Test - Two Point Museum : Test: Das gehört in (m)ein Museum!
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Nach Krankenhäusern und Universitäten übernehmen wir jetzt in der Wirtschaftsimulation Two Point Museum (wie es der Name schon vermuten lässt) die Leitung über ein Museum. Operationen sind damit zwar vorerst vom (OP-)Tisch und auch die Schulbildung junger Menschen liegt nur noch am Rande unseres Aufgabengebiets, aber wer glaubt, dass der normale Museumsalltag langweilig ist, der irrt. In Two Point ist nichts normal und schon gar nicht langweilig.
Was das genaue Themengebiet eures Museums anbelangt, habt ihr fünf verschiedene zur Auswahl, die teilweise doch recht unorthodox ausfallen. Spezialisiert ihr euch auf Prähistorisches, stellt ihr Dino-Knochen und anderweitige Fossilien aus. Im Aquarium zeigt ihr logischerweise hauptsächlich Fische und Relikte von (im wahrsten Sinne des Wortes) untergegangenen Zivilisationen.
Etwas ungewöhnlicher wird es dann schon beim Übernatürlichen. Diese Ausstellung ist eher eine Mischung aus Museum und Spukhaus. Neben besessenen Gegenständen stellt ihr nämlich auch echte Geister aus. Die verfluchte Puppe, die euch immer anstarrt, selbst wenn das Spiel gerade pausiert ist, ist schon verdammt gruselig.
Das Thema “Wissenschaft” klingt etwas unspezifisch, umfasst aber alle möglichen Arten von Geräten und Erfindungen der Menschheitsgeschichte, wie zum Beispiel Fluggeräte. Wobei sich einige davon auch im “Weltraum”-Museum nebenan wiederfinden könnten. Hier gibt es dann sogar außerirdische Artefakte zu bewundern.
Es gibt zwar einen Kreativ-Modus, in dem ihr von Anfang an eurer Fantasie freien Lauf lassen könnt, ich empfehle aber ausdrücklich, sich vorher durch die Kampagne zu arbeiten. Denn zum einen führt euch diese wunderbar charmant und mit jeder Menge Two-Point-Humor durch die einzelnen Museen, die alle ihre eigene Geschichte und Eigenheiten haben, zum anderen dient sie als enorm umfangreiches Tutorial.
Dafür kann man aber auch dankbar sein, denn Two Point Museum bietet so viel, dass selbst nach 30 Stunden Spielzeit noch neue Mechaniken eingeführt werden, die euch das Leben ab sofort schwer machen sollen. Also frisch ans Werk und als neuer Kurator die Kontrolle über ein heruntergekommenes Museum übernehmen. Wie schwer kann es schon sein, so ein Museum zu führen?
Mikromanagement meckernder Museums-Mitarbeiter
Bevor ihr euch auch nur um einen einzigen Dino-Knochen kümmert, braucht ihr erstmal Personal. So eine Kuratoren-Legende in spe macht sich natürlich nicht selbst die Hände schmutzig, sondern bezahlt anderen Leuten (möglichst wenig) Geld dafür.
Das Rückgrat einer jeden öffentlichen Einrichtung bilden die Hausmeister. Sie löschen Feuer, verbessern eure Geräte und übernehmen die Reparaturarbeiten jeder noch so komplexen Maschine, die bei euch ausgestellt ist. Selbst das fortschrittlichste Gerät bietet keine große Herausforderung für euer gut ausgebildetes Team. Schon praktisch, wenn man einen Hausmeister mit Abschluss in Teilchenphysik für einen Hungerlohn angestellt hat, der sich gleichzeitig nicht zu schade ist, zwischendurch noch die Kotze von vollgefressenen Kindern wegzuwischen. Der Arbeitsmarkt in Two Point County muss die Hölle sein.
Wird euer Museum beliebter, ruft das auch zwielichtige Gesellen auf den Plan. Immer wieder versuchen Ganoven, sich mit einigen eurer Exponate aus dem Staub zu machen, oder klebrige Banditen greifen beherzt in die Spendenbox, was euch teuer zu stehen kommen kann. Abhilfe schaffen hier die Angestellten der Security-Abteilung.
Ganz im typischen Two-Point-Humor kommen allerdings nicht alle Diebe einfach zur Tür hereinspaziert, packen das riesige Dino-Skelett in die Handtasche und laufen weg. Das gibt es zwar auch, aber einige Banden bevorzugen es, Tunnel direkt ins Museum zu buddeln oder sie kommen durch Abwasserrohre. Es lohnt sich also, immer im Auge zu behalten, ob nicht eine Person mehr aus der Toilette kommt, als vorher hineingegangen sind. Sonst verschwindet das Lieblingsexponat schnell mal auf Nimmerwiedersehen in der Kanalisation.
Assistenten sind wiederum die Schweizer Taschenmesser unter den Museumsangestellten. Tickets verkaufen, den Geschenke-Shop betreiben, Marketing-Kampagnen anstoßen, Snacks unter die Leute bringen und Baristarei im eigenen Museums-Café sind gefühlt nur ein Ausschnitt ihres Betätigungsspektrums.
Zu guter Letzt managt ihr noch diejenigen, deren Beruf es ist, “Experte” zu sein. Die kommen in verschiedenen Geschmacksrichtungen, geben geführte Touren durch das Museum und pflegen eure Exponate. Ein Experte für Prähistorisches entstaubt zum Beispiel Fossilien, Meeresbiologen füttern Fische und Fachleute für das Paranormale beruhigen unzufriedene Poltergeister, damit die nicht zu viel herumpoltern.
Jeder einzelne Angestellte kommt mit seinen eigenen Macken und Besonderheiten. Manche sind zum Beispiel geizig und wollen immer mehr Gehalt als die Kollegen, andere benötigen weniger Zeit, um sich weiterzubilden. Sammeln die Angestellten nämlich genug Erfahrung, steigen sie im Level auf und sind dann effizienter bzw. in der Lage, Zusatzqualifikationen zu erlernen.
Nebenbei müsst ihr die Belegschaft auch noch bei Laune halten. Gibt es genug zu essen und zu trinken? Ist das Personal mit seinem Gehalt zufrieden? Ist genug Zeit für ausreichend Pausen? Kann die nächste Toilette rechtzeitig erreicht werden, bevor ein Wischmopp mit zugehörigem Hausmeister auf den Plan treten muss?
Tatsächlich macht das eher trocken klingende Personal-Management ziemlich Laune. Denn beschäftigt ihr sie längerfristig, spezialisieren sich eure Angestellten immer weiter, wodurch sie für euch einerseits wertvoller werden und ihr andererseits fast schon eine emotionale Bindung zu ihnen aufbaut.
Dreht mal wieder ein Geist durch, dann schicke ich Grace. Die hat nämlich schon Erfahrung und extra den Kurs “Geisterjagen für Anfänger” besucht. Da höre ich richtig das liebliche Summen des Protonenstrahlers auf ihrem Rücken. Dave füttert immer meine Raubfische, und die Führungen von Michael sind das Highlight eines jeden Museumsbesuchs.
Aber die wahrscheinlich wichtigste Aufgabe eures Teams liegt nicht im Putzen von Toiletten oder dem Bespaßen von Schulklassen auf Wandertag. Vor allem spielt eure Belegschaft eine entscheidende Rolle bei der eher dunklen Seite des Museumsbetriebs. Denn irgendwo müssen die ganzen Exponate ja auch herkommen.
Ist das Raubkunst oder kann das weg?
Abseits des normalen Museumsalltags schickt ihr eure Angestellten nämlich noch auf Expeditionen. Dazu wählt ihr auf einer Weltkarte einfach einen Ort aus, der euch interessiert, und sendet Leute aus, um ihn zu erkunden. Das einfachste Beispiel wäre eine Expedition in die Wüste, um nach Überbleibseln von Dinosauriern zu suchen. Dazu benötigt ihr nur einen Experten für Prähistorisches und etwas Zeit.
Sofort lässt der Auserwählte alles stehen und liegen und sprintet zum hauseigenen Helikopter, der ja Standardausrüstung eines jeden Museums ist, während er (in meiner Vorstellung zumindest) die Titelmelodie zu Indiana Jones pfeift. Nach einiger Zeit kommt er wieder zurück und hat ein Stück Rest-Dino bei sich, das ihr eurem neugierigen Publikum präsentieren könnt.
Mit der Zeit werden die Anforderungen aber wesentlich härter und es treten Komplikationen auf. Dann benötigt eine Expedition zwar vielleicht nur einen Experten und einen Angestellten, aber wenn nicht einer von beiden einen Pilotenschein hat, dauert die Mission doppelt so lange. Oder es besteht die Gefahr, von einem Geist besessen zu werden, wenn nicht einer der Mitreisenden über eine Ausbildung in Sachen “Umgang mit Kunden” verfügt.
Der Anforderungskatalog wächst nach und nach immer weiter. Für eine erfolgreiche Mission reicht es zwar immer, einfach nur das richtige Personal zu stellen, während ihr alle möglichen Komplikationen ignoriert, dann müsst ihr aber auch damit leben, wenn eure Leute krank werden oder eventuell sogar für immer verschwinden. Und ihr wollt doch nicht euren Lieblings-Angestellten verlieren, den ihr in stundenlanger Arbeit perfekt ausgebildet habt.
Die Expeditionen zwingen euch, euer Team vorausschauend zu planen. Es reicht eben nicht, einfach nur fünf Hausmeister einzustellen, damit jemand die Gänge wischt. Stattdessen müsst ihr immer abwägen, welche Fähigkeiten ihr benötigt und euch dementsprechend aufstellen.
Nur moralisch fühlen sich die Expeditionen mitunter fragwürdig an. Einfach mal irgendwo hinfliegen, ungefragt alles Wertvolle einpacken und zu Hause ausstellen? Da haben sich die Museen des Two Point Countys die Methoden zur Akquise von Ausstellungsstücken wohl beim britischen Museum abgeschaut. Aber was tut man nicht alles für die Kunst und Kultur … und Geister und Aliens?
Nur ein be-geist-erter Gast ist ein guter Gast
Habt ihr euer Personal im Griff und verfügt über einen stetigen Zustrom an neuen Exponaten, müsst ihr euer Museum nur noch ansprechend einrichten. Theoretisch könntet ihr einfach alles nebeneinanderstellen, aber wollt ihr das Maximum aus eurer Sammlung herausholen, dann ist ein wenig Gehirnschmalz erforderlich. Die Anordnung der Exponate kann nämlich mindestens genauso anspruchsvoll sein wie eure Angestellten.
Jedes Exponat sorgt bei den Gästen für ein gewisses Maß an Begeisterung. Um die zu erhöhen, muss das Ausstellungsstück ins richtige Licht gerückt bzw. entsprechend dekoriert werden. Ein paar Hängepflanzen an der Wand, Dino-Abdrücke auf dem Fußboden, vielleicht noch ein Museumsbanner oder Gemälde und schon wird aus einem ollen Stein das Fossil-Highlight eurer Ausstellung.
Darüber hinaus hat jedes Exponat noch spezielle, eigene Anforderungen. So kommt eine verfluchte Marionette zum Beispiel nur richtig zur Geltung, wenn noch andere verfluchte Gegenstände in der Nähe sind oder direkt daneben Kerzen ein schummriges Licht verbreiten. Das alles steigert weiterhin das Level an Begeisterung und lockt mehr Besucher ins Museum. Außerdem sorgt es dafür, dass eure Ausstellung nie leer oder steril wirkt. Stattdessen stellt sich meist eine angenehme und gemütliche Unordnung ein, wenn ihr versucht, möglichst viele Bedürfnisse unter einen Hut zu bringen.
Vor allem bei komplexeren Anforderungen gleicht Two Point Museum einer Art Puzzle. Der Geist einer viktorianischen Dame möchte vielleicht nicht im selben Raum spucken wie der Geist eines einfachen Arbeiters. Der hätte wiederum gerne einen Kamin in seinem Zimmer, was sein Spuk-Kollege so gar nicht abkann. Ein gefrorener Höhlenmensch benötigt eine kalte Umgebung, stellt ihr dann aber eine tropische Pflanze direkt daneben, wird diese einfach erfrieren und eingehen.
Besser gesagt ist Two Point Museum ein Puzzle, zu dem ihr permanent neue Teile bekommt, die allerdings nicht zu dem passen, was ihr bereits gebaut habt. Also gilt es, Bereiche wieder auseinander zu nehmen, neu zusammenzufügen oder vielleicht auch mal Teile zunächst beiseite zu schieben, weil sie gerade so gar keinen Anschluss finden.
Hinzu kommen dann noch bestimmte Erschwernisse, die von der Art eures Museums abhängen. Baut ihr ein Aquarium, solltet ihr kleinere Fische von ihren Fressfeinden getrennt halten. Pflanzen brauchen häufig ein bestimmtes Klima und Alien-Artefakte funktionieren nur, wenn andere Exponate sie entsprechend mit Energie versorgen.
Habt ihr aber irgendwann alles gut platziert und das perfekte Museum geschaffen, dann fühlt sich das schon sehr belohnend an. Zumindest so lange, bis so ein Möchtegern-Indiana-Jones wieder ein Teil anbringt, das alles durcheinander wirft. Der Weg zur Kurator-Legende ist halt kein leichter.
Greift zu, wenn...ihr bereit seid, hunderte Stunden in eine spaßige Wirtschaftsimulation zu pumpen.
Spart es euch, wenn...ihr lieber selbst Hand anlegt, als Dutzenden Männchen passiv beim Herumwuseln zuzusehen.





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