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Test - Street Fighter IV : Prügeln wie zu besten Zeiten

  • PS3
  • X360
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Das Kreuz mit dem Kreuz

Viertelkreisbewegung nach vorn und Schlag, zwei Sekunden nach links, kurz nach vorne und Kick - jeder Street-Fighter-Jünger kann diese Moves im Schlaf ausführen. Schließlich basieren auf solchen Bewegungen die meisten Spezialattacken. Logisch, dass auch in Street Fighter IV die ganzen Feuerbälle, Flammen-Uppercuts, Helikoptertritte und sonstigen Über-Angriffe auf diesem System basieren. Das bedeutet zwar eine Schippe Nostalgie, aber auch einige Probleme.

Der Grund dafür sind die Standard-Controller von PlayStation 3 und Xbox 360. Beide Joypads sind denkbar ungeeignet für solche Manöver, bieten doch beide keine exakt genug arbeitenden Steuerkreuze. So kann es schon mal vorkommen, dass ein Special-Move nicht ausgeführt wird, obwohl ihr eigentlich alles richtig gemacht habt. Ärgerlich! Wahlweise lassen sich die Recken zwar auch mit dem Analog-Stick bewegen, damit gehen die genannten Manöver jedoch noch unzuverlässiger von der Hand.

Hori Fighting Stick EX2

Zum Release von Street Fighter IV bringen gleich mehrere Hersteller diverse Controller und Arcade-Sticks in den Handel. Eine dieser Steuerungsalternativen ist der Hori Fighting Stick EX2, der allerdings bereits seit Mitte 2008 erhältlich ist. Wir konnten diesen Stick anlässlich der Capcom-Prügelei auf Xbox 360 testen. Und tatsächlich: Mit dem Arcade-Stick geht die Steuerung merklich besser von der Hand. Vor allem die Special-Moves verrichten treu ihren Dienst. Allerdings sollten sich Arcade-Unkundige keine falschen Hoffnungen machen: So ein Stick ist gewöhnungsbedürftig und verlangt Einarbeitungszeit. Mit dem Fighting Stick EX2 bekommen Videospieler einen schlicht gestalteten, aber insgesamt gelungen verarbeiteten, robusten und preiswerten Arcade-Stick. Stick-Experten dürften allerdings die etwas lockeren Tasten (keine Original-Arcade-Materialien) und die 4-Richtungen-Stick-Platine (anstatt 8 Richtungen) bemängeln. Trotzdem eine klare Kaufempfehlung unsererseits!

Neue Kombos, neue Grafik

Aber auch sonst kann es durchaus sein, dass der eine oder andere Controller einen schmerzhaften Zusammenstoß mit einer Wand macht. Denn der Schwierigkeitsgrad von Street Fighter IV ist nicht von schlechten Eltern. Auf der niedrigsten Stufe kommen zwar auch Neulinge zurecht, doch auch dort können die CPU-Prügler an euren Nerven zerren. Denn plötzlich packt die CPU eine Kombo-Kette aus, bei der ihr nur noch ungläubig das Geschehen am Bildschirm beobachtet. Schaltet ihr gar in einen höheren Schwierigkeitsgrad, kommen nur noch Profis mit. Immerhin haben Beat'em-up-Fans so die Möglichkeit, sich in die Tiefe der Kampf-Engine einzuarbeiten und auf Millisekunden beziehungsweise Einzelframe-Momente hin genau die Kombos einzuüben.

Street Fighter IV - Trailer
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Apropos Kombos: Diese spielen eine so große Rolle wie noch nie in der Seriengeschichte. Neu sind die Spezial-Kombos allerdings nicht: Erneut lädt sich eine Super-Energieleiste auf, wenn ihr erfolgreich Schläge austeilt. Die Revenge-Anzeige füllt sich hingegen durch feindliche Treffer. Ist die Leiste voll, startet ihr mit einer besonderen Tastenkombination eine Spezial-Kombo oder Ultra-Kombo. Diese ist nicht nur besonders schmerzhaft, sondern tut auch eurem Highscore gut. Anders hingegen das Fokussystem: Haltet den mittleren Schlag- und Tritt-Button gedrückt, um einen Angriff auf Kosten der Lebensenergie aufzuladen. Damit seid ihr zugleich unverwundbar für eine erste Attacke des Feindes. Mit etwas Geschick könnt ihr somit also eine Kombo-Kette durchbrechen.

In puncto Spielmodi hat Street Fighter IV im Grunde nichts Revolutionäres zu bieten. Im Aracde-Modus prügelt ihr euch durch eine Anzahl Gegner, lasst euch durch alberne Anime-Zwischensequenzen leidlich unterhalten und schaltet die Extrafiguren frei. Der überaus umfangreiche Trainingsmodus lädt zu Sparrings-Marathons ein und im Challenge-Modus müsst ihr besondere Herausforderungen (etwa Time-Trials) meistern, um neue Farben für die Outfits freizuschalten. Am meisten Spaß macht der Titel natürlich im Multiplayer-Modus - ihr tretet offline oder neuerdings auch online gegen einen Mitstreiter an.

Technisch sieht die Action auf den ersten Blick etwas grobschlächtig aus und an den Grafikstil muss man sich gewöhnen. Insgesamt ist es Capcom aber gut gelungen, den 2D-Charme der Vorlage in einer schicken 3D-Grafik einzufangen. Dank detaillierter sowie gelungen animierter Charaktere, sehenswerter Stages und hübscher Spezialeffekte ist die Keilerei keineswegs ein hässliches Entlein.

Fazit

von David Stöckli
Auch ich war einer dieser Videospiel-Nerds, die Anfang der 90er-Jahre monatelang Street Fighter II auf dem SNES zockten und unzählige Beat’em-up-Partys mit Kumpels feierten. Deshalb war ich auf den neuen Teil wirklich gespannt. Ich kann nur sagen: Operation gelungen. Die Entwickler haben es geschafft, das Flair der Vorlage hervorragend einzufangen und die Action mit einer subtilen Frischzellenkur ins Next-Gen-Zeitalter hinüberzuhieven. Es ist schon beeindruckend, wie leicht zugänglich die Prügelei ist und wie viel Spieltiefe in der Kampf-Engine schlummert. Somit haben sowohl Neulinge als auch Beat’em-up-Fetischisten ihren Spaß an Street Fighter IV … solange sie eher früher als später zu einem Arcade-Stick oder einer anderen Steuerungsalternative statt zum Standard-Controller greifen.

Überblick

Pro

  • klassisches Gameplay
  • einsteigerfreundlich und viel Spieltiefe zugleich
  • viele Charaktere
  • enorm spaßige Zweispielerduelle
  • ungewöhnlicher, aber gelungener Grafikstil

Contra

  • mangelhafte Steuerung per Standard-Controller
  • schwächelnder Sound
  • bescheuerte Zwischensequenzen
  • unausgewogene CPU-KI

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