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Preview - Hell Is Us : Kein Souls-like, sondern ein Light-Rollenspiel – aber was genau ist das?

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Eine Sache scheint dem Entwicklungsstudio Rogue Factor im Bezug auf Hell Is Us ganz besonders wichtig zu sein: Es mag aussehen wie ein Souls-like, ist aber keines – auch wenn es einige Elemente davon aufweist. Stattdessen bezeichnet das Team hinter Mordheim: City of the Damned ihr neues Spiel als „Rollenspiel light“. Was das bedeutet, erfuhr ich bei einer Anspielsitzung in Paris am eigenen Leib – „leicht“ stimmt hier nämlich nur bedingt.

In erster Linie erleichtert Hell Is Us die klassische Rollenspielformel um haufenweise Ballast. Überkomplexe Fortschrittssysteme finden sich hier ebenso wenig wie Questmarker, Wegweiser oder auch einfach nur eine Karte. Wenn ihr nach einem Ziel sucht, müsst ihr eure Spürnase aktivieren und in der Welt nach Hinweisen suchen und in Dialogen gezielt nach Informationen fragen.

Planlos in Hadea

So irrt ihr zunächst einigermaßen orientierungslos durch die Spielwelt Hadea, eine vom Krieg und finsteren Machenschaften gebeutelte Nation. Als Vorbild für das fiktive Land fungieren totalitäre Staaten wie Nordkorea und die Sowjetunion, was sich in der Stimmung widerspiegelt. Soldaten so weit das Auge reicht, im Volk herrscht Hoffnungslosigkeit und nicht selten stolpert ihr über Szenen, in denen die Leichen sich in Massengräbern stapeln. Was Hell Is Us an grafischer Qualität fehlen mag, macht das Spiel durch die bloße Atmosphäre wett.

In einer solchen Dystopie halten die Menschen aber natürlich deutlich mehr zusammen als in jedem großkapitalistischen System. Auf der Suche nach seiner Familie ist die Hauptfigur Rémi immer wieder auf Hilfe angewiesen, beispielsweise suchte ich bei der Previewfassung nach einem sicheren Weg in mein Heimatdorf. Ein ausführliches Gespräch mit einem ortskundigen Farmer später wusste ich, dass mir im nahen unübersichtlichen Wald Windspiele den Weg weisen.

An anderer Stelle galt es, einen Schmied aufzuspüren. Dazu standen haufenweise Dialoge mit den Dorfbewohnern auf dem Plan. Ein am Pranger stehender Priester mag auf den ersten Blick nicht vielversprechend wirken, zeigt sich aber immens dankbar für jedes bisschen Menschlichkeit, das er erfährt. Soldaten hingegen sind da deutlich raubeiniger und brauchen eventuell etwas mehr Überzeugungsarbeit in Form von Alkohol oder anderweitigen seltenen Gütern.

Auch wenn sich Hell Is Us als ein Light-Rollenspiel versteht, dürfen Dungeons nicht fehlen. In diesen stellt ihr euch nicht nur bösen Biestern, auch Rätsel wollen euch am Fortschreiten hindern. So sucht ihr die Umgebung nach Hinweisen ab, entschlüsselt kryptische Texte und bringt seltsame Symbole an Drehscheiben in die richtige Reihenfolge.

Es bleibt spannend, wie gut dieser Ansatz im fertigen Spiel aufgeht. Ohne Orientierungssinn dürft ihr euch auf einige Irrwege einstellen, zumal in eurem Kodex nur die notwendigsten Informationen landen. Dieser Ansatz kann für Immersion sorgen, verlangt aber auch, dass ihr euch auf ihn einlasst. Er steht und fällt also mit der Bereitschaft der Spielerinnen und Spieler, ihre grauen Zellen anzustrengen.

Das fühlt sich aber schon nach Souls-like an!

In den Kämpfen verhält sich Hell Is Us weitestgehend wie jedes andere Action-Rollenspiel der letzten Jahre. Ihr visiert Gegner an, umkreist euch, pariert oder rollt unter ihren Angriffen hinweg und wartet auf eure Chance zum Gegenangriff. Gemessen am ewigen Genre-Primus Dark Souls fällt das Trefferfeedback nicht ganz so befriedigend aus und die Bewegungen der Feinde lassen sich auch etwas schwerer lesen. Dennoch platziert sich Rogue Factor mit dem Titel im soliden oberen Mittelfeld.

Ein paar Mechaniken gibt es dann aber doch, die einigermaßen neu sind. Beispielsweise erlauben euch ausgeteilte Treffer, Gesundheit zu regenerieren. Dazu müsst ihr im richtigen Timing eine bestimmte Taste drücken. Dabei hilft eine klare optische Komponente in Form eines weißen Rings um euren Charakter. In Anbetracht des Mangels an Verbandskästen erwies sich das Meistern dieses Systems als unvermeidbar. Denn neue Heil-Items durch Pausen an Rastpunkten gibt es nicht – Hell Is Us ist schließlich kein Souls-like!

Etwas gewöhnungsbedürftig fällt der Umstand aus, dass eure Ausdauer an eure Lebensenergie gekoppelt ist. Wenn ihr viel auf die Nase kriegt, reduzieren sich entsprechend eure Aktionen. Glücklicherweise trifft das nicht auf eure Begleiterdrohne zu, die euch durch nützliche Skills unterstützt. Ein schneller Dash nach vorne ist ebenso möglich wie ein mächtiger Wirbelangriff, der ihre Rotorblätter als Klingen einsetzt. So fühlen sich die Kämpfe von Hell Is Us angenehm dynamisch an und dank vielfältiger Zugänglichkeitsoptionen passt ihr die Schwierigkeit auch nach eigenem Gusto an.

Fazit

Dennis Hilla - Portraitvon Dennis Hilla
Hell Is Us verfolgt einen radikalen Weg, der durchaus Fans finden könnte

Seit Zelda: Breath of the Wild und Elden Ring versuchen sich Spielestudios verstärkt an einem Ansatz, der den Spielerinnen und Spielern mehr Eigenverantwortung zugesteht. Selbst Ubisoft folgte mit den neueren Teilen von Assassin’s Creed einem ähnlichen Weg wie Hell Is Us. Kaum Orientierungshilfen und der Verlass auf Hinweise von Umgebungen und Menschen war in der Meuchelmörder-Reihe aber stets optional, ganz im Gegensatz zum neuen Spiel von Rogue Factor.

Diese Herangehensweise verlangt einiges an Aufmerksamkeit von euch und verlässt sich dabei darauf, dass ihr nicht blöde oder faul seid. Ob in Dungeons oder den halboffenen Außengebieten, ihr müsst stets die Augen und Ohren offenhalten, was allerdings spannende Momente verspricht – solange die Entwicklerinnen und Entwickler euch nicht stundenlang herumirren lassen.

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Die Kämpfe punkten durch solide Mechaniken und kleinere neue Ideen. Hell Is Us soll sich laut dem Studio gleichermaßen auf Kampf und Erkundung stützen, was all jenen unter euch entgegenkommen dürfte, die keinen Bock mehr auf ausufernde Questlogs und vollgestopfte Maps haben. In Kombination mit der bedrückenden Spielwelt und interessanten Stimmung könnte am 4. September 2025 ein wahrer Genre-Geheimtipp erscheinen.

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