für die Elite müssen deutlich besser sein als das, was im Challengers-Wettbewerb zu holen ist. Andernfalls könnten sehr gute Spieler dank des neuen Checkpoint-Systems freiwillig absteigen, um in den unteren Divisionen ganz locker ihre Punkte und Belohnungen abzugreifen und alle Gelegenheitszocker zu frustrieren.

Im Hinblick auf Clubs gefallen mir flexibleres Positionsspiel, freie Pro-Entwicklung, breitgefächertes Archetype-System und natürlich die Möglichkeit, mehr als einem Club anzugehören. Das erleichtert den Anschluss für Leute wie mich, die ihren Pro eher sporadisch auf den Platz schicken. Aufgrund der vereinfachten Steuerung probiere ich es sogar mal als Torwart, denn diese Position habe ich auch im realen Verein gespielt. Vielleicht klappt’s in EA Sports FC 26 noch mit dem Durchbruch als Profi.

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